Qualcomm Aktie: Snapdragon-Preise ab September zweistellig höher
Qualcomm kündigt zweistellige Preissteigerungen für Chips an. Analysten erwarten Auswirkungen auf Smartphone-Preise ab 2027.

- Preisanstieg für Snapdragon-Chips ab September
- Höhere Kosten durch TSMC und Speicherknappheit
- Samsung und Xiaomi von Erhöhung betroffen
- Quartalszahlen am Mittwoch im Fokus
Der Chiphersteller Qualcomm reagiert auf die massiv gestiegenen Kosten in der globalen Halbleiter-Lieferkette. Wie das Unternehmen aus San Diego seinen Kunden bereits am Freitag per Brief mitteilte, werden die Preise für Chips ab dem 1. September 2026 im zweistelligen Prozentbereich angehoben. Betroffen von diesem Schritt sind vor allem die für moderne Smartphones zentralen Snapdragon-Prozessoren sowie Komponenten für Laptops und Wearables.
Steigende Ausgaben in der Fertigung
Hinter der Preisanpassung stehen laut Medienberichten von Bloomberg und der Taipei Times gestiegene Lieferantenkosten, die das Unternehmen nicht länger intern absorbieren kann. Qualcomm ist einer der größten Kunden des Auftragsfertigers TSMC, der seinerseits Preiserhöhungen von fünf bis zehn Prozent erwägt. Der anhaltende Boom bei Anwendungen für Künstliche Intelligenz (KI) belastet die weltweiten Kapazitäten der Chip-Foundries und sorgt für eine enorme Konkurrenz um Produktionsplätze.
Zusätzlich verschärft eine zunehmende Knappheit bei Speichermodulen die Situation. In der Branche wird bereits von einem drohenden Mangel gesprochen, der die Materialkosten für Smartphone-Hersteller weiter nach oben treibt. Während Speicherkomponenten früher lediglich 10 bis 15 Prozent der gesamten Stückliste ausmachten, beläuft sich dieser Anteil inzwischen auf 30 bis 40 Prozent. Für das kommende Flaggschiff-Modell Snapdragon 8 Elite Gen 6 Pro wird bereits über einen Stückpreis von mehr als 300 US-Dollar spekuliert.
Folgen für Samsung und den Smartphone-Markt
Die Preiserhöhungen treffen namhafte Elektronikkonzerne wie Samsung, Xiaomi und Meta unmittelbar. Branchenexperten gehen davon aus, dass die Smartphone-Produzenten die höheren Kosten spätestens ab dem Jahr 2027 an die Endverbraucher weitergeben werden. Premium-Geräte wie das erwartete Samsung Galaxy S27 Ultra könnten dadurch preislich deutlich teurer ausfallen. Konkurrent MediaTek hatte bereits im Juni mit ähnlichen Preissteigerungen von bis zu 20 Prozent vorgelegt.
An der Börse wurde die Nachricht positiv aufgenommen. Die Qualcomm-Aktie notiert heute bei 149,96 Euro, was einem Tagesplus von 2,71 Prozent entspricht. Mit dieser Aufwärtsbewegung festigt das Papier seine Position über einer wichtigen Trendlinie und notiert nun 2,31 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt. Seit Jahresbeginn konnte der Wert damit eine Rendite von 1,38 Prozent erzielen.
Quartalszahlen am Mittwoch im Fokus
Anleger blicken nun gespannt auf den kommenden Mittwoch, wenn Qualcomm seine Ergebnisse für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 vorlegt. Analysten erwarten im Konsens einen Umsatz zwischen 9,62 und 9,85 Milliarden US-Dollar. Beim bereinigten Gewinn pro Aktie (EPS) wird mit einem Wert von etwa 2,26 bis 2,27 US-Dollar gerechnet.
Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei dem Automotive-Segment, das sich zuletzt als starker Wachstumstreiber erwies. Im zweiten Quartal konnte dieser Bereich einen Rekordumsatz von 1,3 Milliarden US-Dollar verzeichnen, was einem Plus von 38 Prozent im Jahresvergleich entsprach. CEO Cristiano Amon treibt die Diversifizierung des Konzerns weg vom reinen Mobilfunkgeschäft massiv voran und peilt bis 2029 einen Umsatz von 40 Milliarden US-Dollar außerhalb des Smartphone-Marktes an. Ob die aktuellen Lieferkettenprobleme und die daraus resultierenden Preiserhöhungen diese langfristigen Ziele beeinflussen, dürfte ein zentrales Thema der anstehenden Analystenkonferenz sein.
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