Prosus Aktie: Die Takeaway-Wende!

Just Eat Takeaway legte im September leicht zu; iFood behauptete seine starke Position, während Prosus sein Portfolio breiter aufstellte.

Die Kernpunkte:
  • Bestellungen stiegen im September um 0,1 Prozent
  • Just Eat Takeaway erzielte 1,9 Milliarden US-Dollar Umsatz
  • iFood erreicht rund 80 Prozent App-Marktanteil
  • Despegar steigerte Erlöse um mehr als 20 Prozent

Nach 55 Monaten anhaltender Rückgänge verzeichnet die Essenslieferplattform Just Eat Takeaway erstmals wieder ein Bestellplus im Jahresvergleich. Der Mutterkonzern Prosus legte heute ein freiwilliges Geschäftsupdate für seine Lieferdienste vor. Im September stiegen die Bestellungen weltweit um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Bei der Kontrollübernahme im Dezember 2025 waren die Auftragseingänge noch um neun Prozent eingebrochen.

Der Technologiespezialist hatte Just Eat Takeaway Ende vergangenen Jahres für 3,6 Milliarden Pfund übernommen. Nach Angaben von Prosus-CEO Fabricio Bloisi griffen in den vergangenen Monaten tiefgreifende operative Maßnahmen. Der Konzern investierte gezielt in Technologie, optimierte Logistikketten und verstärkte Initiativen zur Kundenbindung. Diese Schritte sollten die Abwanderung stoppen und die Profitabilität pro Bestellung erhöhen.

Die Erholung im Liefergeschäft markiert einen wichtigen Meilenstein für die Beteiligungsholding. Bloisi nimmt zugunsten einer nachhaltigen Expansion vorübergehend Abstriche bei der kurzfristigen Marge in Kauf, um langfristig schneller wachsende Plattformen aufzubauen.

Stabile Erträge und Marktmacht in Lateinamerika

In den ersten sechs Monaten nach der Übernahme im Dezember erwirtschaftete Just Eat Takeaway einen Umsatz von 1,9 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn belief sich in diesem Zeitraum auf 83 Millionen US-Dollar. Die heute vorgelegten Finanzdaten stammen aus einem Aktionärsbrief und wurden bislang noch nicht von unabhängigen Wirtschaftsprüfern testiert.

Parallel dazu festigte die brasilianische Plattform iFood ihre marktbeherrschende Stellung. Der Lieferdienst hält in Brasilien einen App-Marktanteil von rund 80 Prozent und bedient 80 Millionen wiederkehrende Kunden. Laut Bloisi verbrannten konkurrierende Anbieter zuletzt rund 150 Millionen US-Dollar pro Monat, ohne den Marktführer nennenswert zu verdrängen.

Zusätzlichen Schub erhält iFood durch neue Geschäftsfelder. Die Aktivitäten abseits traditioneller Restaurantmahlzeiten steuern inzwischen etwa 40 Prozent der Erlöse bei. Zudem wuchs das preisgünstigere Produktangebot Hits im Halbjahresvergleich um 70 Prozent. Gastronomiebetriebe, die vorrangig auf das Netzwerk setzen, verzeichnen ein spürbar robusteres Geschäft als Wettbewerber.

Breiteres Portfolio federt Marktschwäche ab

Auch abseits der Essenslieferdienste vermeldet das Management operative Fortschritte. Das Reiseportal Despegar steigerte seine Erlöse zuletzt um mehr als 20 Prozent. Die Kleinanzeigensparte OLX und der Bezahldienst PayU arbeiteten profitabel, während PayU zugleich seine Reichweite ausbaute.

Auf Konzernebene hatte Prosus im Geschäftsjahr bis Juni den bereinigten Gewinn um 84 Prozent auf 1,3 Milliarden US-Dollar gesteigert. Das operative Momentum steht jedoch in deutlichem Kontrast zur bisherigen Wertentwicklung an den Finanzmärkten.

An der Börse notieren die Papiere derzeit bei 35,30 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust der Beteiligungsgesellschaft auf 34 Prozent. Die Stabilisierung des Liefergeschäfts liefert Anlegern nun konkrete Anhaltspunkte für den Fortschritt der laufenden Portfoliorestrukturierung.

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