Porsche AG Aktie: Kritisches Fahrwasser
Drohende US-Zölle und ein deutlicher Absatzrückgang setzen die Porsche AG unter Druck. Analysten sehen die Margen belastet und bewerten die Aktie überwiegend vorsichtig.

- US-Zolldrohungen bedrohen Exportprofitabilität
- Absatz fiel 2025 um zehn Prozent zurück
- Analysten bestätigen überwiegend vorsichtige Ratings
- Aktienkurs notiert deutlich unter Jahreshoch
Neue US-Zolldrohungen und ein deutlicher Absatzrückgang setzen die Porsche AG zum Jahresauftakt spürbar unter Druck. Besonders die Exportabhängigkeit im Premiumsegment macht den Sportwagenbauer anfällig für zusätzliche Handelsbarrieren. Wie stark wirkt dieser Mix aus Politikrisiko und schwächerer Nachfrage bereits auf Kurs und Perspektive?
US-Zölle als neue Belastung
US-Präsident Donald Trump hat zusätzliche Zölle auf Importe aus mehreren europäischen NATO-Ländern angekündigt, darunter Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Hintergrund ist ein politischer Konflikt um einen von den USA geforderten „vollständigen und umfassenden Kauf Grönlands“.
Konkret geplant sind:
– ab 1. Februar: zusätzliche 10 % Zoll auf alle Waren
– ab 1. Juni: Anhebung dieser Zusatzabgabe auf 25 %
Diese Sätze kommen on top zu bestehenden Importabgaben. Für Premiumhersteller wie Porsche, die margenstarke Fahrzeuge in die USA exportieren, wäre das ein direkter Angriff auf die Profitabilität. Barclays-Analyst Henning Cosman spricht von „beunruhigender Rhetorik“ und warnt, die diskutierte Größenordnung könne die Margen europäischer Erstausrüster deutlich belasten – deutsche Anbieter seien am stärksten exponiert.
Der Markt hat darauf bereits reagiert. Die Aktie notiert mit rund 40,92 Euro klar unter dem Freitagsschluss von 42,40 Euro. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Minus von knapp 34 % zu Buche, der Abstand zum 52‑Wochen-Hoch bei 63,06 Euro beträgt rund 35 %.
Schwächerer Absatz verschärft den Druck
Die Zollthematik trifft auf ein Umfeld, das ohnehin angespannt ist. Porsche meldete für das Gesamtjahr 2025 einen Absatzrückgang von 10 %. Die weltweiten Auslieferungen fielen von 310.718 auf 279.449 Fahrzeuge – der deutlichste Rückgang seit 2009.
Die wichtigsten Punkte:
- Gesamtauslieferungen 2025: 279.449 Fahrzeuge (‑10 %)
- Modell Macan: 84.328 Einheiten (+2 %), davon mehr als die Hälfte vollelektrisch
- China: anhaltend schwache Nachfrage bremst das Geschäft
Vertriebsvorstand Matthias Becker führte den Rückgang vor allem auf Lieferengpässe bei den Verbrenner-Modellen 718 und Macan zurück. Zusätzlich belaste die weiter abgekühlte Nachfrage nach Luxusgütern in China. Damit kommen operative Probleme und Nachfrageschwäche in einem Schlüsselmarkt zusammen – keine gute Ausgangslage, wenn gleichzeitig neue Zölle die Profitabilität auf wichtigen Exportmärkten bedrohen.
Skeptische Analystenstimmen
Vor diesem Hintergrund haben Analysten ihre Einschätzungen überwiegend vorsichtig formuliert. Die wesentlichen Einschätzungen:
- Barclays bestätigt ein „Sell“-Rating
- Berenberg senkt das Kursziel leicht von 48 auf 47 Euro und verweist explizit auf China- und Zollrisiken
- Goldman Sachs war im November mit „Neutral“ und einem Kursziel von 46 Euro gestartet
- Der Konsens liegt bei „Hold“ mit durchschnittlichem Kursziel von 46,22 Euro
Citigroup-Analyst Harald Hendrikse bezeichnet den Jahresauftakt als besonders schwierig und sieht die Gewinne von Porsche und Volkswagen durch die drohenden US-Zölle am stärksten belastet. Zusammen mit dem spürbaren Kursrückgang – seit Jahresbeginn liegt die Aktie rund 13 % im Minus und notiert knapp 10 % unter ihrem 50‑Tage-Durchschnitt – zeigt sich: Der Titel steht weiterhin unter erheblichem Bewertungsdruck.
Branche im Gegenwind
Die Schwäche ist kein isoliertes Porsche-Phänomen. Der Stoxx Europe 600 Automobiles & Parts ist auf den niedrigsten Stand seit Mitte Oktober gefallen. Zolldrohungen, China-Schwäche und konjunkturelle Sorgen treffen die gesamte europäische Autoindustrie.
Die Kursreaktionen bei den deutschen Herstellern verdeutlichen das:
- BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen verzeichnen jeweils deutliche Tagesverluste
- Auch die Porsche SE, als Holding mit großer VW-Beteiligung, gibt spürbar nach
- Renault und Stellantis gelten laut Analysten als weniger betroffen, da sie kaum Fahrzeuge aus Europa in die USA exportieren
Damit bildet sich an der Börse ein klarer Trend ab: Die Märkte preisen höhere politische und operative Risiken für die exportorientierten deutschen Premiumanbieter ein.
Wichtige Termine und Kennzahlen im Blick
Für die nähere Zukunft rücken zwei Aspekte in den Vordergrund: die politische Entwicklung rund um die geplanten US-Zölle und die anstehenden Geschäftszahlen. Aus Anlegersicht sind aktuell vor allem diese Punkte zentral:
- Politikrisiko USA: Umfang und Dauer der Zölle bestimmen maßgeblich die Belastung der Margen
- China-Nachfrage: Tempo einer möglichen Erholung im Luxussegment
- Elektrifizierungsstrategie: Entwicklung der elektrischen Macan-Absätze und deren Profitabilität
- Aktuelle Bewertung: Kurs rund 35 % unter 52‑Wochen-Hoch, RSI mit 35,2 bereits im unteren neutralen Bereich
Am 11. März 2026 legt Porsche die vollständigen Finanzergebnisse für 2025 vor. Dann wird klarer, wie stark sich der Absatzrückgang auf Umsatz, Margen und Cashflow ausgewirkt hat – und ob die Elektro- und Hybridmodelle genug Schwung liefern, um die aktuellen Belastungsfaktoren mittelfristig zu kompensieren.
Porsche AG-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Porsche AG-Analyse vom 19. Januar liefert die Antwort:
Die neusten Porsche AG-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Porsche AG-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 19. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Porsche AG: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




