Qualcomm Aktie: 3,9 Milliarden für Modular-Übernahme

Qualcomm kämpft mit sinkenden Smartphone-Verkäufen und setzt auf KI-Infrastruktur. Analysten warnen vor Überhitzung im Chip-Sektor.

Die Kernpunkte:
  • Aktie fällt um 1,77 Prozent
  • Smartphone-Markt bricht ein
  • Milliardendeal für KI-Software
  • Meta als Kunde für Dragonfly-Chip

Qualcomm steckt im Umbruch. Das einstige Kerngeschäft mit Smartphone-Chips gerät unter massiven Druck, während der Konzern alles auf die Karte KI-Infrastruktur setzt. An der Börse sorgt dieser Wandel für Nervosität. Die Aktie notiert am Donnerstag bei 152,74 Euro, was einem Minus von 1,77 Prozent entspricht. Trotz der jüngsten Volatilität rettet das Papier seit Jahresbeginn noch ein Plus von 3,48 Prozent.

Investoren ziehen Kapital ab

Erste große Adressen reagieren auf die Unsicherheit. Die Bank of New York Mellon reduzierte ihre Position zuletzt um 3,4 Prozent, während Sanctuary Advisors ihren Anteil ebenfalls leicht verringerte. Parallel dazu warnen Analysten in einer aktuellen Umfrage vor einer Überhitzung im gesamten Halbleitersektor. Rund 82 Prozent der befragten Fondsmanager halten Wetten auf Chip-Werte für das am stärksten „überlaufene“ Geschäft der Marktgeschichte.

Krise im Smartphone-Sektor

Derweil belasten strukturelle Probleme den klassischen Markt. Die globalen Auslieferungen von Mobiltelefonen sanken im zweiten Quartal 2026 um elf Prozent – der tiefste Stand seit über zehn Jahren. Hinzu kommt eine Kostenexplosion bei Speicherbausteinen, die sich teilweise um 300 Prozent verteuerten.

Diese „Chipflation“ zwingt Hersteller dazu, die Verkaufspreise für Endkunden anzuheben. Das trifft besonders das günstige Segment hart. Qualcomm spürt die Kaufzurückhaltung im Portemonnaie: Der Umsatz mit Handy-Chips schrumpfte zuletzt im Jahresvergleich um 13 Prozent.

Die 400-Milliarden-Dollar-Wette

Das Management steuert mit einer neuen Strategie dagegen. Für 3,9 Milliarden Dollar kaufte Qualcomm den Software-Spezialisten Modular, um im Bereich der KI-Rechenzentren Fuß zu fassen. Technologisch setzt das Unternehmen dabei auf die neue AI250-Architektur.

Diese soll die 18-fache Bandbreite der Vorgängergeneration liefern und deutlich effizienter arbeiten als bisherige Lösungen. Das Ziel ist ehrgeizig: Bis zum Ende des Jahrzehnts will Qualcomm den Umsatz außerhalb des Mobilfunksektors auf 400 Milliarden Dollar steigern. Davon sollen allein 150 Milliarden Dollar aus dem Bereich der Rechenzentren stammen.

Für das laufende Quartal peilt das Management einen bereinigten Gewinn zwischen 2,10 und 2,30 Dollar je Aktie an. Die detaillierten Ergebnisse werden Ende Juli erwartet. Ein wichtiger Meilenstein folgt im Jahr 2028: Dann startet die Produktion des Dragonfly-Prozessors, für den Meta bereits als erster großer Unternehmenskunde feststeht.

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