POET Technologies Aktie: 47-Prozent-Crash am 27. April
Sammelklage wegen falscher Steuerdarstellung belastet POET Technologies. Trotz Produktionsfortschritten bleibt die Aktie stark unter Druck.

- Sammelklage wegen PFIC-Fehldarstellung
- Kurssturz von bis zu 47 Prozent
- Produktionshochlauf liegt im Zeitplan
- Rechtliche Risiken überlagern positive Signale
Die Aktie von POET Technologies erlebt eine Achterbahnfahrt. Am Freitag schloss sie bei 8,34 Euro und legte um 8,45 Prozent zu – eine Erholung nach einem turbulenten Tag zuvor. Doch die Stimmung bleibt angespannt.
Denn eine Sammelklage belastet das Unternehmen schwer. Aktionäre werfen POET vor, den US-Steuerstatus falsch dargestellt zu haben. Konkret geht es um die Einstufung als Passive Foreign Investment Company (PFIC). Ein leitender Angestellter soll zudem in einem Interview eine Vertraulichkeitsvereinbarung verletzt haben. Die Folge: Celestial AI, eine Marvell-Tochter, stornierte angeblich alle Bestellungen.
Der Tag des Schocks
Am 27. April 2026 brach die Aktie daraufhin intraday um bis zu 47 Prozent ein. Am vergangenen Donnerstag verlor das Papier im US-Handel erneut 11,13 Prozent. Anleger reagieren weiterhin verunsichert.
Die Anwaltskanzleien rufen betroffene Aktionäre auf, die zwischen dem 1. und 27. April 2026 eingestiegen sind, eine Führungsrolle im Verfahren zu übernehmen.
Positive Signale vom Markt
Trotz der Krise gibt es auch positive Nachrichten. Auf der Hauptversammlung am 26. Juni bestätigte das Management: Der Produktionshochlauf für optische Module liegt im Zeitplan. Die ersten größeren Auslieferungen sollen in der zweiten Jahreshälfte 2026 starten. Bis Ende 2027 plant POET eine Kapazität von bis zu einer Million Einheiten pro Monat. Das Unternehmen sammelte in den letzten zwölf Monaten 830 Millionen Dollar Eigenkapital ein, davon 50 Millionen Dollar für neue Maschinen.
Doch die Börse blendet das aus. Auf Sicht von 30 Tagen verlor die Aktie 37,10 Prozent. Der Kurs liegt zudem 55,73 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 18,84 Euro.
Die juristischen Risiken überlagern derzeit jedes positive Signal. POET Technologies bleibt ein frühes Wachstumsunternehmen mit niedrigen Umsätzen und Verlusten. Der Erfolg hängt davon ab, ob das Unternehmen die Produktion hochfährt und gleichzeitig den Rechtsstreit in den Griff bekommt.
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