Qualcomm Aktie: Automotive +61 Prozent stützt Erholung

Qualcomm übertrifft Umsatzerwartungen, doch der Ausblick enttäuscht. Die Aktie erholt sich dank starkem Automotive-Wachstum und strategischer Diversifizierung.

Die Kernpunkte:
  • Kursplus von 2,78 Prozent
  • Automotive-Umsatz steigt um 61 Prozent
  • Prognose für Q4 unter Analystenerwartungen
  • Preiserhöhungen ab September geplant

Die Qualcomm-Aktie zeigte am gestrigen Montag eine deutliche Erholungstendenz. Nachdem die jüngsten Quartalsergebnisse und ein zurückhaltender Ausblick auf das vierte Geschäftsquartal den Titel zuvor unter Druck gesetzt hatten, legte das Papier gestern um 2,78 % zu und ging bei 131,64 € aus dem Handel. Marktteilnehmer werten die Stabilisierung als Reaktion auf die zunehmende Diversifizierung des Halbleiterkonzerns, die den Rückgang im klassischen Smartphone-Segment zunehmend abfedert.

Automotive-Sparte bremst Smartphone-Flaute aus

Die am 29. Juli vorgestellten Ergebnisse für das dritte Geschäftsquartal offenbarten eine zweigeteilte Geschäftsentwicklung. Während der Umsatz im Bereich Handsets (Mobiltelefone) um 20 % auf 5,086 Milliarden US-Dollar sank, verzeichnete die Automotive-Sparte einen massiven Zuwachs von 61 % auf 1,588 Milliarden US-Dollar. Auch das Internet of Things (IoT) konnte mit einem Plus von 9 % auf 1,830 Milliarden US-Dollar zur Stabilisierung beitragen. Insgesamt belief sich der Konzernumsatz im dritten Quartal auf 9,947 Milliarden US-Dollar, was einem Rückgang von 4 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.

Trotz des Umsatzrückgangs übertraf Qualcomm damit die Erwartungen der Analysten, die im Schnitt mit 9,67 Milliarden US-Dollar gerechnet hatten. Das bereinigte Ergebnis je Aktie (EPS) lag mit 2,21 US-Dollar jedoch leicht unter dem Konsens von 2,23 US-Dollar und markierte einen Rückgang von 20 % zum Vorjahr. Sorgen bereitete den Anlegern primär der Ausblick auf das vierte Quartal: Mit einer EPS-Prognose zwischen 2,05 und 2,25 US-Dollar blieb das Management deutlich hinter den Marktschätzungen von 2,36 US-Dollar zurück. Dennoch notiert die Aktie derzeit mit einem Abstand von 23,56 % deutlich über ihrem 52-Wochen-Tief.

Margendruck durch Preiserhöhungen kompensiert

Um den steigenden Kosten für Rohstoffe und die Fertigung entgegenzuwirken, hat Qualcomm Medienberichten zufolge branchenweite Preiserhöhungen angekündigt. Diese sollen ab dem 1. September wirksam werden und könnten im zweistelligen Prozentbereich liegen. Hintergrund sind unter anderem die massiv gestiegenen Preise für Speicherchips, die sich laut Counterpoint Research seit Mitte 2025 vervierfacht haben, sowie gestiegene Waferkosten bei Fertigungspartnern wie TSMC für die neue 2-Nanometer-Technologie.

Strategisch setzt das Unternehmen verstärkt auf die Reduzierung der Abhängigkeit von Apple. Der Anteil der für Apple gelieferten Modems sinkt bereits schneller als ursprünglich antizipiert und liegt nun unter 20 %. Bis zum Jahr 2027 plant Qualcomm, mehr als 50 % seines Umsatzes außerhalb des Handset-Marktes zu generieren. Flankiert wird diese Strategie durch Akquisitionen wie die Übernahme von Modular Inc., für deren Finanzierung das Unternehmen kürzlich einen Prospekt zur Wiederveräußerung von über 17,8 Millionen Aktien eingereicht hat.

Im Bereich der Insider-Transaktionen wurde zudem bekannt, dass ein Familientrust des Personalchefs gestern den Verkauf von 3.200 Aktien meldete. Trotz der kurzfristigen Volatilität bleibt das Analystenecho insgesamt konstruktiv. Der Marktkonsens liegt derzeit bei einer Halte-Empfehlung mit einem durchschnittlichen Kursziel von 203,63 US-Dollar. Damit verbleibt jedoch ein deutlicher Aufholbedarf zum bisherigen 52-Wochen-Hoch von 222,90 €, von dem die Aktie aktuell noch 40,94 % entfernt ist. Neben dem Kursgewinn lockt Qualcomm Anleger derzeit mit einer Quartalsdividende von 0,92 US-Dollar je Aktie, was einer annualisierten Rendite von rund 2,4 % entspricht.

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