Porsches China-Notbremse, der 98-Prozent-Hammer und die stille Inflations-Wende

Deutsche Industrie zeigt Risse: Porsche verzeichnet deutliche Absatzverluste in China, während Klöckner & Co. ein Übernahmeangebot mit 98% Prämie erhält. Die Inflation sinkt erstmals wieder unter 2 Prozent.

Die Kernpunkte:
  • Porsche-Absatz in China bricht um 26 Prozent ein
  • Klöckner & Co. erhält Übernahmeangebot mit 98% Prämie
  • Inflationsrate sinkt im Dezember auf 1,8 Prozent
  • EU und Mercosur unterzeichnen Freihandelsabkommen

Liebe Leserinnen und Leser,

wer heute nur auf den Schlussstand des DAX blickt, könnte einer Illusion erliegen. Ein moderates Minus von 0,2 Prozent auf 25.297 Punkte, ein ruhiger Ausklang nach einer Rekordwoche – so sieht es an der Oberfläche aus. Doch wer tiefer gräbt, sieht Risse im Fundament der „Deutschland AG”.

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Gestern sprachen wir an dieser Stelle über die Zweiteilung der Weltwirtschaft in einen boomenden Tech-Sektor und eine ächzende Industrie. Heute lieferte der Markt die brutale Bestätigung für den zweiten Teil dieser These. Während die Inflation endlich das Zielband der Notenbank erreicht, senden unsere exportabhängigen Schwergewichte Warnsignale, die weit über eine gewöhnliche Quartalsdelle hinausgehen.

Zuffenhausener Ernüchterung

Lange Zeit galt Porsche als die Bastion, an der zyklische Krisen abprallen. Luxus, so das Credo, läuft immer. Diese Gewissheit ist heute zerbröselt. Die Zahlen für das Jahr 2025 sind mehr als ein Warnschuss; sie sind eine Zäsur. Der weltweite Absatz sank um 10 Prozent auf den tiefsten Stand seit fünf Jahren.

Besonders schmerzhaft ist der Blick nach China. Im einstigen Wachstumsmotor brachen die Auslieferungen um massive 26 Prozent ein – der vierte Rückgang in Folge. Vertriebsvorstand Matthias Becker spricht diplomatisch von einer „strategisch erwarteten Konsolidierungsphase”. Doch die Zahlen erzählen eine andere Geschichte: Der vollelektrische Taycan verlor 22 Prozent an Volumen, während der klassische 911er neue Rekorde feierte.

Die Konsequenz aus Zuffenhausen wirkt wie eine stille Kapitulation vor der Elektro-Realität: Der Fokus soll wieder stärker auf einem Mix aus Verbrennern und Hybriden liegen. Auch bei Daimler Truck (-1,2 Prozent) stottert der Motor, allerdings auf der anderen Seite des Atlantiks. Ein Absatzminus von 26 Prozent im Kernmarkt Nordamerika zwingt den Konzern zum Sparprogramm „Cost Down Europe”. Die Botschaft beider Konzerne ist eindeutig: Das Geschäftsmodell „Exportweltmeister” ist verwundbar wie lange nicht.

Der Ausverkauf der Substanz

Während die Autobauer Wunden lecken, zeigte sich in Duisburg heute, wie billig deutsche Industrie-Substanz mittlerweile zu haben ist. Die Aktie von Klöckner & Co explodierte um atemberaubende 28,2 Prozent.

Der Auslöser war ein Übernahmeangebot, das in seiner Dimension fast unwirklich erscheint: Der US-Konkurrent Worthington Steel bietet 11 Euro je Aktie. Das entspricht einer Prämie von 98 Prozent auf den volumengewichteten Durchschnittskurs der letzten drei Monate. Fast eine Verdopplung des Börsenwerts über Nacht. Für die Aktionäre ist es ein warmer Geldregen, strategisch ist es ein Weckruf: Ausländische Investoren sehen in deutschen Traditionsnamen Werte, die der hiesige Markt konsequent ignoriert. Auch Henkel (+0,4 Prozent) nutzte die Gunst der Stunde für Zukäufe und sicherte sich ATP Adhesive Systems.

Die 1,8-Prozent-Erlösung

Im Lärm der Unternehmensnachrichten ging die makroökonomisch wichtigste Zahl des Tages fast unter. Das Statistische Bundesamt bestätigte für den Dezember 2025 eine Inflationsrate von 1,8 Prozent.

Damit liegen wir erstmals seit September 2024 wieder unter der psychologisch und geldpolitisch entscheidenden 2-Prozent-Marke der EZB. Vor allem der Preisrückgang bei Energie (-1,3 Prozent) entlastet die Verbraucher. Doch der Sieg über die Teuerung hat einen Schönheitsfehler: Die Dienstleistungsinflation klebt hartnäckig bei 3,5 Prozent. Die EZB hat ihr Ziel erreicht, doch der Preisstabilitäts-Frieden bleibt fragil.

Geopolitik: Handschlag und Drohung

Auch auf der geopolitischen Bühne war dieser Freitag ein Tag der Kontraste. In Asunción wurde Geschichte geschrieben: Nach 25 Jahren zäher Verhandlungen haben die EU und der Mercosur-Staatenbund ihr Freihandelsabkommen unterzeichnet. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen besiegelte den Pakt, der in Zeiten des zunehmenden Protektionismus ein wichtiges Signal für offene Märkte sendet – auch wenn Brasiliens Präsident Lula durch Abwesenheit glänzte.

Wie rau der Wind andernorts weht, zeigt der Blick nach Washington. US-Präsident Trump droht offen mit Zöllen gegen Länder, die seinen Anspruch auf Grönland infrage stellen. US-Senatorin Lisa Murkowski versuchte heute in Kopenhagen zu beschwichtigen: „Grönland sollte als Verbündeter gesehen werden, nicht als Besitz.”

Eine weit existentiellere Kälte spüren die Menschen in Kiew. Bürgermeister Vitali Klitschko meldete heute Abend, dass der ukrainischen Hauptstadt nur noch die Hälfte der benötigten Elektrizität zur Verfügung steht. Ein düsterer Reminder, dass Energiesicherheit in diesem Winter überlebenswichtig bleibt.

Was das für Sie bedeutet

Die Berichtssaison trennt derzeit gnadenlos die Spreu vom Weizen. Die heutigen Zahlen zeigen: Wer stark von China oder zyklischen US-Märkten abhängt, hat es schwer. Der Sektor-Rotation hin zu Energiewende-Gewinnern – Siemens Energy führte den DAX heute mit über 6 Prozent Plus an – dürfte weitergehen.

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Stellen Sie sich zudem auf eine unruhige Woche ein. Die Gewerkschaften haben heute eine massive Ausweitung der Warnstreiks im öffentlichen Dienst angekündigt. Ab Montag müssen wir in Kliniken, Verwaltungen und Kitas mit erheblichen Einschränkungen rechnen.

Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende – tanken Sie Kraft, die nächste Woche wird intensiv.

Herzlichst,

Ihr

Felix Baarz

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