POET Technologies Aktie: August wird zur Nagelprobe
Die Aktie von POET Technologies verliert weiter an Wert. Anleger fokussieren sich auf die anstehenden Quartalszahlen im August als möglichen Wendepunkt.

- Aktie verliert fast 35 Prozent in 30 Tagen
- Charttechnische Unterstützung unter 200-Tage-Linie verloren
- Quartalszahlen im August als möglicher Wendepunkt
- Sammelklagen und Kapitalerhöhung belasten zusätzlich
POET Technologies rutscht weiter ab. Am Freitag verlor die Aktie 8,83 Prozent und schloss bei 6,09 Euro. Über die vergangenen 30 Tage summiert sich der Verlust auf fast 35 Prozent. Anleger richten den Blick nun auf August. Dann legt das Unternehmen Quartalszahlen vor, die als Wendepunkt gelten könnten.
Chart zeigt technische Schwäche
Mit dem Rutsch unter die 200-Tage-Linie hat der Titel eine wichtige Unterstützung verloren. Der aktuelle Kurs liegt inzwischen fast 68 Prozent unter dem Jahreshoch von 18,84 Euro aus dem Mai. Der RSI notiert bei 36,2 und nähert sich der Marke von 30, ab der Trader üblicherweise von einer überverkauften Situation sprechen.
Ob sich daraus tatsächlich ein Boden bildet, bleibt offen. Die Handelswoche wird zeigen, ob Käufer bei diesem Niveau einsteigen oder der Titel weiter Richtung Jahrestief abrutscht.
August wird zur Nagelprobe
Die Quartalszahlen im August rücken damit in den Mittelpunkt. Das Management muss dort erklären, wie es mit den Auftragsstornierungen aus früheren Monaten umgeht und wie weit neue Partnerschaften tragen.
Besonders im Fokus steht die im Mai angekündigte Bestellung von Lumilens über 50 Millionen Dollar. Der Rahmenvertrag soll über die nächsten fünf Jahre deutlich wachsen können. Für POET ist er ein wichtiger Ersatz für Umsätze, die nach der Übernahme-bedingten Stornierung bei Celestial AI weggefallen sind.
Produktion soll in der zweiten Jahreshälfte starten
Parallel zu den Zahlen verfolgt das Unternehmen seinen Produktionsplan. Das Management hat den Start der kommerziellen Fertigung optischer Engines für die zweite Hälfte 2026 angekündigt.
Die Strategie läuft unter dem Schlagwort der „drei Cs“: Glaubwürdigkeit, Kapazität und Fähigkeit. POET will damit den Sprung vom Entwicklungsunternehmen zum Serienhersteller schaffen. Ein zentraler Baustein dabei ist die Zusammenarbeit mit Mitsubishi Electric. Gemeinsam entwickeln beide Unternehmen optische Chipsätze für 1,6T- und 3,2T-Anwendungen im Netzwerkmarkt für künstliche Intelligenz.
Klagen belasten die Stimmung
Neben der Chartlage drücken juristische Risiken auf die Aktie. Ende Juli haben sich Sammelklagen zu Offenlegungspflichten und zum steuerlichen Status verschärft. Das zeigt sich auch in der Handelsstatistik: Die annualisierte Volatilität liegt bei knapp 93,4 Prozent.
Zum Start der letzten Juliwoche steht damit ein Duell zweier Kräfte an. Auf der einen Seite technisch orientierte Käufer, die bei diesem Niveau Wert sehen könnten. Auf der anderen Seite die Belastung aus den Klagen und der jüngsten Kapitalerhöhung über 400 Millionen Dollar, die bestehende Aktionäre verwässert hat. Welche Seite die Oberhand behält, dürfte sich spätestens mit den Zahlen im August entscheiden.
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