Prada Aktie: Klare Absage an Armani-Übernahme

Prada-Chef Guerra beendet die Armani-Spekulationen. Der Konzern priorisiert die Versace-Integration und eröffnet bald ein neues Mailänder Projekt.

Die Kernpunkte:
  • Armani-Beteiligung für Prada ausgeschlossen
  • Versace-Sanierung bleibt strategischer Schwerpunkt
  • Neue Versace-Modenschau für Januar 2027 angekündigt
  • Prada Galleria öffnet am 23. September

Die Spekulationen über eine italienische Mega-Fusion im Luxusgütersektor sind vom Tisch. Prada-Chef Andrea Guerra stellte klar, dass eine Übernahme oder Beteiligung an Giorgio Armani für das Modehaus nicht infrage kommt.

Der Konzern konzentriert sich stattdessen vollständig auf die Sanierung und Eingliederung der Modemarke Versace. Am Aktienmarkt kam die strategische Disziplin gut an: Das Papier von Prada legte heute um 2,6 Prozent auf 4,37 Euro zu.

Klare Absage an Spekulationen um Armani

Zuletzt hatten Berichte über eine mögliche Annäherung der beiden traditionsreichen Mailänder Modehäuser für Aufsehen gesorgt. Die italienische Investmentbank Mediobanca hatte öffentlich die Idee eines nationalen Luxusgüter-Bündnisses ins Spiel gebracht, das auf einen gemeinsamen Jahresumsatz von rund 10 Milliarden Euro kommen könnte. Auslöser der Überlegungen war das Testament von Giorgio Armani, das den Verkauf einer ersten Tranche von 15 Prozent an dem Modehaus vorsieht.

Guerra erteilte derartigen Planspielen jedoch eine deutliche Absage. Das Unternehmen stehe nicht auf dem Radar von Prada, betonte der Manager. Für Anleger bedeutet dieser Schritt vor allem Planungssicherheit: Statt sich auf ein kostspieliges Bietergefecht einzulassen, bewahrt das Unternehmen seine finanzielle Handlungsfähigkeit.

Integration von Versace hat Priorität

Die Zurückhaltung hat einen handfesten Grund, denn das Management ist mit der eigenen Expansion bereits voll ausgelastet. Prada hatte Versace im Dezember 2025 für 1,25 Milliarden Euro von der Capri-Gruppe erworben. Nun liegt das Hauptaugenmerk darauf, das Traditionshaus wieder auf einen profitablen Wachstumskurs zu führen.

Auf der kreativen Seite laufen die Vorbereitungen für den Neuanfang auf Hochtouren. Die erste Modenschau unter der Leitung des neuen Designers Pieter Mulier ist für Januar 2027 angekündigt. Operative Margenverbesserungen bei der neuen Konzerntochter stellt die Führung ab dem kommenden Jahr in Aussicht.

Prestigeprojekt im Mailänder Zentrum

Wie viel Kraft die Gruppe zeitgleich in die eigene Kernmarke investiert, zeigt sich am historischen Gründungsstandort in Mailand. In der Galleria Vittorio Emanuele II hat das Unternehmen das Großprojekt „Prada Galleria“ fertiggestellt. Auf acht Etagen verbindet ein unterirdischer Gang die beiden bisher getrennten Boutiquen des Hauses.

Für den ausgebauten Standort peilt das Management einen Jahresumsatz von 100 Millionen Euro an. Die offizielle Eröffnung für das Publikum ist für den 23. September geplant. Bei einer Marktkapitalisierung von 11,06 Milliarden Euro setzt Prada damit ein deutliches Zeichen für das organische Potenzial der eigenen Marke, während die Sanierung von Versace Schritt für Schritt vorangetrieben wird.

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