Puma Aktie: 29,06 Prozent für 1,5 Milliarden Euro
Anta Sports steigert Umsatz und Gewinn deutlich, während Puma im zweiten Quartal 2026 Umsatz einbüßt und an seiner Neuausrichtung arbeitet.

- Anta Sports steigert Halbjahresgewinn um 35 Prozent
- Puma meldet rückläufige Erlöse im zweiten Quartal
- Freier Cashflow erreicht 328,8 Millionen Euro
- Anta Sports strebt 29,06-Prozent-Anteil an
Während sich der Herzogenauracher Sportartikelhersteller Puma weiterhin in einem strategischen „Reset-Jahr“ befindet, kommen positive Signale vom künftigen Großaktionär. Gestern veröffentlichte Anta Sports starke Halbjahresergebnisse, die auf ein robustes Marktumfeld im asiatischen Raum hindeuten.
Die Entwicklung des chinesischen Konzerns wird für Puma-Anleger zunehmend relevanter, da Anta Sports den Erwerb einer signifikanten Beteiligung an dem deutschen Unternehmen anstrebt.
Starke Zahlen bei Anta Sports
Medienberichten zufolge konnte Anta Sports den Umsatz im ersten Halbjahr um 12,9 % auf 43,5 Milliarden RMB steigern. Besonders deutlich fiel das Plus beim Gewinn aus, der um 35 % zulegte. Das operative Ergebnis kletterte um 16,1 %. Bemerkenswert ist dabei die Dynamik der Marken außerhalb der Kernmarken Anta und Fila, die ein Umsatzplus von 44,2 % und eine Steigerung des operativen Gewinns um 43,9 % verzeichneten.
Diese Wachstumszahlen stehen im Kontrast zur aktuellen Lage bei Puma. Das Unternehmen beendete den Handel am Freitag bei 23,85 Euro und notiert damit aktuell 11 % unter dem gleitenden Durchschnitt der vergangenen 50 Tage. Zudem weist das Papier einen Abschlag von 21 % gegenüber dem im Mai erreichten 52-Wochen-Hoch auf.
Puma fokussiert sich auf Effizienz und Neuausrichtung
Unternehmensangaben zufolge verlief das zweite Quartal 2026 für Puma plangemäß im Zeichen von Restrukturierungsmaßnahmen. Der Umsatz ging währungsbereinigt um 9,4 % auf 1.690,6 Millionen Euro zurück, was primär auf eine schwächere Nachfrage in den Regionen EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika) sowie Amerika zurückzuführen ist. Dennoch gelang es dem Management, die Bruttomarge um 180 Basispunkte auf 48,0 % zu steigern.
Das operative Ergebnis (EBIT) verbesserte sich von minus 109,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf minus 53,1 Millionen Euro. In diesem Wert sind positive Effekte aus Zollrückerstattungen in Höhe von 11,5 Millionen Euro enthalten.
Ein wesentlicher Lichtblick war der freie Cashflow, der durch ein verbessertes Management des Working Capital und geringere Investitionsausgaben deutlich auf 328,8 Millionen Euro anstieg. Puma bestätigte die Prognose für das Gesamtjahr 2026 und erwartet weiterhin ein EBIT zwischen minus 50 Millionen und minus 150 Millionen Euro.
Wechsel in der Führungsebene
Parallel zur wirtschaftlichen Neuausrichtung vollzieht Puma personelle Veränderungen. Wie das Unternehmen am 17. August mitteilte, wurde Dennis Schröder zum Managing Director Europe ernannt. Er berichtet an Chief Commercial Officer Matthias Baeumer und bringt umfangreiche Erfahrungen aus dem internationalen Einzelhandel mit.
Zudem gab es einen Wechsel im Finanzressort: Mark Langer übernahm am 1. Mai die Position des CFO von Markus Neubrand, der das Unternehmen nach einer Übergangsphase Ende September endgültig verlassen wird. Medienberichten zufolge scheidet zudem Johan Adamsson, verantwortlich für das globale Sportmarketing, nach 25 Jahren aus persönlichen Gründen aus.
Die langfristige Perspektive wird maßgeblich durch den geplanten Einstieg von Anta Sports geprägt. Berichten von CNBC zufolge hat der chinesische Konzern am 27. Januar vereinbart, einen Anteil von 29,06 % an Puma von der Groupe Artémis zu erwerben. Das Transaktionsvolumen liegt bei 1,5 Milliarden Euro, was einem Preis von 35 Euro pro Aktie entspricht.
Der Abschluss dieses Deals wird bis zum Ende des laufenden Jahres erwartet. Bereits im Frühjahr wurde zudem bekannt, dass die britische Frasers Group eine Beteiligung von 5,77 % an Puma aufgebaut hat. Eine breitere Unterstützung erfährt die Aktie durch Analysten wie Monique Pollard von der Citigroup, die das Papier im Juni auf „Buy“ hochgestuft und ein Kursziel von 35 Euro ausgegeben hatte.
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