Red Cat Aktie: Füllt die Army-Auswahl Red Cats Fabrik mit Aufträgen?
Die Black Widow qualifizierte sich für eine US-Armee-Erprobung; ob daraus größere Lieferungen und bessere Margen entstehen, bleibt offen.

- Black Widow für Erprobung ausgewählt
- Fabrik blieb 2025 unter Kapazität
- TRICHON ohne bezifferten Kundenauftrag vorgestellt
- Bruttomarge im Quartal bei 16,1 Prozent
Wie viel ist die Auswahl der Black Widow für die US-Armee wert, wenn Red Cats Fertigung 2025 unterausgelastet war und die neue Drohne TRICHON ohne bezifferten Kundenauftrag vorgestellt wurde? Felix Baarz fragt Dieter Jaworski.

Red Cat (US75644T1007) — Schlusskurse 20.04.2026 bis 15.10.2026, Angaben in EUR. Stand: 15.10.2026.
Felix Baarz: In der nächsten Erprobungsrunde des US-Programms „Drone Dominance“ zählt auch, ob Red Cat liefern kann. Scheitert Ihre These schon daran, dass die Fertigung für größere Bestellungen nicht bereit ist?
Dieter Jaworski: Ja, daran kann sie scheitern. Die Auswahl für eine Erprobung öffnet die Tür; durchgehen muss Red Cat selbst. Der Markt sieht die militärische Nachfrage durchaus. Ich glaube, er gewichtet zu wenig, dass in diesem Wettbewerb die kurzfristig lieferbare Stückzahl ebenso über Aufträge entscheidet wie die Leistung der Drohne.
Die Fabrik lag 2025 unter ihrer ausgelegten Kapazität. Das lässt Raum für Wachstum, belegt aber noch keine verlässliche Serienfertigung. US-Herkunft hilft gegen bestimmte ausländische Anbieter; unter den übrigen Bewerbern muss Red Cat trotzdem bestehen.
Felix Baarz: Sie nennen den Zugang zur Beschaffung wertvoll. TRICHON wurde gerade ohne bezifferten Kundenauftrag vorgestellt. Vermengen Sie da militärische Auswahl und Verkaufserfolg?
Dieter Jaworski: Nein, in Ihrer Frage geraten zwei Dinge zusammen. Für TRICHON fehlt bislang ein bezifferter Auftrag; Black Widow hat eine Auswahl der US-Armee bestanden. Der Vorsprung ist schmal. Vorhanden ist er trotzdem.
Felix Baarz: Red Cat verbraucht weiterhin Geld, und die Fertigung war unterausgelastet. Welche Substanz lässt sich da überhaupt bewerten?
Dieter Jaworski: Zunächst eine begrenzte: den Zugang zu einer schwierigen Beschaffung und die Möglichkeit, die vorhandene Fabrik besser auszulasten.
Die Bruttomarge – der Anteil vom Umsatz nach Abzug der unmittelbaren Herstellungskosten – lag im jüngsten Quartal bis zum 31. Juli 2026 bei 16,1 Prozent. Das ist eine Verbesserung, aber noch keine belastbare Ertragskraft.
Ich bewerte hier vor allem, ob aus militärischer Qualifikation wiederholbare Lieferungen werden. Wer bereits einen gesicherten Gewinnstrom sucht, findet ihn bei Red Cat nicht.
Felix Baarz: „Noch keine belastbare Ertragskraft“: Warum reicht die verbesserte Bruttomarge dann für Ihre Bewertung? Ein Auftrag kann die Fabrik beschäftigen, ohne die Kostenfrage zu lösen.
Dieter Jaworski: Genau deshalb messe ich meine These laufend an der Bruttomarge, nicht an der Zahl neuer Produktnamen. Steigt die Auslieferung und bleibt von jedem Umsatz zu wenig nach den Herstellungskosten übrig, nützt die Auslastung den Aktionären wenig. Die Zusammenführung von Teal Drones und FlightWave zu Red Cat Aerial könnte Entwicklung und Kundenzugang vereinfachen. Eine gemeinsame Marke senkt allerdings noch keine Stückkosten.
Felix Baarz: Was müsste passieren, damit Sie Ihr faires Niveau für Red Cat verwerfen?
Dieter Jaworski: Mein faires Zwölfmonatsniveau von rund 13 Euro würde ich verwerfen, wenn zusätzliche militärische Erprobungen nicht zu größeren Lieferungen führen oder die Bruttomarge trotz steigender Produktion schwach bleibt.
Gerade bei „Drone Dominance“ reicht die Teilnahme nicht: Dort werden Einsatzleistung und Fertigungsbereitschaft geprüft. Exporterleichterungen und der bestehende Kanal über die NATO-Beschaffungsagentur erweitern die Möglichkeiten. Einen Auftrag ersetzen sie nicht. An der Fabrik würde meine Rechnung kippen, nicht an einer Produktvorstellung.
Felix Baarz: Bei 16,1 Prozent Bruttomarge im jüngsten Quartal: Wie lautet Ihr Urteil über die Aktie?
Dieter Jaworski: Ich halte Red Cat für eine aussichtsreiche, hochgradig von der Umsetzung abhängige Fertigungswette. Der Zugang zur US-Armee ist etwas wert, und die Bewertung lässt aus meiner Sicht erheblichen Raum, falls daraus verlässliche Lieferungen werden. Bislang verdient die Fabrik diesen Vertrauensvorschuss noch nicht. Genau dort liegt für mich das größere Risiko als bei der Frage, ob Red Cat eine weitere Drohne entwickeln kann.
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