Plug Power Aktie: Immobilienverkauf bis 30. Juni

Plug Power muss bis Ende Juni einen Immobilienverkauf abschließen, um die Liquidität zu sichern. Die Aktie notiert nahe ihrem Jahrestief.

Die Kernpunkte:
  • Immobilienverkauf bis 30. Juni nötig
  • Aktie fällt auf 2,32 Euro zurück
  • Nettoverlust von 245 Millionen Dollar
  • Liquiditätsstrategie mit 275 Millionen Dollar

Zwölf Tage. So viel Zeit bleibt Plug Power, um einen Immobilienverkauf abzuschließen, der die Liquiditätsstrategie des Unternehmens stützen soll. Die Hauptversammlung ist abgehakt — jetzt zählt der Kalender.

Aktionäre nicken ab, Kurs gibt nach

Am 11. Juni stimmten die Aktionäre auf der Jahreshauptversammlung über mehrere Punkte ab. Sie wählten vier Direktoren in die Klasse III des Aufsichtsrats und genehmigten eine Erweiterung des Aktienoptionsplans von 2021 um 25 Millionen Anteilsscheine. Außerdem billigten sie die Vergütung des Managements und bestätigten Deloitte & Touche als Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2026.

Parallel trat der Rücktritt von Direktorin Kavita Mahtani in Kraft. Der Aufsichtsrat schrumpft damit von zehn auf neun Mitglieder.

An der Börse spiegelt sich die Routine der Hauptversammlung nicht positiv wider. Die Aktie notiert bei 2,32 Euro — rund 38 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 3,72 Euro, das erst Anfang Juni erreicht wurde. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 2,81 Euro, der RSI bei 32,8. Das deutet auf überverkauftes Terrain hin.

Der 30. Juni als Stresstest

Der eigentliche Fokus liegt auf dem Verkauf des sogenannten Project Gateway in New York. Plug Power erwartet daraus Bruttoerlöse von mindestens 132,5 Millionen Dollar, maximal 142 Millionen Dollar. Der Vertrag sieht den 30. Juni 2026 als letzten möglichen Abschlusstermin vor.

Das Paket umfasst Grundstücke, Infrastruktur und bestimmte Umspannwerkanlagen. Abschlussbedingungen sind unter anderem behördliche Genehmigungen, Umweltprüfungen und der Abschluss eines Mietvertrags durch den Käufer.

Der Deal ist der erste Schritt einer größeren Strategie. Plug Power plant, über Asset-Verkäufe, die Freigabe von gebundenem Kapital und niedrigere Betriebskosten insgesamt mehr als 275 Millionen Dollar an Liquidität zu mobilisieren.

Liquidität unter Druck

Die Dringlichkeit erklärt sich aus den Q1-Zahlen. Plug Power verzeichnete im ersten Quartal einen Nettoverlust von 245,3 Millionen Dollar und verbrauchte 150 Millionen Dollar aus dem operativen Cashflow. Die frei verfügbaren Barmittel lagen zum Quartalsende bei 223,2 Millionen Dollar — ein Rückgang von 39 Prozent gegenüber Jahresende 2025.

Gesamtliquidität inklusive gebundener Mittel betrug 802 Millionen Dollar. Gebundenes Kapital steht jedoch nicht für alle Unternehmenszwecke zur Verfügung. Genau deshalb wäre der Immobilienerlös ein direkter Puffer für das operative Geschäft.

Im Sektor abgehängt

Im Bereich Brennstoffzellen lief 2026 bislang als Comeback-Jahr. Bloom Energy dominiert das Feld klar, getrieben von KI-Rechenzentrumsaufträgen und einer Serie starker Quartalsergebnisse. FuelCell Energy folgt auf Platz zwei. Plug Power bildet das Schlusslicht — trotz eines Jahresplus von 22 Prozent.

Hinzu kommt Druck durch Zölle. Plug bezieht Komponenten für sein Brennstoffzellengeschäft aus China und importiert Elektrolyseure aus Europa. Beide Lieferketten sind von 20-prozentigen Zöllen betroffen.

Das Programm „Project Quantum Leap“ soll gegensteuern. Plug Power peilt positives EBITDAS zum Jahresende 2026 an, operativen Gewinn Ende 2027 und Gesamtprofitabilität Ende 2028. Ob dieser Zeitplan hält, entscheidet sich wesentlich daran, ob der Gateway-Verkauf bis zum 30. Juni über die Ziellinie geht.

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