Qualcomm Aktie: Arm-Prozess eskaliert!

Qualcomm verlangt eine mehrjährige Lizenzgebührenpause von Arm und vereinbart mit Huawei gegenseitige Patentrechte.

Die Kernpunkte:
  • Qualcomm fordert bis zu fünf Jahre Gebührenpause
  • Arm-Prozess in Delaware hat begonnen
  • Mehrjährige Patentvereinbarung mit Huawei abgeschlossen
  • Aktienpaket an Amazon-Serverchipkäufe gekoppelt

Zwischen Qualcomm und dem britischen Halbleiterdesigner Arm Holdings ist gestern ein Bundesgerichtsprozess im US-Bundesstaat Delaware angelaufen. Der Chiphersteller aus San Diego will vor Gericht einen mehrjährigen Zahlungsstopp für Lizenzgebühren durchsetzen. Im Frankfurter Handel reagierte die Aktie gestern mit einem Abschlag von 1,9 Prozent auf 161,10 Euro.

Schwere Vorwürfe gegen Lizenzgeber Arm

Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters wirft Qualcomm dem Konzern Arm vor, vertraglich vereinbarte Werkzeuge für Chiptests zurückgehalten zu haben. Zudem habe Arm mit der Kündigung von Lizenzen gedroht. Diese Drohung habe Qualcomms Verhandlungen mit Meta Platforms belastet und beschädigt.

Vor Gericht fordert Qualcomm nun das Recht ein, die Zahlung von Lizenzgebühren an Arm für bis zu fünf Jahre auszusetzen. Dabei geht es nach Schätzungen um Summen im Umfang von potenziell mehreren Milliarden Dollar. Der Ausgang des Verfahrens in Delaware dürfte für die gesamte Halbleiterbranche von Gewicht sein, da Architekturen von Arm die Grundlage für einen Großteil moderner Mobil- und Rechenzentrumschips bilden.

Globale Patentallianz mit Huawei besiegelt

Parallel zur gerichtlichen Auseinandersetzung meldete Qualcomm an anderer Front eine Einigung. Gemeinsam mit Huawei gab das Unternehmen gestern den Abschluss einer mehrjährigen Patent-Lizenzvereinbarung bekannt. Das Abkommen regelt umfassende gegenseitige Lizenzen in den Technologiefeldern 5G, Computing, künstliche Intelligenz sowie Netzwerkinfrastruktur.

Teil der Vereinbarung ist zudem der Zukauf bestimmter US-Patente von Huawei durch Qualcomm in den genannten Bereichen. Dieser Patenttransfer steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen. Zu den finanziellen Bedingungen machten beide Konzerne keine Angaben.

Die Vereinbarung sichert Qualcomm den Zugriff auf grundlegende Schutzrechte im Mobilfunk- und Infrastruktursektor ab. Zudem besteht eine weltweite Patent-Lizenzvereinbarung mit Apple, die zum 1. April 2027 wirksam wird.

Aktienpaket an Serverchip-Aufträge von Amazon gekoppelt

Bereits am vergangenen Freitag hinterlegte Qualcomm bei der US-Börsenaufsicht eine S-3-Registrierung für bis zu 25.000.000 Stammaktien. Diese Papiere sind für den Weiterverkauf durch die Amazon.com NV Investment Holdings LLC vorgesehen. Sie stammen aus der Ausübung von Optionsscheinen.

Das Zuteilen dieser Bezugsrechte ist an konkrete kommerzielle Vereinbarungen gebunden: Amazon muss dafür Serverchip-Produkte und zugehörige Angebote von Qualcomm in entsprechendem Umfang abnehmen. Qualcomm verknüpft damit die Ausgabe neuer Anteile direkt mit der Platzierung eigener Rechenzentrumschips bei einem der weltweit größten Cloudanbieter.

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