PNE Wind: Kehrt jetzt Ruhe ein?

Der Windpark-Projektierer PNE Wind hat in diesem Jahr turbulente Zeiten hinter sich bringen müssen. Der Machtkampf in den Führungsetagen stellte Anleger auf eine harte Probe und lähmte das Unternehmen regelrecht.

 

© PNE Wind
© PNE Wind

Im vergangenen Monat trat der Aufsichtsrat nun geschlossen zurück. Nachfolgend wurden sechs neue Kontrolleure bestellt. Als Vorstandsvorsitzender fungiert nunmehr Markus Lesser, der bisher verantwortlich für das operative Geschäft war. Allerdings zeigten die Aktionäre auch hier einigen Unmut, da PNE Wind es nicht einmal für nötig hielt, eine Information über diese Personalentscheidung zu verkünden.

 

Steht PNE Wind ein neuer Sturm ins Haus?

Die Hoffnung ruht nun darauf, dass Ruhe in die Führungsetage einkehrt und man sich ausschließlich auf das Geschäft konzentrieren kann. Diese Hoffnung könnte jedoch zunichte gemacht werden. Auf der Hauptversammlung wurde seitens der Aktionäre die Bestellung eines Sonderprüfers beschlossen. Hintergrund ist die lückenlose Aufklärung hinsichtlich der Vergütung für das Management seit 2008.

Neben den eigentlichen Bezügen sollen auch Reisekosten, Rechnungen, geschlossene Vereinbarungen und etwaige Zuwendungen an Personen, die dem Vorstand nahe stehen, auf den Prüfstand. Luxusreisen von Ex-Chef Martin Billhardt u. a. nach Südafrika und Tokio auf Firmenkosten zogen den Zorn der Anleger nach sich. Es bleibt abzuwarten, ob und was hier nach Abschluss der Prüfung herauskommt.

 

Deutliche Gewinnsteigerung

Heute gab PNE Wind die Neun-Monats-Zahlen für dieses Geschäftsjahr bekannt. Nach diesen lag die Gesamtleistung nach 201,5 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum jetzt bei 189,5 Mio. Euro. Beim EBIT erzielte der Konzern eine deutliche Steigerung von 7,7 Mio. Euro zuvor auf 16,7 Mio. Euro. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie stieg von 0,00 Euro im Vorjahr auf 0,13 Euro.

Zugleich wies PNE Wind auf erste positive Auswirkungen des Verkaufs des Tochterunternehmens in Großbritannien hin. Gewinne vor Steuern in Höhe von rund 17 Mio. Euro aus Projekten die für YieldCo gebaut wurden, sind im aktuellen EBIT noch nicht enthalten. Für die kommenden Jahre erwartet der Vorstand einen positiven Einfluss auf das Konzernergebnis durch weitere Meilensteinzahlungen aus dieser Transaktion. Bis zum Jahr 2020 sollen hier bis zu 86,4 Mio. Euro fließen.

 

YieldCo-Projekte belasten das 3. Quartal

Die Gesamtleistung im 3. Quartal lag bei 99,7 Mio. Euro nach 66,8 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Das EBIT sank von 4,9 Mio. Euro im Jahr zuvor auf -7,3 Mio. Euro. Begründet wurde dieser Rückgang im Wesentlichen mit der konzerninternen Entwicklung von Projekten für die YieldCo.

Per Ende September waren Windparks mit knapp 120 MW Nennleistung im Bau und fertiggestellt. Davon wurde ein in Betrieb genommener Windpark mit einer Leistung von 57,6 MW an die YieldCo übertragen. Auf die YieldCo richtet sich auch weiterhin der Fokus von PNE Wind mit dem Ziel, die operative und strategische Entwicklung weiter voranzutreiben. Insgesamt sind hier Projekte mit einer Gesamtnennleistung von bis zu 150 MW vorgesehen. Windparks mit fast 94 MW Nennleistung sind davon bereits in Betrieb oder befinden sich im Bau.

Der Vorstand wies darauf hin, dass für den Aufbau von YieldCo zwar erst einmal gewisse Vorleistungen verbunden sind. Insgesamt sei der Konzern jedoch davon überzeugt, dass diese sich auszahlen werden. Durch den Stromverkauf und auch den Einnahmen aus dem Betriebsmanagement der Anlagen sichert sich der Konzern stabile Erträge.

 

Ausblick stabil

Die Prognose hinsichtlich des EBIT wurde bestätigt. Danach will PNE Wind für die Jahre 2014 bis 2016 kumuliert ein EBIT von 110 bis 130 Mio. Euro erreichen. Bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres könnte das EBIT zwischen 30 bis 40 Mio. Euro liegen.

 

Aktie schwächelt leicht

Die Aktie reagierte bisher mit einem leichten Verlust auf das Zahlenwerk. Mit einem Kurs von aktuell 2,38 Euro notieren die Papiere jedoch auf einem recht guten Niveau wie der Blick in die Vergangenheit zeigt.

151109 PNE

Unsere Einschätzung halten wir dennoch weiterhin auf einer neutralen Position. Zwar ist nun vorerst wieder Ruhe in die Vorstandsetage eingekehrt und damit auch die Chance, sich wieder auf das Kerngeschäft zu konzentrieren. Allerdings steht der neue Vorstandschef noch vor jeder Menge Aufgaben, so dass abzuwarten bleibt, inwieweit diese zur Zufriedenheit der Aktionäre erledigt werden können.

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