Porsche AG Aktie: China schrumpft zur Nische

Porsche setzt auf teurere Modelle, geringere Kosten und eine niedrigere Gewinnschwelle, um die operative Marge mittelfristig zu steigern.

Die Kernpunkte:
  • China-Anteil soll höchstens zehn Prozent betragen
  • Teure Modelle sollen stärker ins Gewicht fallen
  • Gewinnschwelle soll unter 200.000 Fahrzeuge sinken
  • Macan mit Verbrennungsmotor für 2028 vorgesehen

Porsche stellt sich darauf ein, künftig höchstens ein Zehntel seiner Fahrzeuge in China zu verkaufen. Auf der Investorenveranstaltung in Weissach präsentierte Konzernchef Michael Leiters seine Strategie „Sportwagenschmiede ’35“. Die Vorzugsaktie legte nach Handelsstart zeitweise knapp drei Prozent zu.

China: kleiner, aber profitabler

Im Spitzenjahr 2020 gingen fast 35 Prozent der Fahrzeuge in die Volksrepublik, 2025 waren es noch knapp 15 Prozent. Leiters spricht von einem „selbstzerstörerischen Preiskampf“ und nennt die Planung „sehr konservativ“. Eine Rückkehr zu früheren Absatzhöhen um jeden Preis sei weder realistisch noch im Interesse der Marke.

Das Händlernetz schrumpft entsprechend, von einst mehr als 150 auf etwa 75 bis 80 Verkaufsstellen bis Jahresende. Aufgeben will Porsche den Markt dennoch nicht. Da keine Produktionsverpflichtungen oder Joint Ventures an bestimmte Volumina binden, könne der Konzern den Absatz bei einer Erholung wieder hochfahren.

Value over Volume

Leiters setzt auf Preismacht statt Stückzahlen. Der Anteil besonders teurer Modelle soll von rund einem Drittel auf fast die Hälfte steigen. Der Durchschnittspreis der teuersten Autos soll bis 2030 von 270.000 auf 330.000 Euro klettern. Geplant sind ein größeres SUV oberhalb des Cayenne und ein Supersportwagen über dem 911er.

Die Gewinnschwelle soll auf unter 200.000 Fahrzeuge sinken. Zuletzt waren viele Konzernteile auf 350.000 Autos ausgelegt. 2025 lieferte Porsche 279.449 Fahrzeuge aus, die operative Marge lag bei nur 1,1 Prozent.

Sparprogramm und Ziele

Die Entwicklungskosten künftiger Baureihen sollen um bis zu 20 Prozent sinken, die Personalkosten in der Fertigung um bis zu 30 Prozent. Die Verkaufs- und Vertriebskosten sollen um 20 Prozent runter, bei den Materialkosten peilt Porsche rund zehn Prozent an. Managementpositionen fallen mittelfristig um 40 Prozent weg. Die Belegschaft soll mittelfristig um 25 Prozent schrumpfen.

Die operative Marge soll mittelfristig 10 bis 15 Prozent erreichen, im ersten Halbjahr 2026 waren es 7,8 Prozent. Beim Umsatz strebt Porsche 41 bis 45 Milliarden Euro an, nach 36,4 Milliarden im Jahr 2025.

JPMorgan-Analyst Jose Asumendi sieht hinter den Umsatzzielen vor allem höhere Preise und einen größeren Anteil teurer Fahrzeuge. Der erwartete Cashflow dürfte aus seiner Sicht Zahlungen an die Aktionäre stützen. Ein Selbstläufer ist der Plan nicht: Weniger Masse gilt in der Autobranche als schwierig, weil Größenvorteile fehlen.

Konkret ist der nächste Meilenstein 2028. Dann soll ein neuer Macan mit Verbrennungsmotor kommen, der die Gewinne beleben und schwächere Chinazahlen ausgleichen soll. Bereits im kommenden Jahr ist ein elektrischer 718 geplant, einen elektrischen 911 soll es nicht geben.

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