ProSiebenSat.1 Media und Axel Springer: Fusion voraus?

Vor rund zehn Jahren haben es die beiden großen deutschen Medienkonzerne ProSiebenSat.1 und Axel Springer schon einmal versucht: In 2005 wollte das (digitale) Verlagshaus Springer ProSiebenSat.1 übernehmen. Doch Medienaufsicht und Kartellamt hatten gegen den Deal etwas einzuwenden. Inzwischen haben Gerichte entschieden, dass der Kauf aus rechtlicher Sicht kein Problem gewesen wäre. Nun starten ProSiebenSat.1 und Axel Springer offenbar eine neue Fusions-Offensive.

 

© Axel Springer
© Axel Springer

Wie die Nachrichtenagenturen Reuters und Bloomberg unter Berufung von Insidern berichten, haben erste Gespräche über eine Fusion stattgefunden. Laut „Wall Street Journal“ soll der TV-Konzern ProSiebenSat.1 bei einer Fusion der größere und federführende Partner sein. Durch einen Zusammenschluss von Springer und ProSiebenSat.1 würde ein neuer deutscher Medienriese entstehen.

 

ProSiebenSat.1 und Axel Springer: Gemeinsam stark?

Mit einem Marktwert von 9,7 Mrd. Euro (ProSiebenSat.1) und 4,7 Mrd. Euro (Springer) zählen die beiden Konzerne zu den größten Medienunternehmen in Deutschland. ProSieben erzielte in 2014 einen Umsatz von 2,9 Mrd. Euro, Springer lag bei gut 3 Mrd. Euro. In der Summe ergeben sich beeindruckende Zahlen, eine Fusion würde dem Konzern zweifellos eine starke Marktmacht geben.

 

An der Börse werden solche Gedankenspiele und Gerüchte wie eine mögliche Fusion der beiden Medien-Giganten natürlich gerne gesehen. Im nachbörslichen Handel gestern Abend sind die Aktien beider Unternehmen deutlich gestiegen.

 

Börse freut sich über Spekulationen – aber noch fehlt Konkretes

Von den knapp vier Prozent, die die ProSiebenSat.1 Media AG zugelegt hat, ist im heutigen Vormittags-Handel jedoch nur wenig übrig geblieben. Anders sieht es hingegen bei der Axel Springer SE aus. Die Aktie legte um gut sechs Prozent zu, das Plus konnte der Titel bisher auch halten.

Laut Insidern ist es noch ein langer Weg bis die Fusion Realität werden könnte. Es sei eher eine Sache von Monaten als Wochen, so die Information.

150707 ProSieben

150707 Axel Springer

 

Kurzfristig müssen sich die Anleger von ProSiebenSat.1 und Axel Springer also noch gedulden. Sollten sich die Gerüchte verdichten und der Deal konkreter werden, dürfte das jedoch für beide Papiere neue Impulse bedeuten.

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