Plug Power Aktie: Neue Geschäftsentwicklungen
Plug Power steht vor einer entscheidenden Abstimmung zur Kapitalerhöhung, während gleichzeitig ein wichtiges Wasserstoffprojekt in Europa installiert wurde. Die Liquiditätssituation treibt die Dringlichkeit.

- Außerordentliche Hauptversammlung zur Kapitalerhöhung am 29. Januar
- Installation eines 100-MW-Elektrolyseurs in Portugal abgeschlossen
- Unternehmen strebt Verdopplung der genehmigten Aktien an
- Reverse Stock Split als Alternative bei Scheitern geplant
Plug Power steht vor einer Woche mit doppelter Bedeutung: Auf der einen Seite meldet der Wasserstoffspezialist einen wichtigen Projektmeilenstein in Europa. Auf der anderen Seite rückt eine außerordentliche Hauptversammlung näher, bei der es um die zukünftige Kapitalstruktur und die Finanzierungsspielräume des Unternehmens geht.
Im Kern geht es um einen Zielkonflikt: Wie weit können die Aktionäre einer möglichen Verwässerung zustimmen, um gleichzeitig die Handlungsfähigkeit des Unternehmens in einer angespannten Liquiditätssituation zu sichern?
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Plug Power?
Großprojekt in Portugal erreicht wichtigen Meilenstein
Plug Power hat die Installation eines 100-MW-PEM-GenEco-Elektrolyseurs an der Galp-Raffinerie im portugiesischen Sines abgeschlossen. Das Unternehmen hatte dies am 23. Januar gemeldet und spricht von einem zentralen Schritt in einem der größten erneuerbaren Wasserstoffprojekte Europas.
Die wichtigsten Eckdaten:
- Zehn GenEco-Module mit jeweils 10 MW wurden geliefert und installiert
- Geplante Produktionskapazität: bis zu 15.000 Tonnen grüner Wasserstoff pro Jahr
- Erwartete Emissionsreduktion: 110.000 Tonnen Treibhausgase jährlich (Scope 1 und 2, CO₂e)
- Ersetzung von rund 20 % des bisherigen „grauen“ Wasserstoffverbrauchs der Raffinerie
- Inbetriebnahme soll in den kommenden Monaten schrittweise starten
Das Projekt ist Teil der Europa-Strategie von Plug Power, die der Konzern als mehrgigawattstarke Elektrolyseur-Installationen in Spanien, Großbritannien und weiteren Märkten beschreibt, gestützt durch eine globale Projektpipeline im Volumen von rund 2 Milliarden US-Dollar.
Jose Luis Crespo, derzeit Präsident und Chief Revenue Officer und designierter CEO, bezeichnete das Vorhaben als „prägenden Moment für die europäische Energiewende“ und als Modell für die Dekarbonisierung schwer elektrifizierbarer Industrien.
Hauptversammlung am 29. Januar: Kapitalstruktur im Fokus
Deutlich unmittelbarer für die Aktie ist jedoch die außerordentliche Hauptversammlung, die für den 29. Januar angesetzt ist. Das Unternehmen will sich dort eine Ausweitung des genehmigten Aktienkapitals sichern.
Kernpunkt ist der Antrag, die Zahl der genehmigten Aktien von derzeit 1,5 Milliarden auf 3 Milliarden zu verdoppeln. Bereits auf der Hauptversammlung 2025 hatten etwa 84 % der abgegebenen Stimmen dafür votiert, doch scheiterte der Vorschlag an den geltenden Satzungsregeln, nach denen nicht abgegebene Stimmen faktisch als Gegenstimmen gewertet werden.
Auf der anstehenden Versammlung liegen drei Anträge zur Abstimmung:
- Antrag 1: Anpassung der Abstimmungsstandards an das Gesellschaftsrecht von Delaware
- Antrag 2: Erhöhung der genehmigten Aktienzahl von 1,5 auf 3 Milliarden
- Antrag 3: Möglichkeit zur Vertagung der Versammlung bei unzureichender Stimmbeteiligung
Damit geht es nicht nur um mehr Spielraum für Kapitalmaßnahmen, sondern auch um eine strukturelle Änderung der Abstimmungslogik.
Alternative: Reverse Stock Split
Für den Fall, dass Antrag 2 zur Erhöhung des genehmigten Kapitals erneut scheitert, hat Plug Power angekündigt, einen bereits 2025 genehmigten Reverse Stock Split umzusetzen. Dabei würden bestehende Aktien zusammengelegt, wodurch sich die Zahl der ausstehenden Papiere verringert, der Kurs rechnerisch steigt und zugleich neue Spielräume für die Ausgabe weiterer Aktien entstehen.
Eine gesonderte Kapitalerhöhung müsste dafür nicht genehmigt werden, allerdings ist ein Reverse Split an der Börse oft anders besetzt als eine klassische Ausweitung des genehmigten Kapitals. Plug Power stellt damit klar, dass das Unternehmen in jedem Fall zusätzliche Flexibilität auf der Aktienseite schaffen will – entweder über mehr genehmigte Aktien oder über die technische Strukturänderung via Reverse Split.
Führungswechsel ab März
Parallel zu den Kapitalthemen läuft ein Führungswechsel an der Unternehmensspitze. Andy Marsh, seit 2008 CEO, wird im März in die Rolle des Executive Chairman wechseln. Jose Luis Crespo soll dann den CEO-Posten übernehmen.
Diese Übergabe fällt in eine Phase, in der Plug Power zugleich große Projekte umsetzt, die europäische Expansion vorantreibt und finanzielle Zwänge adressiert. Der neue CEO übernimmt damit ein Mandat, das operative Umsetzung und Finanzierungsfragen eng miteinander verknüpft.
Liquidität als Treiber der Eile
Der Druck hinter den Kapitalbeschlüssen hat eine klare Ursache: Plug Power steht nach Einschätzung von Analysten vor einer sehr kurzen Liquiditätsreichweite und schreibt weiterhin Verluste. Die geplante Ausweitung der genehmigten Aktien würde dem Unternehmen zusätzliche Handlungsoptionen bieten, um:
- bestehende finanzielle Verpflichtungen zu bedienen
- laufende Projekte – etwa Elektrolyseur-Installationen und Wasserstofflieferverträge – zu finanzieren
- generell die operative Flexibilität zu sichern
Im Kern steht ein einfacher Zielkonflikt: Mehr genehmigte Aktien eröffnen Spielräume für Kapitalmaßnahmen, gehen aber mit potenzieller Verwässerung für bestehende Aktionäre einher. Die Abstimmung am 29. Januar bildet damit den Punkt, an dem sich die kurzfristigen Liquiditätsanforderungen und die Interessen der Anteilseigner unmittelbar begegnen.
Plug Power-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Plug Power-Analyse vom 26. Januar liefert die Antwort:
Die neusten Plug Power-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Plug Power-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 26. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Plug Power: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




