PSA übernimmt Opel und will damit zur Nummer 2 hinter VW werden

Der französische Auto-Konzern PSA kauft nach 88 Jahren unter dem GM-Dach nun die Marke Opel für den Peugeot-Konzern. Mit einem Marktanteil von dann rund 17 % will PSA so nun zu einem "europäischen Auto-Champion" und zur Nummer 2 hinter Volkswagen aufsteigen.

Am Montag ließ der Konzern verlauten, dass die Franzosen 1,3 Mrd. Euro für Opel und die britische Schwester Vauxhall bezahlen. Darauf hatte man sich mit dem US-Unternehmen GM geeinigt. Damit wird der französische Autokonzern PSA seinen Marken Peugeot, Citroën und DS nun noch weitere hinzufügen und seinen Marktanteil erhöhen.

Insgesamt werden 2,2 Mrd. Euro für Opel gezahlt

Weitere 900 Mio. Euro erhält General Motors für das europäische Geschäft der Finanzierungsgesellschaft GM Financial. Die Gesellschaft bietet Finanzierungen für Autokäufer an. Peugeot übernimmt sie zusammen mit der französischen Bank BNP Paribas.

Das Volumen für beide Transaktionen liegt damit dann zusammen bei 2,2 Mrd. Euro. Davon trägt 1,8 Mrd. Euro Peugeot und die Pariser Bank rund 400 Mio. Bis zum Jahr 2026 erwartet PSA durch den Zusammenschluss mit Opel jährliche Synergien in Höhe von 1,7 Mrd. Euro. "Wir glauben, dass wird mit diesem Deal die Effizienz auf ein höheres Level bringen können", sagte PSA-Chef Carlos Tavares am Montag.

Jobsicherheit nur bis Ende 2018

"Wir respektieren die Verpflichtungen, die GM gegenüber den Mitarbeitern von Opel/Vauxhall eingegangen ist", sagte Tavares weiterhin. Der Konzernchef hat sich gegenüber der Bundesregierung bereit erklärt, den Mitarbeitern bis Ende 2018 eine Jobgarantie zu geben. Was anschließend passiert, ist jedoch unklar.

Bei der Übernahme durch PSA wird von den 19.000 deutschen Mitarbeitern mittelfristig ein Jobabbau befürchtet. Neben dem Stammwerk in Rüsselsheim hat Opel ebenfalls Fabriken in Kaiserslautern und Eisenach sowie ein Ersatzteilzentrum in Bochum. Milliardenschwere Pensionsverpflichtungen verbleiben Berichten zufolge zu großen Teilen bei der Noch-Mutter GM.

Zudem habe sich GM bis ins Jahr 2020 tarifvertraglich zu Investitionen und Produktion in den drei deutschen Opel-Werken verpflichtet. Opel beschäftigt derzeit gut 38.000 Mitarbeiter in sieben europäischen Ländern.

Opel soll erhalten bleiben

Tavares hat außerdem zugesagt, dass Opel als deutschen Unternehmen erhalten bleiben soll. Zugleich kündigte er aber auch an, dass sich der Konzern im Falle einer Übernahme durch PSA weitgehend aus eigener Kraft sanieren müsse.

Doch das wird nicht einfach werden, denn Opel schreibt seit Jahren rote Zahlen. Im letzten Jahr stand die GM-Europasparte operativ mit 257 Mio. Dollar (also rund 241 Mio. Euro) in den Miesen. PSA dagegen machte mit einem harten Sanierungskurs und einem Stellenabbau unterm Strich einen satten Gewinn von 1,7 Mrd. Euro.

%d Bloggern gefällt das: