PNE Wind: Kann das wirklich ein Neustart werden?

Der Windpark-Projektierer PNE Wind hat Ende letzter Woche eine tiefgreifende personelle Neuausrichtung angekündigt. Denn nachdem die Gesellschaft faktisch gelähmt war durch den anhaltenden Streit zwischen dem Vorstand und Teilen des Aufsichtsrats mit Großaktionär Volker Friedrichsen und seinen Mannen im Aufsichtsrat, sollen nun alle Beteiligten aus den Führungspositionen ausscheiden.

 

© PNE Wind
© PNE Wind

Der Plan klingt sauber: Der bisherige Vorstandschef Martin Billhardt wird Ende September aus dem Unternehmen ausscheiden. Gleichzeitig soll der gesamte Aufsichtsrat neu besetzt werden. Temin dafür ist die nach aktuellem Stand am 23. Oktober stattfindende Neuauflage der bekanntlich zuvor nicht zu Ende geführten Hauptversammlung Mitte Juni.

 

PNE Wind gibt neuem Chef vielen Hausaufgaben auf den Weg

Wer in die Fußstapfen von Vorstandschef und Aufsichtsrat treten soll, ist bis dato aber gänzlich unbekannt. Dass es Leute mit ausgewiesener Expertise im Bereich Erneuerbare Energien und besonders Windparks sein sollten, versteht sich von selbst. Aber der Markt weiß natürlich auch, dass in der Branche viele Zugvögel unterwegs sind, deren Track Rekord, vorsichtig ausgedrückt, nicht sonderlich beeindruckend ist.

Damit geht natürlich ein großes Risiko einher. Denn der neue Chef startet aus einer schwierigen Ausgangslage. Zwar hatte PNE Wind, wie berichtet, gute Quartalszahlen vorgelegt. Doch diese waren in Teilen schon kritikwürdig, insbesondere mit Blick auf die Einnahmen aus dem von Billhardt noch initiierten Verkauf der britischen Tochter sowie die Unwägbarkeiten beim Aufbau der YieldCo-Aktivitäten.

 

Werden die Altaktionäre ruhig bleiben?

Hinzu kommt, dass mit der Demission von Billhardt und dem Aufsichtsrat nicht unbedingt die Querelen unter den einzelnen Aktionärsgruppen beendet sind. Friedrichsen wird nicht komplett auf seine Einflussmöglichkeiten verzichten. Und auch die anderen Aktionäre aus bisher verantwortlicher Position dürften hinter den Kulissen weiter mitreden wollen.

 

Keine Vorschusslorbeeren für die Aktie

Unter dem Strich ist also trotz der durchaus mutigen und sinnvollen Ankündigung noch nichts entschieden und geklärt. Das wird wahrscheinlich vorerst weiter auf der Aktie lasten. Der bisherige Abgabedruck dürfte zwar abnehmen, doch ist das nicht gleichbedeutend schon wieder mit einem Schwenk zu Kaufdruck und steigenden Kursen.

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Insofern würden wir gegenüber PNE Wind eher in einer neutralen Position bleiben. Wenn klarer wird, wer der neue Chef sein soll, wird darüber neu zu entscheiden sein.

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