Puma Aktie: Zollbonus verdeckt Schwäche
Puma verzeichnete im dritten Quartal ein schwaches operatives Geschäft und erwartet 2026 einen Verlust von 80 bis 130 Millionen Euro.

- Bereinigtes EBIT sinkt auf 0,4 Millionen Euro
- Nordamerika-Umsatz fällt um 17,2 Prozent
- Asien-Pazifik wächst um zehn Prozent
- Puma erwartet 2026 operativen Verlust
Ohne die Zollrückerstattung sähe das dritte Quartal bei Puma deutlich schlechter aus. Der Sportartikelhersteller schreibt zwar weniger Verlust als vor einem Jahr, doch das operative Geschäft bleibt schwach. Die Jahresprognose präzisiert der Konzern dennoch.
Operatives Ergebnis kippt ins Minus
Das Betriebsergebnis (EBIT) lag bei minus 11,4 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 16,2 Millionen Euro im Vorjahr. Eingerechnet sind eine Zollrückerstattung von 29,8 Millionen Euro und Einmalkosten von 11,7 Millionen Euro für das Kosteneffizienzprogramm. Bereinigt blieb ein kleiner Gewinn von 0,4 Millionen Euro, nach 26,3 Millionen Euro im Vorjahr. Analysten hatten mit gut 2 Millionen Euro gerechnet.
Der Nettoverlust sank auf 54,9 Millionen Euro, je Aktie auf 0,37 Euro. Das fiel allerdings größer aus als erwartet.
Der Umsatz ging währungsbereinigt um 6,3 Prozent auf 1,78 Milliarden Euro zurück, übertraf aber die Schätzungen leicht. Puma verweist auf den bewussten Rückzug aus dem Geschäft mit Massenhändlern und auf schwächere Nachfrage.
Nordamerika und Europa bremsen, Asien wächst
Die Regionen laufen auseinander. In Nordamerika brach der Umsatz um 17,2 Prozent ein. In Europa, dem Nahen Osten und Afrika sank er um 11,5 Prozent auf 801,2 Millionen Euro. Asien-Pazifik legte dagegen um 10 Prozent auf 394,6 Millionen Euro zu, getragen von der Nachfrage nach flachen Sneakern.
Der Großhandel schrumpfte um 9,6 Prozent. Das Geschäft mit Endkunden stieg leicht, der Onlinehandel wuchs um 7,8 Prozent.
Die Bruttomarge verbesserte sich auf 49,5 Prozent, auch dank niedrigerer Beschaffungskosten und der Zollerstattung. Die Betriebskosten stiegen jedoch, getrieben von Marketing, IT und Direktvertrieb. Positiv fällt der Cashflow auf: Der freie Mittelzufluss lag bei 92 Millionen Euro, nach einem Abfluss von 43 Millionen Euro im Vorjahr. Die Lagerbestände sanken um knapp ein Viertel.
Prognose enger gefasst
Für 2026 erwartet Puma nun einen operativen Verlust von 80 bis 130 Millionen Euro. Zuvor lag die Spanne bei 50 bis 150 Millionen Euro. Der Mittelpunkt rutscht damit leicht nach unten und liegt nahe der Analystenschätzung von rund 100 Millionen Euro. Beim Umsatz bleibt es bei einem währungsbereinigten Rückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich.
Die Investitionen sollen unter 150 Millionen Euro bleiben, zuvor waren es rund 200 Millionen Euro geplant. Ein Teil der Differenz entsteht, weil bestimmte IT-Kosten künftig als laufender Aufwand statt als Investition verbucht werden.
CEO Arthur Höld spricht von einem Quartal im Rahmen der Erwartungen. 2026 gilt als Reset-Jahr, ab 2027 will Puma wieder profitabel wachsen. Im Hintergrund steht der neue Großaktionär Anta Sports, der seit Anfang Oktober 29,9 Prozent hält und zwei Aufsichtsratsmandate besetzt. Die Aktie notierte im frühen Handel mit gut einem Prozent im Plus bei 25,36 Euro. Am 15. November tritt Arne Arens sein Amt als Chief Commercial Officer an.
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