PNE Wind in unruhigem Fahrwasser

Wo wird die Reise bei PNE Wind hingehen? Die Frage beschäftigt derzeit den Markt und eine Klärung wird es wohl erst auf der Hauptversammlung am 16. Juni geben.

 

© PNE Wind
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Offen ist jedoch, ob das Ergebnis die Anleger dann zufrieden stellen wird. Denn so richtig klar ist hier noch gar nichts.

 

Volker Friedrichsen soll PNE verlassen

Der Aufsichtsrat von PNE hat beschlossen, dass die derzeitigen Mitglieder Volker Friedrichsen, Astrid Zielke und Peter Baron von le Fort abberufen werden sollen. Die Entscheidung hierüber fällt auf der Hauptversammlung.

Friedrichsen ist über die Volker Friedrichsen Beteiligungs GmbH mit fast 16% Anteilen der größte Einzelaktionär von PNE Wind. Die beiden anderen Mitglieder, die abberufen werden sollen, wurden durch von Friedrichsen kontrollierte Stimmen auf der letzten Hauptversammlung in ihre Positionen berufen.

Interessenkonflikte sollen der Hauptgrund sein. PNE Wind beruft sich hier auf den Deutschen Corporate Governance Kodex. Dieser gibt in seinen Empfehlungen vor, dass bei wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenskonflikten in der Person eines Aufsichtsratsmitgliedes das Mandat beendet werden sollte.

Die Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen, die im Zusammenhang mit dem Erwerb der Beteiligung an der WKN AG stehen und Wettbewerbstätigkeiten der reconcept GmbH führen nach Meinung des Aufsichtsrates genau zu diesem dauerhaften Interessenskonflikt.

Möglich ist aber auch, dass sich Friedrichsen auf der Hauptversammlung durchsetzt und lediglich eine Umbesetzung des Vorstandes zur Folge hat. Das dürfte die Anleger dann weniger erfreuen und sich negativ auf die Aktie auswirken.

 

Jahresstart verläuft für PNE eher verhalten

PNE Wind konnte im 1. Quartal des Geschäftsjahres einen Umsatzerlös von 15,2 Mio. Euro verbuchen. Zum Vergleich, im Vorjahresquartal wurden noch 32,9 Mio. Euro erzielt. Das EBIT sank von -0,8 Mio. Euro im Vorjahr auf -6 Mio. Euro. Dies entspricht einem verwässerten Ergebnis je Aktie von -0,12 Euro.

Der Vorstand von PNE Wind sieht sich jedoch für das laufende Jahr gut gerüstet. Die Projektpipeline soll gut gefüllt sein. Per Ende März befanden sich in Onshore-Windparks in Deutschland mit einer Nennleistung von 95 Megawatt im Bau.

Die britische Tochter sucht derweil nach einem Finanzpartner. Dadurch sollen die in der Entwicklung befindlichen Projekte schnell realisiert werden. Erste Gespräche zeigten, dass nicht nur Interesse an der Projektbeteiligung besteht, sondern auch an Anteilen der PNE Wind UK. Derzeit wird dort eine Projekt-Pipeline mit mehr als 1.100 Megawatt bearbeitet.

Die Prognose wurde vom Vorstand bestätigt und gilt kumuliert für die Jahre 2014 bis 2016. Danach soll das EBIT 110 bis 130 Mio. Euro erreichen. Wird das YieldCo-Konzept realisiert, stellte PNE Wind eine Anhebung dieser Prognose in Aussicht.

YieldCo bedeutet, dass bestimmte Projekte fertig gestellt werden und im Anschluss daran in einer Gesellschaft gebündelt werden. Von dieser sollen dann ca. 75% der Anteile im Jahr 2016 bei Investoren platziert werden. Dadurch erhofft sich PNE Wind höhere Erträge als durch den Einzelverkauf von Projekten.

 

Aktie von PNE Wind mit positiven Impulsen

Der Markt nahm die geplante Abberufung wie oben ausgeführt anscheinend positiv auf. In der Folge konnte die Aktie im gestrigen Tagesverlauf um 0,05% zulegen.

Und das, nachdem der Wert zuvor bis nahe dem Tief von Oktober letzten Jahres gefallen war. Die Quartalszahlen können als Grund hier eher nicht angeführt werden, da diese unseres Erachtens nach eher mau waren. Anscheinend spiegelt sich hier die Hoffnung der Anleger wider, dass Friedrichsen seinen Platz räumen muss und wieder Ruhe in die Vorstandsetage einkehren kann.

150512 PNE

Ruhe, um sich ungehindert den Hauptaufgaben dieses Konzerns zu widmen und nicht seine Zeit mit Streitigkeiten zu verbringen. Der Blick auf den 5-Jahres-Chart zeigt, dass sich die Aktie von PNE Wind durchaus schon auf ein anderes Niveau hochgearbeitet hat. Aus dem Blick verlieren sollte man die kritische Grenze bei 2,20 Euro jedoch nicht.

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