PUMA: Wird die Raubkatze zum Kätzchen?

Der Sportartikelhersteller PUMA hat sich auf die Fahne geschrieben, die schnellste Sportmarke der Welt zu werden. Ein ambitioniertes Ziel, wenn man sich zum Vergleich die Zahlen von Adidas oder Branchenprimus Nike anschaut.

 

© Ralf Roedel / PUMA
© Ralf Roedel / PUMA

Jetzt stand erst einmal die Bekanntgabe der Ergebnisse für das 1. Quartal 2015 auf dem Programm. Insgesamt waren diese ganz gut, wenngleich auch aufgrund verschiedener Einflüsse die Prognose durch den Vorstand von PUMA angepasst wurde. Aber dazu später mehr.

 

Starke Umsätze bei PUMA

Der Umsatz ist bei PUMA in den ersten drei Monaten des Jahres stärker gestiegen als erwartet. Insgesamt kletterten die konsolidierten Umsätze währungsbereinigt um 4,4% auf 821 Mio. Euro. Dabei entwickelten sich alle Regionen weiterhin positiv und konnten zulegen. Einzig das Vereinigte Königreich bildete hier eine Ausnahme und verzeichnete einen Rückgang durch ein schwaches Lifestyle-Geschäft.

Die Sparte Schuhe legte bei PUMA am stärksten zu. Hier ging es währungsbereinigt um 7,8% auf 378 Mio. Euro nach oben. In der Sparte Textilien legte man 5,7% zu und erreichte 280 Mio. Euro und die Sparte Accessoires meldete einen Rückgang von 4,6% auf 163 Mio. Euro.

 

Währungskurse drücken bei PUMA das Ergebnis

Rückgängig war die Rohertragsmarge aufgrund von Währungskurseinflüssen. Hier wurden nach 48,55% im Vorjahresvergleichszeitraum nun 46,9% erzielt. Die operativen Aufwendungen erhöhten sich um 17,7% auf 351 Mio. Euro.

Neben den negativen Wechselkurseinflüssen spielten hier mehrere Faktoren eine Rolle. Zum einen investierte PUMA in die Marketing-Kampagne „Forever Faster“, zum anderen standen Investitionen in die eigene IT-Infrastruktur auf dem Programm. Weiterhin wurden mehrere Einzelhandelsgeschäfte, insbesondere in den Wachstumsmärkten, eröffnet.

Diese höheren operativen Kosten und die gesunkene Rohertragsmarge haben trotz gestiegener Umsätze einen Rückgang beim EBIT als Folge. Nach 59 Mio. Euro im Quartal des Vorjahes wurden hier 38 Mio. Euro erzielt. Die entsprechende Marge sank von 8,1% auf 4,6%.

Schlussendlich sank das Konzernergebnis von zuvor 36 Mio. Euro um 30,3% auf 25 Mio. Euro. Das Ergebnis je Aktie ging von 2,38 Euro auf 1,66 Euro zurück.

 

PUMA reagiert mit Gewinnwarnung

Für das laufende Geschäftsjahr geht PUMA weiterhin von einem währungsbereinigten Anstieg der Umsatzerlöse im Bereich des mittleren einstelligen Prozentbereiches aus. Jedoch: Die Auswirkungen der negativen Kurseinflüsse wird das Unternehmen nicht vollständig ausgleichen können.

Dementsprechend erwartet PUMA für das Gesamtjahr einen Rückgang der Rohertragsmarge von 100 bis 150 Basispunkten gegenüber dem Vorjahr. Hier lag die Marge bei 46,6%. Das EBIT wird nun zwischen 80 bis 100 Mio. Euro erwartet. Demzufolge sinkt auch die Prognose für das Konzernergebnis.

 

Aktie von PUMA gerät in Turbulenzen

Der Markt zeigte seine Reaktion ohne Verzögerung. In der Folge rutschten die Aktien von PUMA im gestrigen Tagesverlauf um 6,4% auf 169,55 Euro nach unten.

Dabei konnte die Aktie erst kürzlich den hartnäckigen Widerstand bei 195 Euro nach oben durchbrechen. Die Freude hielt jedoch nicht lange an und wir gehen davon aus, dass es hier auf kurze Sicht keine nachhaltigen Verbesserungen im Kurs geben wird.

150507 Puma

Abzuwarten ist, ob PUMA unter diesen schwierigen Marktbedingungen weiterhin Erfolge verbuchen kann. Wie die Zahlen belegen, ist der Umsatz allein noch nicht der entscheidende Faktor. Investierte Anleger sollten hier, falls man sich nicht von den Papieren trennen will, auf jeden Fall mit Stopp-Loss arbeiten, um größere Verluste zu vermeiden.

 

 

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