Red Cat Aktie: 8,71 Prozent Absturz
Ein entlassener Manager verklagt den Drohnenhersteller. Die Aktie verliert deutlich, während der Rechtsstreit die Unsicherheit um die Führung erhöht.

- Ex-Manager reicht Klage ein
- Aktie fällt um 8,71 Prozent
- Unternehmen weist Vorwürfe zurück
- Quartalszahlen Anfang August erwartet
Ein gefeuerter Manager verklagt seinen Ex-Arbeitgeber. Bei den meisten Firmen wäre das eine Randnotiz. Bei Red Cat Holdings reicht es, um die Aktie an einem einzigen Handelstag um 8,71 Prozent abstürzen zu lassen.
Der Drohnenhersteller schloss am Mittwoch bei 6,87 Euro. Damit liegt der Kurs rund 24 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 9,04 Euro. Auslöser war die Ankündigung, dass Red Cat seinen Chief Revenue Officer entlassen hat – und der Rechtsstreit, der daraus entstand.
Ex-Manager wirft Vergeltung vor
Am 21. Juli 2026 reichte der frühere Manager Klage ein. Er wirft Red Cat Holdings Vergeltungsmaßnahmen nach New Yorker und Oregon-Recht vor. Hinzu kommen Vorwürfe wegen Vertragsbruchs und der Verletzung von Treu und Glauben. Der Kläger fordert Schadensersatz in unbezifferter Höhe.
Red Cat weist die Vorwürfe zurück. Das Unternehmen kündigt eine energische Verteidigung an und prüft eigene Gegenklagen. Der Vertriebschef war zuvor aus wichtigem Grund entlassen worden – aus dieser Kündigung entwickelte sich der jetzige Streit.
Für Marktbeobachter erhöht der Fall vor allem eines: die Unsicherheit rund um die Unternehmensführung. Der Ausgang des Verfahrens und die finanziellen Folgen bleiben offen. Der Fall dürfte die Aufmerksamkeit von Investoren auf Managemententscheidungen und rechtliche Risiken bei Red Cat schärfen.
Drohnen-Sektor unter Druck
Die Klage trifft eine Aktie, die ohnehin schon unter Druck steht. Über die vergangenen 30 Tage hat Red Cat rund 23 Prozent verloren, während der Rivale AeroVironment dank eines Army-Auftrags über 117,3 Millionen Dollar stabil blieb. Der Vergleich zeigt: Konkrete Aufträge trennen aktuell die Gewinner vom Rest der Branche.
Die Konkurrenz zeigt ein gemischtes Bild. Redwire Corporation verlor im selben Zeitraum rund 30 Prozent – der schwächste Wert unter den vier Branchenvertretern. Ondas Holdings gab um 9 Prozent nach, erholte sich zuletzt aber um 6 Prozent dank neuer Auftragsmeldungen.
Trotz des breiten Kursrückgangs bleibt frisches Kapital im Sektor. Zwischen Januar und Juli flossen rund 10,7 Milliarden Dollar in Drohnenaktien, obwohl die Gruppe insgesamt um ein Viertel fiel. Getragen wird dieser Zufluss vor allem von der Nachfrage des Pentagon. Analysten werten den aktuellen Rückgang eher als Verschnaufpause denn als Trendwende – Ondas mit Auftragsmomentum und AeroVironment mit einem realen Militärvertrag lieferten dafür die Beispiele, während Red Cat und Redwire den Großteil der Verluste tragen.
Quartalszahlen im August
Der Rechtsstreit platzt nur wenige Wochen vor dem nächsten wichtigen Termin. Am Donnerstag, dem 6. August 2026, legt Red Cat nach US-Börsenschluss die Zahlen für das zweite Quartal 2026 vor. Im Anschluss folgt ein Webinar für Investoren um 16:30 Uhr Ostküstenzeit.
Die Wall Street bleibt trotz der jüngsten Turbulenzen konstruktiv gestimmt. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 21,25 Dollar, die Konsensbewertung lautet Kaufen. Zwei aktuelle Coverage-Starts stützen diesen Optimismus:
- Roth Capital startete die Coverage am 1. Juni mit Kaufempfehlung und Kursziel 25 Dollar
- H.C. Wainwright & Co. folgte am 27. Mai mit Kaufempfehlung und Kursziel 20 Dollar
Diese Kursziele wirken angesichts des aktuellen Kurses von 6,87 Euro ambitioniert. Die Aktie notiert rund 58 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 16,30 Euro, erreicht im März. Ob operative Fortschritte die juristischen Schlagzeilen überlagern können, dürfte sich spätestens mit den Zahlen am 6. August zeigen – dann wird auch klar, wie das Management den laufenden Rechtsstreit im Kontext des Cash-Verbrauchs und der Wachstumsziele einordnet.
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