Procter & Gamble Aktie: Verhaltener Start unter neuem CEO

P&G startet mit stagnierendem Umsatz ins neue Geschäftsjahr, während der bereinigte Gewinn leicht über Erwartungen liegt. Die Gewinnprognose wurde aufgrund höherer Restrukturierungskosten gesenkt.

Die Kernpunkte:
  • Umsatz stagniert, Absatzmengen leicht rückläufig
  • Bereinigter Gewinn je Aktie übertrifft Markterwartungen
  • Gewinnprognose für 2026 aufgrund von Umbaukosten reduziert
  • Starke Cashflow-Generierung und hohe Aktionärsrendite

Procter & Gamble ist mit gemischten Zahlen ins neue Geschäftsjahr gestartet – und das ausgerechnet kurz nach dem Amtsantritt des neuen CEO Shailesh Jejurikar. Während der Gewinn leicht über den Erwartungen lag, schwächelte der Umsatz und das Wachstum bleibt insgesamt überschaubar. Entscheidend ist nun, wie das Management auf stagnierende Absatzmengen und höhere Restrukturierungskosten reagiert.

Quartal mit Licht und Schatten

Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 (bis 31. Dezember 2025) legte der Konzern beim Umsatz nur minimal zu. Die Nettoumsätze stiegen um 1 % auf 22,21 Milliarden US-Dollar und verfehlten damit knapp die Analystenschätzungen. Organisch – also bereinigt um Währungseffekte und Portfolioänderungen – blieb der Umsatz im Jahresvergleich sogar unverändert, die Absatzmengen gingen insgesamt um 1 % zurück.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Procter & Gamble?

Auf der Ergebnisebene sah es besser aus: Der bereinigte Gewinn je Aktie (Core EPS) lag mit 1,88 US-Dollar auf Vorjahresniveau und leicht über den Markterwartungen von 1,86 US-Dollar. Nach US-GAAP sank der verwässerte Gewinn je Aktie hingegen um 5 % auf 1,78 US-Dollar, vor allem wegen höherer Restrukturierungsaufwendungen. Damit zeigt sich: Operativ hält sich P&G stabil, bezahlt den Umbau des Konzerns aber mit Belastungen im ausgewiesenen Ergebnis.

Starke Beauty-Sparte, schwacher Familienbereich

Zwischen den Sparten zeigen sich deutliche Unterschiede:

  • Beauty: Umsatzplus von 5 %, Volumenwachstum von 3 %, getragen von hoher Nachfrage im Haarpflegesegment.
  • Health Care: Umsätze +5 %, organische Verkäufe +3 %, allerdings mit 1 % niedrigerem Volumen. Hier stützten ein höherwertiger Produktmix im Bereich Oral Care sowie Preiserhöhungen in Personal Health Care.
  • Baby, Feminine & Family Care: Umsatzrückgang um 3 %, Volumen -5 % – die schwächste Sparte im Quartal. Besonders Familienprodukte litten unter einem starken Vorjahresvergleich, als Händler vor möglichen Hafenstreiks Lagerbestände aufgebaut hatten.
  • Grooming: Absatzmengen -2 %.
  • Fabric & Home Care: Volumen weitgehend stabil.

Damit wird klar: P&G kann in margenstarken Bereichen wie Beauty und Health Care noch wachsen, kämpft aber in klassischen Volumensegmenten mit Gegenwind.

Prognose: Mehr Restrukturierung drückt auf das Gewinnziel

Die angehobenen Restrukturierungsmaßnahmen schlagen direkt in der Jahresprognose durch. Die Erwartung für das Wachstum des berichteten Gewinns je Aktie im Geschäftsjahr 2026 wurde von zuvor 3–9 % auf nun 1–6 % gesenkt. Begründung: höhere Restrukturierungskosten.

Wichtig für Investoren: Die Prognose für den bereinigten Gewinn je Aktie bleibt unverändert. P&G stellt weiterhin ein Core-EPS-Wachstum von „flat bis +4 %“ gegenüber den 6,83 US-Dollar des Vorjahres in Aussicht, entsprechend einer Spanne von 6,83 bis 7,09 US-Dollar je Aktie. Auch beim Umsatz hält das Management an einem erwarteten Wachstum von 1–5 % im Gesamtjahr fest.

Starker Cashflow und hohe Ausschüttungen

Finanziell präsentiert sich der Konzern robust. Im Quartal erwirtschaftete P&G einen operativen Cashflow von 5 Milliarden US-Dollar. Davon flossen 4,8 Milliarden US-Dollar an die Aktionäre zurück – 2,5 Milliarden US-Dollar in Form von Dividenden und 2,3 Milliarden US-Dollar über Aktienrückkäufe.

Die bereinigte Free-Cashflow-Produktivität lag bei soliden 88 %. Zum Quartalsende verfügte Procter & Gamble über 10,8 Milliarden US-Dollar an liquiden Mitteln. Trotz laufender Restrukturierung bleibt damit ausreichend finanzieller Spielraum für Investitionen und weitere Ausschüttungen.

Aktie leicht unter Druck

An der Börse fallen die Reaktionen bislang verhalten aus. Die Aktie notiert heute mit rund 147 US-Dollar leicht im Minus und liegt damit etwa 12 % unter ihrem 52-Wochen-Hoch, aber noch spürbar über dem Tief der vergangenen zwölf Monate. Nach dem Kursanstieg der letzten Monate signalisiert der hohe Relative-Stärke-Index (RSI) von knapp 74 kurzfristig eine eher ausgelastete Bewertung.

Neuer CEO, nächste Wegmarke: CAGNY-Konferenz

Neuer CEO Shailesh Jejurikar, der seit dem 1. Januar 2026 an der Spitze steht, sieht das Unternehmen trotz des schwierigen Konsum- und geopolitischen Umfelds „im Plan“, die Jahresziele zu erreichen. Die schwächere Dynamik in einigen Sparten und die gesenkte GAAP-Gewinnprognose zeigen jedoch, dass der Umbau nicht zum Nulltarif zu haben ist.

Konkretere Einblicke in die strategische Neuausrichtung sollen im kommenden Monat folgen: Auf der jährlichen CAGNY-Konferenz will das Management erläutern, wie Procter & Gamble sich unter der neuen Führung „neu erfinden“ will. Für Anleger wird diese Präsentation zur nächsten wichtigen Standortbestimmung für die mittelfristigen Perspektiven des Konsumgüterkonzerns.

Procter & Gamble-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Procter & Gamble-Analyse vom 29. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Procter & Gamble-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Procter & Gamble-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 29. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Procter & Gamble: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...