POET: 47-Prozent-Absturz nach Marvell-Bruch

Sammelklagen gegen POET Technologies nach Auftragsstopp durch Marvell. Aktie verliert massiv, trotz frischer Milliarden-Finanzierung.

Die Kernpunkte:
  • Sammelklagen wegen Geheimnisverrat
  • Marvell storniert alle Bestellungen
  • Aktie stürzt um 47 Prozent ab
  • 400 Millionen Dollar Finanzierung gesichert

POET Technologies erlebt turbulente Tage. Der Halbleiterkonzern sammelte gerade 400 Millionen US-Dollar bei einem Großinvestor ein. Parallel dazu rollt eine Welle von Sammelklagen an. Renommierte Kanzleien wie Pomerantz rufen Anleger auf. Der Vorwurf wiegt schwer: Geheimnisverrat und Wertpapierbetrug.

Geplatzte Aufträge und Kurssturz

Auslöser der juristischen Offensive ist ein geplatzter Deal. Marvell Semiconductor stornierte Ende April sämtliche ausstehenden Bestellungen bei POET. Diese Produktionsaufträge galten als zentraler Baustein für die kommerzielle Entwicklung des Unternehmens.

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Marvell begründet den harten Schnitt mit Vertragsbruch. POET soll vertrauliche Details zu Bestellungen und Lieferungen unautorisiert veröffentlicht haben. Die Folge: Ein brutaler Ausverkauf. Als der Verlust der Aufträge am 27. April bekannt wurde, stürzte die Aktie ab. Der Kurs brach an einem einzigen Handelstag um gut 47 Prozent auf 7,95 US-Dollar ein.

Hinzu kommt ein weiteres juristisches Problem. Die Klagen werfen dem Management vor, den steuerlichen Status des Unternehmens verschleiert zu haben. POET gilt nach US-Recht offenbar als passive ausländische Investmentgesellschaft. Das kann für amerikanische Aktionäre erhebliche steuerliche Nachteile bedeuten.

Steuer-Falle und frisches Kapital

Trotz dieser Turbulenzen sicherte sich das Unternehmen frisches Geld. Mitte Mai schloss POET eine Finanzierungsrunde über 400 Millionen US-Dollar ab. Ein einzelner institutioneller Investor zahlte dabei 21 US-Dollar je Anteil. Das Kapital soll die Produktionskapazitäten für KI-Chips verzehnfachen.

Am Markt verpuffte die Euphorie über den Geldregen schnell. Die Verwässerung der Altaktionäre und die rechtlichen Risiken drücken die Bewertung. Aktuell notiert das Papier bei 14,59 US-Dollar. Damit liegt der Kurs deutlich unter dem Ausgabepreis der neuen Aktien.

Führungswechsel in der Krise

Das Management muss nun an mehreren Fronten kämpfen. Sandeep Kumar übernimmt als neuer operativer Chef. Derweil kündigte Finanzvorstand Thomas Mika seinen Rückzug an. Ein Nachfolger wird noch gesucht.

Operativ steckt POET mitten im teuren Umbau. Im ersten Quartal stieg der Umsatz zwar auf gut 500.000 US-Dollar. Unter dem Strich stand jedoch ein Verlust von 12,3 Millionen US-Dollar. Bis zum 29. Juni haben geschädigte Anleger nun Zeit, sich für die Sammelklage zu registrieren. Auf der kommenden Hauptversammlung dürften die geplatzten Verträge das dominierende Thema werden.

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