Redcare Pharmacy Aktie: Drogerien greifen an
Der Markteintritt von dm und Rossmann in den Online-Apothekenmarkt zwingt Redcare Pharmacy zu einer deutlichen Korrektur seiner Wachstums- und Margenziele.

- Drogerie-Konkurrenz drückt OTC-Marge und Wachstumsziele
- Rezeptpflichtiges Geschäft bleibt vorerst geschützter Bereich
- Aktienkurs verliert seit Jahresbeginn über 50 Prozent
- Neue Führungsteams sollen Abwehrstrategie umsetzen
Der Einstieg der Drogerie-Giganten dm und Rossmann in den Online-Apothekenmarkt zwingt Redcare Pharmacy in die Defensive. Weil die neue Konkurrenz gezielt das lukrative Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten attackiert, musste das Management nun die eigenen Wachstums- und Margenziele spürbar nach unten korrigieren. Während das rezeptpflichtige Segment vorerst geschützt bleibt, formiert sich in der Führungsetage ein neues Team für die bevorstehende Abwehrschlacht.
Margendruck durch neue Konkurrenten
Der Markteintritt von dm mit der Plattform „dm-med“ im vergangenen Dezember und die aktuellen Pläne von Rossmann treffen Redcare im Kernbereich. Beide Drogerieketten zielen direkt auf das Segment der rezeptfreien Medikamente (OTC) ab. Rossmann nutzt dafür seine App mit elf Millionen Nutzern als Einstiegstor und agiert aus den Niederlanden heraus direkt im Heimatmarkt von Redcare.
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Dieser Wettbewerbsdruck zwingt das Management zu Zugeständnissen. Die mittelfristige Zielmarge wurde von über acht auf nun mehr als fünf Prozent gesenkt. Auch beim OTC-Wachstum rechnet das Unternehmen nur noch mit acht bis zehn statt der ursprünglich angepeilten sechzehn Prozent. Analysten werten diese Anpassung als Eingeständnis, dass die schnelle Expansion im E-Rezept-Bereich hohe Investitionen erfordert und die Profitabilität stärker belastet als zunächst angenommen.
Rezeptgeschäft als struktureller Schutzwall
Einen entscheidenden Vorteil kann Redcare jedoch verteidigen: Das Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten (Rx) bleibt unangetastet, da Rossmann diesen Bereich explizit ausklammert. Gestützt durch die bis Januar 2027 gültige CardLink-Lizenz und die Integration der GesundheitsID erwartet Redcare hier für 2026 Rx-bezogene Umsätze von über 670 Millionen Euro. Bereits im Geschäftsjahr 2025 hatten die Verkäufe von verschreibungspflichtigen Medikamenten erstmals die Milliardenmarke überschritten.
Um die Logistik parallel effizienter zu gestalten, nahm das Unternehmen im Dezember ein neues Versandzentrum im tschechischen Pilsen in Betrieb. Die Anlage soll die jährliche Kapazität für rezeptfreie Artikel um bis zu 15 Millionen Pakete erhöhen und die Lieferwege verkürzen.
Umbruch in der Führungsebene
Die Verunsicherung der Anleger spiegelt sich deutlich im Kursverlauf wider. Seit Jahresbeginn hat der Titel beachtliche 51,67 Prozent an Wert verloren und notiert aktuell bei 32,48 Euro. Ein leichtes Entspannungssignal kommt derweil von institutioneller Seite: Laut Daten von Hazeltree haben Leerverkäufer ihre Short-Positionen bis Mitte März um mehr als zehn Prozent reduziert.
Gleichzeitig stellt sich das Unternehmen personell neu auf. Auf der Hauptversammlung am 15. April steht ein umfassender Umbau des Aufsichtsrats an, bei dem Michael Köhler den Vorsitz von Björn Söder übernehmen soll. Zudem bringt der neue Finanzchef Hendrik Krampe, der im Dezember von Amazon kam, elf Jahre Erfahrung aus dem europäischen Marktplatz-Geschäft mit.
Am 6. Mai wird Redcare Pharmacy die Ergebnisse für das erste Quartal vorlegen. Diese Zahlen werden den ersten konkreten Beleg dafür liefern, wie stark die Margen unter dem Angriff der Drogerieketten tatsächlich leiden und ob das Wachstum im Rezeptgeschäft diesen Druck operativ ausgleichen kann.
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