Plug Power Aktie: Sieben Tage Minus drücken auf 2,45 Euro

Plug Power verzeichnet nach Hauptversammlung deutliche Kursverluste. Trotz Sparfortschritten und positiver Bruttogewinne belasten Aktienoptionsplan und Boardwechsel die Stimmung.

Die Kernpunkte:
  • Aktie fällt sieben Tage in Folge
  • Positiver Bruttogewinn im vierten Quartal
  • Aktienoptionsplan um 25 Millionen erweitert
  • Boardmitglied Kavita Mahtani zurückgetreten

Sieben Handelstage in Folge mit Verlusten — das zieht Spuren. Die Plug-Power-Aktie notiert bei 2,45 Euro und liegt damit rund 34 Prozent unter ihrem Junihoch von 3,72 Euro. Der Kursrückgang begann unmittelbar nach der Hauptversammlung. Kein gutes Timing.

Dabei hat das Unternehmen auf dem Aktionärstreffen durchaus Fortschritte präsentiert. Im vierten Quartal 2025 erzielte Plug Power erstmals einen positiven Bruttogewinn. Der Cashverbrauch sank gegenüber 2024 um rund 50 Prozent. CEO José Luis Crespo skizzierte einen Stufenplan: Bruttomargenneutralität bis Ende 2025, positives EBITDAS beim Verlassen des Jahres 2026, positives operatives Ergebnis 2027 — und Gesamtprofitabilität 2028.

Quantum Leap und Elektrolyseur-Pipeline

Hinter dem Sparprogramm steckt die Initiative „Project Quantum Leap“. Sie zielt auf schlankere Abläufe und mehr Eigenproduktion von Wasserstoff. Plug betreibt bereits Anlagen in Georgia, Louisiana und Tennessee mit einer Gesamtkapazität von 40 Tonnen pro Tag.

Beim Elektrolyseur-Geschäft hat das Unternehmen konkrete Projekte vorzuweisen: eine finale Investitionsentscheidung für ein 55-MW-Projekt in Großbritannien, dazu 100 MW in Portugal, 25 MW in Spanien und weitere 30 MW in Großbritannien. Die installierte GenDrive-Basis umfasst über 74.000 Einheiten.

Verwässerung und Boardwechsel belasten die Stimmung

Zwei Ereignisse rund um die Hauptversammlung haben Anleger zusätzlich beschäftigt. Erstens: Aktionäre stimmten über eine Erweiterung des Aktienoptionsplans ab — von 91,4 Millionen auf 116,4 Millionen reservierte Aktien. Das entspricht einer Ausweitung um 25 Millionen Anteilsscheine. Angesichts des laufenden Kursrückgangs kam der Vorschlag zur Unzeit.

Zweitens trat Boardmitglied Kavita Mahtani zum 11. Juni zurück. Sie wechselt in eine Führungsposition bei Wells Fargo. Plug Power betonte, ihr Abgang habe keine inhaltlichen Gründe. Dennoch hinterlässt der Abgang einer Audit-Committee-Mitgliederin kurz nach der Hauptversammlung einen Governance-Fußabdruck.

Liquidität als nächster Prüfstein

Das Analystenfeld bleibt gespalten. Susquehanna erhöhte das Kursziel leicht, Wells Fargo setzt es bei 2 Dollar an. Jefferies und BMO Capital liegen mit 1,80 Dollar beziehungsweise 1 Dollar deutlich darunter.

Der RSI liegt bei 36,4 — technisch nahe am überverkauften Bereich. Über zwölf Monate hat die Aktie ihren Wert mehr als verdoppelt, was die Dimension des aktuellen Rückschlags relativiert. Entscheidend wird nun, ob Plug die angekündigten Erlöse aus der Monetarisierung von Wasserstoffprojekten tatsächlich einsammelt. Rund 275 Millionen Dollar stehen in Aussicht, darunter eine erste Transaktion über etwa 142 Millionen Dollar mit Stream Data Centers — erwartet noch im Juni. Kommt das Geld pünktlich, wäre das ein konkretes Signal, dass der Turnaround mehr ist als Präsentationsfolie.

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