Puma Aktie: EBIT-Verlust auf 53,1 Millionen reduziert
Puma verringert operativen Verlust im zweiten Quartal deutlich, leidet aber unter schwacher Nachfrage in Amerika und EMEA. Prognose bleibt unverändert.

- EBIT-Verlust mehr als halbiert
- Umsatz sinkt um 9,4 Prozent
- Asien-Pazifik treibt Wachstum
- Jahresziele trotz Fortschritten bestätigt
Der Sportartikelhersteller Puma hat gestern seine Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt. Während das Unternehmen seinen operativen Verlust im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich reduzieren konnte, belastete eine anhaltend schwache Nachfrage in den westlichen Märkten die Umsatzentwicklung. Da der Vorstand trotz der operativen Fortschritte keine Anhebung der Jahresprognose vornahm, reagierte der Markt mit Kursabschlägen.
Umsatzrückgang belastet das operative Ergebnis
Im zweiten Quartal verzeichnete Puma einen währungsbereinigten Umsatzrückgang von 9,4 Prozent auf 1,69 Milliarden Euro. Besonders das Großhandelsgeschäft (Wholesale) erwies sich mit einem Minus von 14,0 Prozent auf rund 1,09 Milliarden Euro als belastend. Im Gegensatz dazu konnte der Bereich Direct-to-Consumer (DTC) ein minimales Wachstum von 0,4 Prozent auf 595,8 Millionen Euro erzielen, wobei der E-Commerce-Kanal um 1,8 Prozent zulegte.
Trotz der rückläufigen Erlöse gelang es dem Konzern aus Herzogenaurach, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) zu verbessern. Der EBIT-Verlust belief sich auf 53,1 Millionen Euro, nachdem im Vorjahresquartal noch ein Minus von 109,1 Millionen Euro in den Büchern gestanden hatte. In diesem Ergebnis sind positive Einmaleffekte aus Zollrückerstattungen in Höhe von 11,5 Millionen Euro enthalten. Die Bruttomarge verbesserte sich zeitgleich um 180 Basispunkte auf 48,0 Prozent, was unter anderem auf eine optimierte Kostenstruktur zurückzuführen ist.
Regionale Unterschiede und starker Cashflow
Ein Blick auf die geografischen Märkte zeigt ein zweigeteiltes Bild. Während die Regionen EMEA (Europa, Mittlerer Osten und Afrika) mit einem Minus von 12,9 Prozent und Amerika mit einem Rückgang von 15,4 Prozent schwächelten, setzte sich der Wachstumstrend in Asien/Pazifik fort. Dort stiegen die Erlöse um 8,6 Prozent auf 416,0 Millionen Euro. Insbesondere der chinesische Markt stützte das Ergebnis mit einem währungsbereinigten Zuwachs von 0,9 Prozent. In Nordamerika hingegen brachen die Umsätze um 16,7 Prozent ein.
Positiv entwickelte sich die Liquiditätslage des Unternehmens. Der freie Cashflow sprang im zweiten Quartal auf 328,8 Millionen Euro, nach 94,9 Millionen Euro im Vorjahr. Dieser Anstieg wurde maßgeblich durch ein konsequentes Vorratsmanagement getrieben. Die Vorräte konnten um 15,3 Prozent auf 1,82 Milliarden Euro reduziert werden. CEO Arthur Hoeld verwies in diesem Zusammenhang auf Fortschritte bei der laufenden Restrukturierung und hob die Bedeutung neuer Technologien wie der NITRO-Dämpfung sowie globaler Partnerschaften im Fitnessbereich hervor.
Analysten reagieren verhalten auf bestätigte Ziele
An der Börse sorgten die Nachrichten für Verkaufsdruck. Am Freitag schloss das Papier mit einem Minus von 2,61 Prozent bei 27,63 Euro. Damit notiert der Wert zwar weiterhin rund 17,90 Prozent über seinem gleitenden 200-Tage-Durchschnitt von 23,43 Euro, konnte die Dynamik der vergangenen Monate jedoch nicht aufrechterhalten.
Die Analysten der Investmentbank JPMorgan bewerten die Aktie weiterhin mit „Neutral“ und rufen ein Kursziel von 26 Euro auf. Marktbeobachter werteten es kritisch, dass Puma die Jahresziele lediglich bestätigte, anstatt sie nach dem leicht über dem Konsens liegenden EBIT-Ergebnis anzuheben. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet der Vorstand weiterhin einen währungsbereinigten Umsatzrückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Das EBIT soll in einer Spanne zwischen minus 50 Millionen und minus 150 Millionen Euro liegen. Der eigentliche Turnaround wird laut Unternehmensangaben für das Geschäftsjahr 2027 angestrebt. Zudem plant das Management für das laufende Jahr Investitionen (Capex) in Höhe von rund 200 Millionen Euro.
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