Posco Aktie: 7,19-Prozent-Rutsch auf 277.500 KRW
Trotz Kursverlusten treibt POSCO Großprojekte in den USA und Brasilien voran und setzt auf KI und Blockchain.

- Gemeinsames Stahlwerk in Louisiana geplant
- Sicherung Seltener Erden aus Brasilien
- KI-Spezialisten für Produktivitätssteigerung
- Blockchain-Pilot für Handelsabwicklung
Die südkoreanische POSCO-Gruppe treibt trotz eines turbulenten Marktumfelds an ihrem Heimatmarkt mehrere strategische Großprojekte voran. Während der südkoreanische Leitindex Kospi am gestrigen Dienstag massive Verluste hinnehmen musste, gab der Industriekonzern weitreichende Pläne für seine Stahlproduktion, die Rohstoffsicherung und eine unternehmensweite technologische Transformation bekannt.
Strategische Investitionen in den USA und Brasilien
Ein Kernpunkt der internationalen Wachstumsstrategie ist der Aufbau neuer Produktionskapazitäten in Nordamerika. Im September 2026 beabsichtigt POSCO gemeinsam mit Hyundai Steel den ersten Spatenstich für ein gemeinsames Stahlwerk im US-Bundesstaat Louisiana. Das Investitionsvolumen für dieses Vorhaben beläuft sich auf rund 5,8 Milliarden US-Dollar. Die Anlage soll eine jährliche Kapazität von 2,8 Millionen Tonnen erreichen und ab dem Jahr 2029 emissionsarmen Stahl für die Automobilindustrie produzieren.
Parallel dazu sichert sich der Konzern den Zugriff auf kritische Rohstoffe in Südamerika. POSCO International unterzeichnete am Dienstag eine Absichtserklärung mit Meteoric Resources über die Lieferung Seltener Erden aus dem Caldeira-Projekt in Brasilien. Die Vereinbarung wurde im Rahmen eines Staatsbesuchs des südkoreanischen Präsidenten Lee Jae-myung geschlossen. Die POSCO-Gruppe plant, daraus Oxide für die Herstellung von Permanentmagneten zu gewinnen und damit die Lieferkette für Elektrofahrzeug-Komponenten zu stärken.
Technologische Transformation und Rohstoffsicherung
Innerhalb des Konzerns setzt die Tochtergesellschaft POSCO Future M auf eine tiefgreifende Digitalisierung der Produktion. Bis zum ersten Halbjahr 2028 strebt das auf Batteriematerialien spezialisierte Unternehmen eine Steigerung der Fertigungsproduktivität um 30 Prozent an. Durch den Einsatz künstlicher Intelligenz sollen zudem die Produktentwicklungszeiten halbiert werden. Um dieses Ziel zu erreichen, plant das Management, bis Ende 2026 in jeder Abteilung mindestens einen KI-Spezialisten auszubilden.
In einem weiteren Innovationsfeld erprobt POSCO International derzeit die Tokenisierung von Handelsforderungen auf Basis der Injective-Blockchain. In einem Pilotprojekt mit dem Partner LG CNS werden reale kommerzielle Daten genutzt, um die Abrechnungsprozesse im internationalen Handel zu beschleunigen und transparenter zu gestalten. Ein vollständiger Rahmen für den stufenweisen Rollout dieser Technologie soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 finalisiert werden.
Marktumfeld und finanzielle Entwicklung
Diese operativen Fortschritte finden in einem schwierigen Börsenumfeld statt. Nach dem deutlichen Kursrutsch am Vortag, der weite Teile des südkoreanischen Aktienmarktes erfasste, geriet auch das Papier von POSCO weiter unter Druck. Der aktuelle Kurs notiert bei 277.500,00 KRW, was einem Tagesverlust von 7,19 % entspricht. Damit bewegt sich die Aktie nur noch knapp 0,91 % über ihrem 52-Wochen-Tief.
Zusätzlich zu den laufenden Bau- und Technologieprojekten steht eine Beteiligung an Lithium-Anlagen des Partners Mineral Resources im Raum. Ein entsprechendes Geschäft über 765 Millionen US-Dollar für einen 30-prozentigen Anteil an bestimmten Vermögenswerten ist derzeit noch von der Erfüllung weiterer Bedingungen abhängig. Trotz der kurzfristigen Kursverluste bleibt der Konzern bei seiner langfristigen Ausrichtung auf kohlenstoffarmen Stahl und die Wertschöpfungskette für Batteriematerialien.
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