q.beyond Aktie: Operative Delle, Hoffnung auf 2027

Schwächere operative Entwicklung drückt die EBITDA-Erwartung für 2026; ein Analyst bestätigt trotz gesenktem Kursziel seine Kaufempfehlung.

Die Kernpunkte:
  • Drittes Quartal mit negativem EBITDA
  • Auftragseingang steigt auf 49,7 Millionen Euro
  • Sparprogramm soll ab 2027 jährlich sieben Millionen Euro bringen
  • Analyst senkt Kursziel auf 4,90 Euro

Die zweite Prognosesenkung binnen zehn Wochen setzt q.beyond unter Druck. Entscheidend ist dabei weniger die Restrukturierung als die Verschlechterung im laufenden Geschäft. Ein Analyst sieht die Glaubwürdigkeit des Managements angekratzt, hält aber an seiner Kaufempfehlung fest.

Operative Probleme statt Umbaukosten

Im dritten Quartal setzte der IT-Dienstleister 43,2 Millionen Euro um, genau im erwarteten Rahmen. Das EBITDA lag mit minus 4,8 Millionen Euro jedoch deutlich unter der Erwartung von minus 0,2 Millionen Euro. Rückstellungen für den beschleunigten KI-Umbau samt Stellenabbau belasteten das Ergebnis zwar, bereinigt blieb aber ein EBITDA von minus 0,5 Millionen Euro.

Der Vorstand erwartet für 2026 nun einen Umsatz von 174 bis 178 Millionen Euro, zuvor waren es 176 bis 180 Millionen. Beim EBITDA rechnet er mit minus 4 bis minus 2 Millionen Euro statt plus 3 bis 7 Millionen.

Bemerkenswert: Die Umbaukosten waren in der alten Spanne bereits enthalten. Ohne Einmaleffekte sinkt die Zielmarke von 9 bis 13 Millionen auf 2 bis 4 Millionen Euro. Im Mittel entspricht das rund 8 Millionen Euro operativer Verschlechterung.

Als Gründe nennt das Unternehmen höhere einmalige Lizenzkosten, zusätzliche Ausgaben für die interne Digitalisierung samt KI-Werkzeugen und verschobene Kundenprojekte, vor allem im Bereich Managed Services. Für das vierte Quartal impliziert die Prognose ein EBITDA zwischen minus 2,3 und minus 0,3 Millionen Euro. Eine spürbare Besserung ist das nicht.

Auftragseingang und Sparprogramm als Gegengewicht

Positiv fällt der Auftragseingang aus. Er sprang im dritten Quartal auf 49,7 Millionen Euro und erreichte damit fast das gesamte erste Halbjahr. Das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz liegt bei 1,15.

Hinzu kommt ein Sparprogramm, das ab 2027 jährlich etwa 7 Millionen Euro bringen soll. Es umfasst den Abbau von 70 bis 80 Stellen in Deutschland, die Verlagerung des Service-Desks nach Cluj und die Automatisierung von Prozessen. Das Management stellt für das kommende Jahr deutlich steigende Umsätze und Ergebnisse in Aussicht.

Analyst bleibt bei Kaufen

Der Analyst bewertet die zweite Senkung als Rückschlag für die Glaubwürdigkeit, vor allem wegen ihrer Größenordnung. Positive Kurstreiber sieht er bis auf Weiteres nicht. Auch das Ziel für 2028 mit 250 Millionen Euro Umsatz und zehn Prozent EBITDA-Marge hält er für gefährdet. Seine Schätzungen liegen dort bei 204 Millionen Euro und 6,5 Prozent.

Dennoch bestätigt er „Buy“ und senkt das Kursziel leicht von 5,10 auf 4,90 Euro. Gekappt hat er nur die Schätzungen für 2026. Als Absicherung nach unten verweist er auf die Nettoliquidität von 19,3 Millionen Euro und die stille Reserve im Hamburger Rechenzentrum, die rund zwei Drittel des Börsenwerts abdecken soll.

Der erste echte Test für die Sanierung kommt mit dem ersten Quartal 2027. Dann muss q.beyond zeigen, dass Sparprogramm und Auftragsboom im Ergebnis ankommen.

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