POET Technologies Aktie: 15,7% Wochenminus nach Freitagsverkauf
Nach starkem Mai rutscht POET Technologies mit Wochenminus von 15,7 Prozent ab. Analysten sehen intakten Aufwärtstrend trotz geringer Umsätze.

- Wochenminus von rund 15,7 Prozent
- Freitag mit stärkstem Tagesverlust
- KI-Partnerschaften treiben Fantasie
- Umsätze noch minimal bei 503.389 Dollar
Nach einem Kursanstieg von fast 73 Prozent im Mai tritt POET Technologies nun in eine kritische Korrekturphase ein. Der Freitag brachte den stärksten Tagesverlust der Woche — und verwandelte eine scheinbar ruhige Seitwärtsbewegung in ein klares Wochenminus.
Freitagsverkauf reißt die Woche ins Minus
Von Montag bis Mittwoch pendelte die Aktie eng zwischen 13,26 und 13,35 Dollar. Dann kam der Freitag. Mit einem Tagesrückgang von 7,28 Prozent schloss das Papier bei 12,30 Dollar — nach einem Intraday-Tief von 11,50 Dollar. Gegenüber dem Vorwochenschluss von 14,59 Dollar ergibt das ein Wochenminus von rund 15,7 Prozent.
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Das Handelsvolumen lag am Freitag bei 30,7 Millionen Aktien. Das klingt viel, ist aber deutlich unter dem 20-Tage-Durchschnitt von 59,2 Millionen Stück. Mitte Mai wurden an einzelnen Tagen über 100 Millionen Aktien gehandelt. Der jüngste Abverkauf kam also auf vergleichsweise dünner Basis.
KI-Optik als Fundament — aber noch weit von Umsätzen entfernt
Die Kursrally im Mai speiste sich aus konkreten Ankündigungen. POET Technologies vermeldete eine Zusammenarbeit mit LITEON, ein gemeinsames Entwicklungsprojekt für einen 1,6T-Transceiver mit Lessengers sowie einen Rahmenvertrag mit Lumilens. Letzterer umfasst eine erste Bestellung über 50 Millionen Dollar für optische Engines.
Das Produktportfolio zielt auf 800G- und 1,6T-Transceiver sowie künftige Near-Package- und Co-Packaged-Optics-Lösungen. Engineering-Muster sollen Ende 2026 folgen. Die Serienproduktion ist für 2027 geplant — ausgerichtet auf Hyperscaler-Deployments.
Das Problem: Die Umsätze sind bislang minimal. Im ersten Quartal 2026 erzielte POET Technologies gerade einmal 503.389 Dollar an Erlösen. Der Nettoverlust lag bei 12,3 Millionen Dollar, oder 0,08 Dollar je Aktie. Anleger wetten auf eine Zukunft, die noch zwei Jahre entfernt ist.
Technisches Bild: Korrektur im Aufwärtstrend
Trotz des Wochenverlusts bleibt die übergeordnete Trendstruktur intakt. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 9,49 Dollar, der 200-Tage-Durchschnitt bei 7,03 Dollar. Mit dem Freitagsschluss von 12,30 Dollar notiert die Aktie rund 30 Prozent über der 50-Tage-Linie und 75 Prozent über der 200-Tage-Linie.
Kurzfristig definieren zwei Marken das Bild: Das Tief vom Freitag bei 11,50 Dollar ist die erste Unterstützung. Auf der Oberseite scheiterte die Aktie am 27. und 28. Mai mehrfach an der 13,55-Dollar-Marke. Das Wochenhoch lag bei 15,08 Dollar.
Ob die Aktie diese Spanne nach oben verlässt, hängt weniger von der Charttechnik ab als von handfesten Fortschritten: Qualifikationsmeilensteine für die optischen Engines, Ausbau der Fertigungskapazitäten in Malaysia mit aktuell 20.000 Quadratfuß Montagefläche und mögliche Akquisitionen zur Erweiterung des Produktportfolios. Das sind die Faktoren, die den nächsten Schub liefern — oder ausbleiben.
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