POET Technologies Aktie: 400 Millionen Dollar am 18. Mai

POET Technologies sichert sich 400 Millionen US-Dollar und erweitert den Vorstand. Die ambitionierten Produktionsziele für optische Engines rücken in greifbare Nähe.

Die Kernpunkte:
  • Kapitalzufluss von 400 Millionen US-Dollar
  • Zwei neue Vorstandsmitglieder berufen
  • Produktionsziel: 30.000 optische Engines 2026
  • Q2-Zahlen mit erwartetem Verlust

POET Technologies hat binnen weniger Tage gleich zwei Weichen für die kommenden Jahre gestellt: Der Chiphersteller aus dem Bereich optischer Halbleiterlösungen hat seinen Vorstand mit Branchenexperten verstärkt und sich frisches Kapital in dreistelliger Millionenhöhe gesichert. Parallel dazu steht die Veröffentlichung der Zahlen zum zweiten Quartal an, die am gestrigen Montag fällig war.

Kapitalspritze für Fertigung und Forschung

Am 18. Mai schloss POET eine registrierte Direktplatzierung über 400.000.020 US-Dollar ab. Ein einzelner institutioneller Investor zeichnete dabei 19.047.620 Stammaktien samt einer gleichen Anzahl dreijähriger Warrants zu einem Einheitspreis von 21,00 US-Dollar, die Warrants tragen einen Ausübungspreis von 26,25 US-Dollar.

Nach eigenen Angaben will das Unternehmen die Mittel in den Ausbau der Fertigungskapazitäten, mögliche Zukäufe, Forschung und Entwicklung sowie die beschleunigte Entwicklung eigener Lichtquellen stecken.

Über die vergangenen zwölf Monate hat POET damit insgesamt rund 830 Millionen US-Dollar über Eigenkapitalmaßnahmen eingesammelt, wie das Unternehmen auf seiner Hauptversammlung Ende Juni mitteilte.

Neue Köpfe im Aufsichtsgremium

Zum 1. August berief POET den Optikveteranen Dr. Bardia Pezeshki sowie die auf Governance und geistiges Eigentum spezialisierte Jean F. Rankin in den Vorstand.

Im Gegenzug schied der langjährige Direktor Jean-Louis Malinge aus persönlichen Gründen aus. Beide neuen Mitglieder erhielten bereits im Mai jeweils 21.460 Restricted Share Units im Rahmen des Omnibus-Incentive-Plans 2026, die im Juni 2027 vesten.

Der personelle Umbau fällt in eine Phase, in der POET seine operative Basis deutlich verbreitert: Auf der Hauptversammlung nannte das Unternehmen mehr als zehn aktive Kundenprojekte, von denen jedes künftig ein jährliches Umsatzpotenzial von über 100 Millionen US-Dollar tragen soll.

Für 2026 peilt POET den Versand von mehr als 30.000 optischen Engines an, bis Ende 2027 soll die Produktion auf eine Million Einheiten pro Monat hochgefahren werden. Für die zweite Jahreshälfte sind zudem Investitionen von rund 50 Millionen US-Dollar sowie rund 50 zusätzliche Stellen eingeplant.

Ein konkretes Beispiel für die wachsende Kundenbasis lieferte im Mai die Vereinbarung mit Lumilens: Der Partner platzierte eine Erstbestellung über 50 Millionen US-Dollar für Engines auf Basis der Electrical-Optical-Interposer-Plattform von POET, mit einem Potenzial von mehr als 500 Millionen US-Dollar über fünf Jahre.

Q2-Zahlen stehen im Raum, Q1 als Referenz

Im ersten Quartal, das POET Mitte Mai vorlegte, erlöste das Unternehmen 503.389 US-Dollar – ein Vielfaches der 166.760 US-Dollar aus dem Vorjahresquartal. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 12,3 Millionen US-Dollar beziehungsweise 0,08 US-Dollar je Aktie, in dem 4,5 Millionen US-Dollar Forschungsaufwand und 3,4 Millionen US-Dollar aktienbasierte Vergütung enthalten waren.

Für das zweite Quartal, dessen Zahlen am gestrigen Montag anstanden, hatte der Analystenkonsens im Vorfeld einen Verlust von 0,07 US-Dollar je Aktie veranschlagt.

Ein Finanzdienstleister berichtete zudem, dass Insider in den vergangenen 90 Tagen netto Aktien im Wert von rund 1,8 Millionen US-Dollar verkauft hätten, ohne dass Käufe gegenüberstanden – ein Randaspekt angesichts der parallel deutlich gestiegenen Notierung.

Kursbild bleibt volatil

An der Börse bewegt sich POET zwischen Euphorie und Konsolidierung. Aktuell notiert die Aktie bei 7,46 Euro und legt am heutigen Dienstag um 1,50 Prozent zu. Über zwölf Monate steht dennoch ein Plus von 57,22 Prozent zu Buche – ein Beleg dafür, wie stark das Papier von der Wachstumsstory getragen wurde.

Zugleich liegt der Kurs derzeit 10,57 Prozent unter seinem gleitenden 50-Tage-Durchschnitt, ein Hinweis darauf, dass sich die Rally der vergangenen Monate zuletzt abgekühlt hat. Anleger dürften nun genau beobachten, ob die frischen Mittel und der erweiterte Vorstand die ambitionierten Produktionsziele tatsächlich untermauern können.

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