Procter & Gamble Aktie: Geteiltes Bild
Vor der Quartalsveröffentlichung zeigen sich UBS und Zacks Investment Research gespalten. Während UBS auf eine Erholung des Wachstums setzt, warnt Zacks vor gesunkenen Gewinnschätzungen.

- UBS bestätigt Kaufempfehlung und Kursziel
- Zacks vergibt Verkaufsrang nach Prognosesenkungen
- Neue Marketingpartnerschaft für Winterspiele 2026
- Aktie notiert über wichtigen Durchschnitten
Kurz vor den neuen Quartalszahlen prallen bei Procter & Gamble zwei Sichtweisen aufeinander: UBS zeigt sich weiter zuversichtlich, während Zacks klar auf die Bremse tritt. Im Kern geht es um die Frage, ob der Konsumgüterriese nur durch eine Phase langsamer wächst oder ob sich ein nachhaltiger Dämpfer abzeichnet. Gleichzeitig versucht P&G, über Markenpartnerschaften wie bei den Winterspielen 2026 zusätzliche Impulse zu setzen.
Analysten uneins
UBS hat am Freitag seine Kaufempfehlung für Procter & Gamble bestätigt und das Kursziel bei 161 US-Dollar belassen. Die Bank rechnet damit, dass der kommende Bericht nur moderates Wachstum zeigt und das Management die obere Spanne seiner Jahresprognose leicht einkassiert.
Trotzdem sieht UBS einen „glaubwürdigen Weg“ zu besserem organischen Wachstum in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2026. Hintergrund ist die Erwartung, dass der Sektor die Phase schwächerer Nachfrage und Lagerabbau im Handel zunehmend hinter sich lässt. Aus dieser Perspektive überwiegen die Chancen im längerfristigen Bild.
Deutlich vorsichtiger ist Zacks Investment Research. Das Haus vergab am selben Tag einen Zacks Rank #4 („Sell“) und stützt sich dabei vor allem auf die Entwicklung der Gewinnschätzungen. In den letzten 60 Tagen haben drei Analysten ihre Prognosen für den laufenden Quartalsgewinn gesenkt, ohne dass es Gegenbewegungen nach oben gab. Die Folge: Die Konsensschätzung für den Gewinn je Aktie rutschte leicht auf 1,87 US-Dollar ab.
Diese gegensätzlichen Signale erklären, warum die Stimmung vor den Zahlen eher gespalten ist, statt klar in eine Richtung zu tendieren.
Neues Marketing bei den Winterspielen
Neben den Analystenstimmen meldete P&G auch eine neue Marketinginitiative: Die Konzernmarke First Aid Beauty wird offizieller Hautpflegepartner des Team USA bei den Olympischen und Paralympischen Winterspielen Milano Cortina 2026.
Für First Aid Beauty ist es die erste große Aktivierung im Rahmen des P&G-Sponsorings bei Winterspielen. Verbunden ist die Partnerschaft mit einer eigenen Kampagne rund um das Team USA. Der Konzern setzt damit weiter auf globale Sportereignisse, um seine Marken zu stärken und Reichweite aufzubauen – konkrete Umsatzwirkungen lassen sich daraus allerdings noch nicht ablesen.
Einordnung vor den Zahlen
Die aktuelle Diskussion dreht sich vor allem um die Wachstumsdynamik. Beim letzten Quartalsbericht am 24. Oktober 2025 hatte P&G mit einem Gewinn je Aktie von 1,99 US-Dollar und Erlösen von 22,39 Milliarden US-Dollar die Markterwartungen übertroffen. Damals hielt das Management an seiner Prognose für das Geschäftsjahr 2026 fest: organisches Umsatzwachstum von 0 bis 4 Prozent und ein ähnlicher Zuwachs beim bereinigten Gewinn je Aktie.
Seitdem hat sich das Umfeld jedoch nicht vereinfacht. Belastungsfaktoren wie höhere Rohstoffkosten, Zölle und ein intensiver Wettbewerb im Handel bleiben Thema. Genau hier setzt die Skepsis an: Zacks verweist auf die nach unten angepassten Schätzungen und leitet daraus ein ungünstigeres Chance-Risiko-Verhältnis für die Aktie im kurzfristigen Horizont ab.
Demgegenüber argumentiert UBS, dass sich die Branche strukturell stabilisiert und P&G in der zweiten Geschäftsjahreshälfte beim organischen Wachstum wieder zulegen kann. Die Frage, ob die jüngste Schwäche beim Umsatz ein vorübergehendes Phänomen ist oder länger anhält, steht damit im Zentrum der anstehenden Zahlen – und wird mit den kommenden Daten zumindest teilweise beantwortet werden.
Charttechnisch notiert die Aktie mit 144,63 US-Dollar aktuell klar über ihrem 50- und 200-Tage-Durchschnitt, nachdem sie in den vergangenen 30 Tagen rund 15 Prozent zugelegt hat.
Blick auf den 22. Januar
Der nächste Fixpunkt ist der Donnerstag, 22. Januar 2026. Dann legt Procter & Gamble vor Börsenbeginn die Zahlen zum zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 vor. Der Konsens an der Wall Street erwartet derzeit einen Gewinn je Aktie von etwa 1,87 US-Dollar bei Erlösen zwischen 22,2 und 22,3 Milliarden US-Dollar.
Spannend wird vor allem, ob das Management seine Bandbreite für das organische Wachstum und den Gewinn im laufenden Jahr bestätigt, einengt oder anpasst. Ebenso wichtig: Hinweise dazu, wie stark Rohstoffpreise, Zölle und der Preisdruck im Handel die Margen tatsächlich treffen. Aus diesen Punkten wird sich ableiten lassen, ob eher das konstruktive UBS-Szenario oder die vorsichtigere Lesart von Zacks Oberwasser gewinnt.
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