Quantum Aktie: 250 Prozent Anstieg bei Festplattenpreisen

Quantum meldet Umsatzsteigerung und Schuldenfreiheit, leidet aber unter sinkenden Margen und Lieferengpässen. Der Aktienkurs fällt deutlich.

Die Kernpunkte:
  • Umsatz steigt um 27 Prozent
  • Rohertragsmarge bricht ein
  • Festplattenpreise explodieren
  • Schulden vollständig getilgt

Frische Zahlen, eine saubere Bilanz – und dennoch rauscht die Aktie nach unten. Quantum hat seine Bücher für das vierte Fiskalquartal geöffnet, und die Mischung aus Fortschritt und Hürden ist alles andere als langweilig.

Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 27 Prozent auf 78 Millionen Dollar. Das ist fünf Prozent mehr als im Vorquartal und zehn Millionen über der eigenen Prognose. Anleger reagierten dennoch mit Enttäuschung: Die Aktie verlor am Freitag auf Tradegate knapp neun Prozent auf 10,42 Euro. Sie notiert damit 34 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 15,85 Euro, das sie erst Anfang Juni erreicht hatte.

Warum der Kurs fällt

Die entscheidende Schwachstelle: Die Marge leidet. Die Rohertragsmarge sackte von knapp 39 Prozent im Vorjahr auf 35,7 Prozent ab. Grund sind explodierende Einkaufskosten.

Die Preise für Festplatten sind um 250 Prozent in die Höhe geschossen. Das drückt direkt auf die Profitabilität. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage hoch. Der Auftragsbestand erreichte mit 45 Millionen Dollar einen Rekordwert – mehr als doppelt so viel wie im Vorquartal. Hinzu kommt eine Investitionswelle im Bereich Künstliche Intelligenz und High-Performance Computing.

Ein schönes Problem, aber eben ein Problem: Quantum kann nicht liefern, was bestellt ist. Die Disk- und Bandkomponenten fehlen. Der Konzern steckt in einer klassischen Angebotsfalle.

Bilanz aufgeräumt

Einen strategischen Coup landete Quantum dagegen beim Schuldenabbau. Das Unternehmen tilgte alle ausstehenden Term Loans, wandelte Wandelanleihen in Aktien um und schloss eine Kapitalerhöhung über 100 Millionen Dollar ab. Netto flossen knapp 37 Millionen Dollar zusätzlich in die Kasse.

Quantum hat damit keinerlei Fremdkapital mehr. Die neue finanzielle Flexibilität erlaubt es dem Management, Komponenten aggressiver zu beschaffen und in Wachstumsprojekte zu investieren.

Prognose mit Fragezeichen

Der Ausblick fällt verhalten. Für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres erwartet Quantum Umsätze um 75 Millionen Dollar – ein leichter Rückgang. Das bereinigte operative Ergebnis soll rund 1,5 Millionen Dollar betragen. Der Verlust je Aktie dürfte zwischen 5 und 15 Cent liegen.

Management und Markt hoffen auf eine allmähliche Erholung der Marge in Richtung 40 Prozent. Ob die Lieferketten mitspielen, ist offen. Sollte der Kostendruck nachlassen, könnte Quantum von der hohen Nachfrage massiv profitieren. Solange die Preise aber durch die Decke gehen, bleibt das Papier riskant.

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