Priority Income Fund Aktie: NAV um 70 % seit Juni 2024 eingebrochen

Der Priority Income Fund kann nur 15,23 % der angedienten Aktien zurückkaufen, nachdem der NAV um 70 % gefallen ist. Die Fondsführung reagiert mit einer Umschichtung des CLO-Portfolios.

Die Kernpunkte:
  • Nur 15,23 % der Aktien zurückgenommen
  • NAV seit Juni 2024 um 70 % gefallen
  • Umschichtung von CLO-Eigenkapital in Schuldtitel
  • Anwaltskanzlei prüft Broker-Empfehlungen

Der Priority Income Fund sieht sich mit einer zunehmend angespannten Situation konfrontiert. Ein drastischer Einbruch des Nettoinventarwerts (NAV) hat zu einer massiven Überzeichnung des jüngsten Aktienrückkaufangebots geführt, da immer mehr Anleger versuchen, ihre Positionen zu veräußern.

Wie am vergangenen Montag bekannt wurde, konnte der Fonds lediglich 15,23 % der zur Rückgabe angedienten Stammaktien im Rahmen seines jährlichen Rückkaufprogramms berücksichtigen. Dies stellt die niedrigste Quote seit mindestens zwei Jahren dar.

Die Details der Transaktion verdeutlichen das Ungleichgewicht zwischen Verkaufsinteresse und Liquidität: Aktionäre boten insgesamt 10.184.037 Anteile zum Rückkauf an. Der Fonds erwarb jedoch nur das zuvor festgelegte Kontingent von 1.550.812 Aktien, was etwa 2,5 % der umlaufenden Papiere entspricht.

Für diesen Rückkauf wendete die Gesellschaft rund 4,9 Millionen US-Dollar auf. Als Basis für die Transaktion diente der Nettoinventarwert zum Stichtag 31. Juli, der auf lediglich 3,15 US-Dollar pro Aktie beziffert wurde.

Dramatischer Rückgang des Nettoinventarwerts

Dieser NAV-Stand von 3,15 US-Dollar markiert einen tiefgreifenden Wertverlust für die Investoren. Am vergangenen Freitag teilte die Fondsleitung mit, dass der Wert seit dem 30. Juni 2024 um rund 70 % eingebrochen ist.

Damals lag der Nettoinventarwert noch bei 10,85 US-Dollar. Das Management führt diese Entwicklung vor allem auf eine erhöhte Anzahl von Zahlungsausfällen und Notlagen-Umschuldungen im Markt für breit syndizierte Konsortialkredite zurück.

Besonders die Bestände an Eigenkapitaltranchen von Collateralized Loan Obligations (CLOs) gerieten unter Druck. Sinkende Zinsmargen bei den zugrunde liegenden Kreditportfolios belasteten die Erträge dieser hochriskanten Tranchen erheblich.

Medienberichten zufolge verlor der Fonds allein in den ersten Monaten des Jahres 2026 rund die Hälfte seines Wertes. Das Gesamtvermögen des Priority Income Fund schrumpfte dementsprechend deutlich: Während die Aktiva Ende 2024 noch bei über 900 Millionen US-Dollar lagen, beliefen sie sich zum Ende des Jahres 2025 nur noch auf 479 Millionen US-Dollar.

Strategiewechsel im CLO-Portfolio

Um auf die Marktrisiken zu reagieren, hat die Fondsführung eine Neuausrichtung der Investmentstrategie eingeleitet. Ein Teil der risikoreicheren CLO-Eigenkapitalpositionen soll in CLO-Schuldtitel umgeschichtet werden.

Dieser Schritt zielt darauf ab, die Stabilität des Portfolios zu erhöhen und die Volatilität zu senken. Dennoch bleibt die Ausrichtung spekulativ: Laut Berichten besteht das Portfolio zu mindestens 80 % aus Anlagen im sogenannten „Junk“-Bereich.

Am gestrigen Mittwoch schloss das Papier im Handel bei 24,52 US-Dollar, was einem leichten Rückgang von 0,4 % entspricht. Damit notiert der Wert derzeit 6,9 % unter seinem 52-Wochen-Hoch von 26,35 US-Dollar, das Anfang Januar erreicht wurde. Seit Jahresbeginn verzeichnet die Notierung ein Minus von 1,9 %.

Rechtliche Prüfung und Börsenpläne

Die massiven Verluste rufen nun auch Juristen auf den Plan. Die Rechtsanwaltskanzlei Shepherd Smith Edwards & Kantas gab am Dienstag der vergangenen Woche bekannt, Untersuchungen und Schiedsverfahren gegen verschiedene Broker-Dealer eingeleitet zu haben. Es steht der Vorwurf im Raum, dass der Priority Income Fund Privatanlegern empfohlen wurde, für die diese Anlageklasse aufgrund ihres Risikoprofils ungeeignet war.

Trotz der aktuellen Turbulenzen hält das Management grundsätzlich an dem Ziel fest, die Stammaktien bis zum 31. Dezember 2026 an einer nationalen Wertpapierbörse zu listen.

Allerdings dämpfte die Fondsleitung bereits früher die Erwartungen: Solange vergleichbare Fonds mit hohen Abschlägen zum Nettoinventarwert gehandelt werden, sei ein Börsengang zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gerechtfertigt. Für den 16. September ist zudem die Teilnahme des Fonds am Capital Connections Summit angekündigt.

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