Plug Power Aktie: Zitterpartie vor Abstimmung
Plug Power steht vor einer entscheidenden Aktionärsabstimmung zur Kapitalerhöhung, während Spekulationen nach einem Reddit-Auftritt des CEOs und eine Anpassung des Walmart-Deals den Kurs bewegen.

- Entscheidende Hauptversammlung zur Verdoppelung des Aktienkapitals
- Reddit-Auftritt des CEOs befeuert spekulative Rally
- Walmart verzichtet auf Millionen von Aktienoptionen
- Unternehmen kämpft weiterhin mit hohen operativen Verlusten
Plug Power sorgt wieder für heftige Ausschläge. Nach einem Kurssprung rund um einen Reddit-Auftritt des CEOs rückt nun eine Abstimmung in den Mittelpunkt, die über den finanziellen Spielraum des Wasserstoff-Spezialisten entscheiden dürfte. Die Mischung aus spekulativer Euphorie, Verwässerungsangst und anhaltenden Verlusten macht die Lage komplex – und genau das spiegelt sich im Kursverlauf wider.
Reddit-AMA entfacht Spekulation
Auslöser der jüngsten Rally war ein „Ask Me Anything“ von CEO Andy Marsh auf dem Subreddit r/PlugPowerStock am 22. Januar. Die Session zog enormes Interesse im Optionsmarkt nach sich: Rund 192.581 Call-Optionen wechselten den Besitzer, mehr als das Vierfache des 20-Tage-Durchschnitts.
Besonders gefragt waren Calls mit einem Strike von 4 US‑Dollar und Laufzeit bis Mitte Juni. Das signalisiert, dass ein Teil des Marktes kurzfristig auf eine deutliche Kurserholung setzt. Im Verlauf des Tages kletterte die Aktie bis auf 2,61 US‑Dollar und schloss bei 2,59 US‑Dollar – dem höchsten Niveau seit November 2025.
Inhaltlich lieferte das AMA einige klare Botschaften:
- Das Management möchte einen Reverse Stock Split unbedingt vermeiden, sieht sich aber „gezwungen“, diesen Schritt zu gehen, falls der aktuelle Antrag zur Ausweitung der Aktienzahl scheitert.
- Das Unternehmen will seine Aktivitäten im Bereich Stromversorgung für KI‑Rechenzentren ausbauen.
- Der künftige CEO Jose Luis Crespo soll in einem weiteren AMA im März zusätzliche Details zur Strategie liefern.
Damit wurden sowohl Hoffnungen auf neue Wachstumsfelder als auch Sorgen über mögliche technische Maßnahmen am Aktienkapital gleichzeitig angestoßen.
Walmart-Deal entschärft Verwässerungsdruck
Parallel kam es zu einer wichtigen Anpassung der Zusammenarbeit mit Walmart. Der Handelsriese verzichtete auf 30 Millionen bereits zustehende Aktien sowie weitere 7 Millionen noch nicht unverfallene Aktien aus einer älteren Optionsvereinbarung. Im Gegenzug schloss Plug Power ein Lizenzabkommen mit Walmart.
Die ursprünglichen Warrants gaben Walmart das Recht auf mehr als 55 Millionen Aktien. Zur Bedienung hätte Plug Power 42 Millionen neue Aktien ausgeben müssen – ein weiterer spürbarer Verwässerungseffekt für bestehende Anleger. Durch den Verzicht von Walmart sinkt dieser unmittelbare Druck deutlich. Das nimmt dem Markt zumindest einen Teil der strukturellen Sorgen rund um die Aktienflut.
Entscheidende Abstimmung Ende Januar
Im Zentrum der kommenden Woche steht nun die außerordentliche Hauptversammlung am 29. Januar. Auf der Agenda stehen drei Vorlagen, die eng miteinander verknüpft sind:
- Anpassung der Abstimmungsregeln: Künftig soll eine einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen ausreichen, nicht mehr eine Mehrheit aller stimmberechtigten Aktionäre.
- Verdoppelung der genehmigten Aktienzahl von 1,5 Milliarden auf 3 Milliarden.
- Eine Vorsichtsregel, die es erlaubt, die Versammlung zu vertagen, falls nicht ausreichend Stimmen zusammenkommen.
Laut jüngsten SEC‑Unterlagen hätte Plug Power ohne zusätzliche genehmigte Aktien ab dem 28. Februar 2026 ein Problem: Das Unternehmen könnte dann vertragliche Verpflichtungen nicht mehr erfüllen, kein neues Eigenkapital zur Finanzierung des laufenden Betriebs aufnehmen und seine Geschäftsstrategie nur eingeschränkt umsetzen. Genau deshalb misst der Markt dieser Abstimmung so große Bedeutung bei.
Die in Aussicht gestellte Vermeidung eines Reverse Splits hängt damit direkt an der Zustimmung zur Ausweitung der genehmigten Aktienzahl. Scheitert der Antrag, bliebe dem Management nach eigener Darstellung kaum eine Alternative zu diesem Schritt.
Fundamentale Lage bleibt angespannt
Hinter der ganzen Strukturdebatte steht ein Unternehmen, das operativ weiter mit schweren Verlusten kämpft. Die jüngsten Quartalszahlen zeichnen ein schwieriges Bild:
- Q3‑Umsatz: 177 Millionen US‑Dollar, nur 1,7 % Wachstum im Jahresvergleich
- Quartalsverlust: 361 Millionen US‑Dollar
- Erlöse aus Equipment-Verkäufen: Rückgang von 107 auf 96 Millionen US‑Dollar
- Free Cashflow (letzte zwölf Monate): Minus rund 904,4 Millionen US‑Dollar
Trotz eines 1,6‑Milliarden‑US‑Dollar‑Darlehens des US‑Energieministeriums ist die Bilanz deutlich verwässert worden: Die ausstehenden Aktien stiegen seit 2021 von 566 Millionen auf aktuell 1,2 Milliarden Stück. Parallel dazu hat die Aktie über drei Jahre rund 84 % und über fünf Jahre etwa 96 % an Wert verloren.
Die derzeitige Kursentwicklung wirkt vor diesem Hintergrund eher wie ein Versuch der Stabilisierung nach einem langen Absturz als wie eine neue Hausse. Der Schlusskurs vom Freitag bei 2,49 US‑Dollar liegt zwar deutlich über dem 52‑Wochen‑Tief von 0,63 US‑Dollar, aber weiterhin weit unter dem Hoch von 3,51 US‑Dollar im vergangenen Oktober.
Kursreaktion und Ausblick
Nach dem Reddit‑getriebenen Kurssprung am Donnerstag hat die Aktie am Freitag einen Teil der Gewinne wieder abgegeben und schwächer geschlossen. Das ändert aber nichts daran, dass das Papier mit einem Plus von knapp 12 % seit Jahresbeginn und einem Abstand von rund 47 % über dem 200‑Tage‑Durchschnitt zuletzt spürbar Boden gutgemacht hat.
Kurzfristig dürfte die Abstimmung am 29. Januar den Takt vorgeben. Kommt die Zustimmung zur Ausweitung des genehmigten Kapitals zustande, gewinnt das Unternehmen Zeit, um seine Finanzierung zu sichern und die angekündigten Schwerpunkte – inklusive der Chancen im KI‑Rechenzentrumsbereich – weiter zu konkretisieren. Scheitert der Antrag, würden der erwartete Reverse Split und die eingeschränkte Finanzierungsmöglichkeiten die Diskussion um Plug Power sofort wieder dominieren.
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