Procter & Gamble Aktie: Führungsriege verkauft Steuerpaket
Zwei Manager veräußerten P&G-Aktien zur Begleichung von Steuerpflichten; Moody’s hob den Ausblick an und Analysten bewerteten die Aktie unterschiedlich.

- Schulten und Gama verkauften Aktien für Steuerpflichten
- Moody’s bestätigte Aa3 und verbesserte den Ausblick
- Kursziele der Analysten reichen von 149 bis 167 Dollar
- P&G nimmt unbelegte Braun-Werbeaussagen zurück
Zwei Top-Manager von Procter & Gamble haben Aktien verkauft. Der Hintergrund ist unspektakulär, der Zeitpunkt fällt jedoch in eine Phase, in der Analysten und Ratingagenturen den Konzern spürbar freundlicher sehen.
Verkäufe dienen der Steuer
Finanzchef Andre Schulten trennte sich am 5. Oktober von 3.914 Aktien zu je 145,34 Dollar, zusammen knapp 569.000 Dollar. Paul Gama, Chef der Sparte Health Care, verkaufte am selben Tag 2.225 Papiere zum gleichen Preis, rund 323.000 Dollar.
Beide Transaktionen decken laut Meldung Steuerpflichten, die bei der Auszahlung von Restricted Stock Units entstanden. Es handelt sich also nicht um eine freie Positionsreduzierung. Schulten hält danach weiterhin über 65.000 Aktien direkt, Gama gut 51.000.
Rückenwind von Analysten und Moody’s
Das Umfeld ist freundlich. Moody’s bestätigte das Rating Aa3 und hob den Ausblick auf positiv an. Die Agentur verweist auf den starken Cashflow und das stetige Gewinnwachstum.
Evercore ISI stufte die Aktie auf „Outperform“ hoch und setzte das Kursziel auf 166 Dollar. Die Analysten erwarten für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 ein organisches Umsatzplus von etwa 3 Prozent, der Markt rechnet mit 2 Prozent. RBC bleibt ebenfalls bei „Outperform“ und nennt 167 Dollar als Ziel. Die Bank sieht im laufenden September-Quartal einen Marktanteilsgewinn in den USA von 25 Basispunkten.
Bernstein ist zurückhaltender. Das Haus hob das Ziel auf 149 Dollar an, bleibt aber bei „Market Perform“. Es verweist auf die hohen Marketinginvestitionen der vergangenen Jahre, die den Konsum stützen sollen. Das Analystenbild reicht damit von 149 bis 167 Dollar.
Werbung unter Druck
Kleiner Dämpfer an anderer Stelle: Nach einer Untersuchung der italienischen Wettbewerbsbehörde streicht P&G Werbeaussagen zum Braun-Haarentfernungsgerät Skin i-Expert IPL. Der Hinweis, die Haut bleibe zwei Jahre haarfrei, galt als nicht ausreichend belegt. Finanziell dürfte das kaum ins Gewicht fallen.
Am Freitag schloss die Aktie bei 151,23 Dollar und damit über dem Verkaufspreis der Manager. Die nächste Orientierung liefert der Quartalsbericht am 22. Oktober, an dem sich die erhöhten Wachstumserwartungen messen lassen müssen.
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