Plug Power Aktie: DOE zieht Kreditgarantie zurück
Plug Power gibt ein Antwerpen-Projekt auf und verliert eine DOE-Garantie über 1,66 Milliarden Dollar, während Umsatz und Liquidität zulegen.

- DOE zieht Kreditgarantie zurück
- Wasserstoffwerk in Antwerpen aufgegeben
- Quartalsumsatz steigt auf 178,3 Millionen Dollar
- Aktie fällt auf 1,85 Euro
Plug Power steht vor einem schweren Rückschlag in der Finanzierung seiner Wasserstoffpläne. Das US-Energieministerium hat eine Kreditgarantie über 1,66 Milliarden Dollar zurückgezogen, nachdem die erste Abruffrist verstrichen war, ohne dass Mittel ausgezahlt wurden.
Die Nachricht traf den Wasserstoffkonzern nur wenige Tage nach der Vorlage der Quartalszahlen am vergangenen Mittwoch und wenige Wochen, nachdem das Unternehmen sein Graham-Projekt an Stream US Data Centers verkauft hatte.
Zweiter Rückschlag binnen weniger Tage
Fast zeitgleich wurde bekannt, dass Plug Power sein geplantes Wasserstoffwerk im Hafen von Antwerpen aufgibt. Belgischen Medienberichten zufolge begründet das Unternehmen den Schritt mit finanziellen Schwierigkeiten und Unsicherheit über die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Projekts.
Die Streichung soll zu einem Verlust von 15,9 Millionen Dollar führen. Zusammen mit dem Wegfall der DOE-Garantie summieren sich damit binnen weniger Tage zwei belastende Meldungen, die das Vertrauen in die Finanzierungsfähigkeit des Unternehmens auf die Probe stellen.
Die Kreditgarantie war ein zentraler Baustein für den Ausbau der Wasserstoffproduktion in den USA gewesen. Ihr Verlust bedeutet nicht zwangsläufig das Aus für die zugrunde liegenden Projekte, verengt aber den finanziellen Spielraum, den Plug Power ohnehin unter genauer Beobachtung hält.
Erst am vergangenen Mittwoch hatte das Unternehmen im Rahmen der Quartalszahlen ein Liquiditätsprogramm über 275 Millionen Dollar vorgestellt, das dem Nettomittelabfluss von 61 Millionen Dollar im zweiten Quartal 2026 gegenüberstehen soll.
Operatives Bild bleibt gemischt
Trotz der Rückschläge bei DOE und Antwerpen zeigte das operative Geschäft zuletzt Fortschritte. Der Umsatz im zweiten Quartal 2026 lag bei 178,3 Millionen Dollar, ein Plus von 9 Prozent zum Vorquartal und 11 Prozent für das erste Halbjahr.
Das Management bekräftigte am vergangenen Mittwoch das Ziel eines positiven EBITDAS im vierten Quartal 2026 und hob die Umsatzwachstumsprognose für das Gesamtjahr auf eine Spanne von 15 bis 16 Prozent an, nach zuvor 13 bis 15 Prozent.
Auch bei der Liquidität gab es positive Signale: Im ersten Halbjahr 2026 wurden 115 Millionen Dollar an gebundenen Zahlungsmitteln freigegeben, weitere 155 Millionen Dollar sollen in den kommenden zwölf Monaten folgen.
Zwei große Kunden aus dem Bereich Materialumschlag planen zudem, mehr als 20.000 GenDrive-Einheiten über drei Jahre zu erneuern, darunter rund 2.000 Einheiten bereits in diesem Jahr. Im britischen Projekt Barrow Green mit 30 Megawatt Leistung wurde die endgültige Investitionsentscheidung getroffen, Teil eines größeren 55-Megawatt-Auftrags vom November 2025.
Kurs bleibt unter Druck
An der Börse spiegelt sich die Gemengelage aus operativem Fortschritt und strategischen Rückschlägen in einem angeschlagenen Kurs wider. Die Aktie notiert aktuell bei 1,85 Euro und verliert am heutigen Handelstag 2,5 Prozent.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 4,04 Euro, erreicht am 6. Oktober 2025, trennen das Papier mittlerweile 54 Prozent. Zum 200-Tage-Durchschnitt von 2,13 Euro beträgt der Abstand 13 Prozent nach unten, was die anhaltend schwache mittelfristige Kursverfassung unterstreicht.
Für Anleger bleibt die Gemengelage schwer zu entwirren: Operative Verbesserungen bei Umsatz und Liquidität stehen strategischen Rückschlägen bei Großprojekten gegenüber. Der Wegfall der Milliarden-Kreditgarantie dürfte die Diskussion über die langfristige Finanzierungsstrategie des Unternehmens neu befeuern.
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