Plug Power: Delaware-Gericht lässt Klage zu
Bundesrichterin lässt zentrale Vorwürfe zu Wasserstoffzielen und Umsatzprognosen von 2022 zu. Aktie fällt trotz Fortschritten im Louisiana-Werk um fünf Prozent.

- Klage gegen Wasserstoffziele zugelassen
- Aktie fällt trotz Werksbesichtigung
- Management hält an Profitabilitätszielen fest
- Quartalszahlen im Mai als nächster Test
Ausgerechnet während Plug Power Investoren durch sein Wasserstoffwerk in Louisiana führte, traf das Unternehmen eine unangenehme Nachricht aus Delaware. Ein Bundesrichter ließ zentrale Teile einer Aktionärsklage zu — ein juristischer Rückschlag in einem Moment, in dem das Management gerade dabei ist, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen.
Richterin Jennifer L. Hall vom US District Court in Delaware wies zwar Teile der Klage ab, ließ jedoch Vorwürfe rund um Plug Powers Wasserstoffproduktionsziele für Ende 2022 sowie eine umstrittene Umsatzprognose aus demselben Jahr passieren. Kern der verbliebenen Anschuldigungen: Ob die damaligen Wachstumsprognosen irreführend waren — in einer Phase, in der das Unternehmen aggressiv expandierte und dabei stark auf externe Finanzierung angewiesen war.
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Investor-Tour und Klage fallen zusammen
Das Timing war unglücklich. Während Plug Power gemeinsam mit der Investmentbank Oppenheimer Analysten und Investoren durch das St.-Gabriel-Werk in Louisiana führte, rutschte die Aktie in den USA um rund fünf Prozent ab. Das Werk ist Teil eines Produktionsverbunds in Louisiana, Georgia und Tennessee mit einer nominalen Gesamtkapazität von rund 40 Tonnen Wasserstoff pro Tag.
Das Management hält dennoch Kurs. Intern spricht man von „Full Execution Mode“ — mit Fokus auf nicht-verwässernde Finanzierungsquellen und operative Disziplin. Geplante Asset-Verkäufe sollen 275 Millionen Dollar einbringen; die erste von drei Transaktionen ist bereits abgeschlossen und soll im ersten Halbjahr 2026 schließen.
Profitabilitätsziele bleiben ambitioniert
Die Roadmap des Managements sieht positives EBITDAS im vierten Quartal 2026, positives operatives Ergebnis bis Ende 2027 und vollständige Profitabilität bis Ende 2028 vor. Für 2026 erwartet Plug Power ein Umsatzwachstum in ähnlicher Größenordnung wie das Plus von rund 13 Prozent im Vorjahr — getragen vor allem durch Materialhandling und Elektrolyseure. Den Elektrolyseur-Umsatz bezifferte das Unternehmen für 2025 auf Rekordhöhe von 188 Millionen Dollar; die Pipeline in diesem Segment liegt bei rund acht Milliarden Dollar.
Belastend wirken weiterhin Zölle auf chinesische Komponenten und europäische Elektrolyseur-Importe, die den Übergang zu heimischen Lieferanten verzögern und die Kostenstruktur unter Druck setzen könnten.
Aktie erholt sich — Quartalszahlen als nächster Test
An der Frankfurter Börse notiert Plug Power aktuell bei 2,73 Euro, ein Plus von rund 1,3 Prozent gegenüber dem Vortag. Bemerkenswert ist die Erholung der vergangenen Monate: Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 44 Prozent zugelegt und liegt damit weit über ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 1,93 Euro.
Der nächste konkrete Prüfstein kommt im Mai: Dann legt Plug Power seine Zahlen für das erste Quartal 2026 vor. Der Konsens erwartet einen Umsatz von knapp 174 Millionen Dollar und einen Verlust von 0,10 Dollar je Aktie. Ob das Unternehmen dabei zeigen kann, dass Margendisziplin und Anlagenauslastung tatsächlich greifen, wird die Klage aus Delaware nicht verschwinden lassen — aber zumindest relativieren.
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