Qiagen Aktie: Zwei Bieter, ein Preisschild

Berichten zufolge prüft EQT ein Gebot von über 50 Dollar je Aktie; eine offizielle Bestätigung liegt bislang nicht vor.

Die Kernpunkte:
  • EQT soll über 50 Dollar bieten
  • KKR soll ebenfalls eine Offerte abgegeben haben
  • Qiagens Konzernspitze berät noch diese Woche
  • Parse Biosciences liefert neue Einzelzellplattform aus

Qiagen rückt erneut ins Zentrum von Übernahmespekulationen. Diesmal klingen die Berichte konkreter als in den vergangenen Jahren: Der Finanzinvestor EQT soll in fortgeschrittenen Verhandlungen stecken, auch KKR hat offenbar eine Offerte abgegeben.

Was über die Offerte kolportiert wird

EQT soll mehr als 50 Dollar je Aktie geboten haben, was einem Gesamtwert von über 9 Milliarden Euro entspräche. Umgerechnet sind das rund 44,50 Euro für die in New York notierte Stammaktie. Die Konzernspitze will noch diese Woche über das Interesse beraten. Qiagen wollte den Bericht nicht kommentieren, auch EQT und KKR äußerten sich nicht.

Eine offizielle Bestätigung eines Gebots liegt damit nicht vor. Es handelt sich um Informationen aus dem Umfeld der Verhandlungen.

Die Börse reagierte prompt. Im späten Xetra-Handel am Dienstag legte die Aktie um fast vier Prozent auf 42,38 Euro zu. Vorbörslich ging es bei Tradegate zunächst um bis zu 3,5 Prozent höher, zuletzt blieb ein Plus von mehr als zwei Prozent. Die Papiere notieren damit auf dem höchsten Stand seit Mitte Februar.

Eine Geschichte mit Rückschlägen

Anleger kennen das Muster. Im Januar trieben Gerüchte den Kurs bis auf fast 48 Euro, danach zerschlugen sich die Hoffnungen auf ein Gebot. Im Sommer rutschte die Aktie auf knapp 27,50 Euro ab. Zu Beginn des Jahrzehnts war Thermo Fisher mit 43 Euro je Aktie gescheitert, weil die Mindestannahmeschwelle von 75 Prozent verfehlt wurde.

Qiagen hat keinen Großaktionär, die Anteile sind breit gestreut. Das erschwert jede Transaktion, weil viele Investoren überzeugt werden müssen.

Neu ist die Rolle des Managements. Qiagen lotet seit dem Frühjahr mit Banken strategische Optionen aus. Seit dem 1. September führt Jonathan Pratt den Konzern, zuvor leitete er die Filtration Group und begleitete dort den Verkauf an Parker Hannifin bis zum Abschluss. Erfahrung mit solchen Prozessen bringt er also mit.

Operatives Geschäft läuft weiter

Parallel dazu liefert die Tochter Parse Biosciences ihre neue Einzelzellplattform Evercode MAX aus. Forschende können damit bei gleichem Budget bis zu 2,5-mal so viele Zellen analysieren, die Kosten pro Probe sinken um bis zu 58 Prozent. Kursrelevant ist das kaum, es zeigt aber, dass das Life-Science-Geschäft unabhängig vom Übernahmepoker Produkte an den Markt bringt.

Die Beratungen der Konzernspitze noch in dieser Woche gelten als nächster greifbarer Termin. Ob daraus ein formales Angebot wird, entscheidet sich erst danach. Ein Preis von rund 44,50 Euro läge nur leicht über dem aktuellen Kurs.

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