Redcare Pharmacy Aktie: Jahresstart unter Druck

Der Drogeriekonzern dm startet eine eigene Online-Apotheke und verschärft den Wettbewerb für Redcare, das zeitgleich eine große Wandelanleihe zurückzahlen muss.

Die Kernpunkte:
  • dm startet Online-Apotheke mit aggressiver Preispolitik
  • Rückzahlung einer 64,5-Millionen-Euro-Wandelanleihe fällig
  • Aktie verlor im vergangenen Jahr etwa 50 Prozent
  • Analysten bleiben vorsichtig optimistisch trotz Herausforderungen

Redcare Pharmacy steht 2026 vor einer Doppelbelastung: Der deutsche Drogeriegigant dm hat Mitte Dezember sein Online-Apotheken-Angebot gestartet und verschärft den Wettbewerb massiv. Zeitgleich muss das Unternehmen am 21. Januar eine Wandelanleihe über 64,5 Millionen Euro zurückzahlen.

dm bringt massive Marktmacht mit

Am 16. Dezember 2025 ging dm-med offiziell an den Start – die Online-Apotheke des Drogeriekonzerns. Das Angebot umfasst rund 2.500 rezeptfreie Medikamente und 1.000 apothekenexklusive Kosmetikprodukte, die aus einem Logistikzentrum in Tschechien versandt werden.

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Die Dimensionen sind beachtlich: dm bringt einen mehrstelligen Millionenbetrag auf, beschäftigt mehrere hundert Mitarbeiter für das Projekt und kann auf eine bestehende Infrastruktur mit knapp 4.200 Filialen und 12,5 Millionen App-Nutzern zurückgreifen. CEO Christoph Werner bezeichnete das Gesundheitsprojekt gegenüber dem Handelsblatt als derzeit größtes Vorhaben des Unternehmens.

Die Vorteile für dm:

  • Etablierte Marke mit hoher Kundenbindung
  • Bestellbündelung mit regulären dm-Produkten senkt Versandkosten
  • Preisvorteile von 20-30% gegenüber stationären Apotheken angekündigt

Für Redcare ist das eine echte Bedrohung im OTC-Segment. Die bereinigte EBITDA-Marge lag im dritten Quartal 2025 bei nur 2,4% – ein aggressiver Preiskampf könnte die ohnehin schmalen Margen weiter unter Druck setzen.

Finanzierung gesichert, aber Schuldenabbau nötig

Mitte Dezember teilte Redcare mit, dass Anleihegläubiger ihr Rückzahlungsrecht für 64,5 Millionen Euro aus der Wandelanleihe 2021/2028 ausüben. Die Fälligkeit ist am 21. Januar 2026.

Das Unternehmen hatte seine Schuldenstruktur bereits im April 2025 umgebaut: 157,9 Millionen Euro der ursprünglichen 225-Millionen-Anleihe wurden zurückgekauft, gleichzeitig neue Wandelanleihen über 300 Millionen Euro mit Laufzeit bis 2032 platziert. Nach der anstehenden Rückzahlung bleiben nur noch 2,6 Millionen Euro der alten Anleihe ausstehend.

Die Liquiditätslage ist solide: Ende September 2025 verfügte Redcare über 265,6 Millionen Euro an Zahlungsmitteln und kurzfristigen Finanzanlagen (nach Abzug von Bankschulden), deutlich mehr als die 177,6 Millionen Euro zum Jahresende 2024.

Analysten bleiben vorsichtig optimistisch

Die Aktie hat im vergangenen Jahr rund 50% an Wert verloren. Am Freitag schloss sie bei 66,65 Euro, knapp 11% über dem 52-Wochen-Tief von 59,45 Euro aus dem November. Die Leerverkaufsquote liegt bei etwa 14% der ausstehenden Aktien – ein Zeichen für anhaltende institutionelle Skepsis.

Analysten sehen im Konsens ein Kursziel von 142,75 Euro, wobei die jüngsten Einschätzungen deutlich zurückhaltender ausgefallen sind. UBS stufte die Aktie zuletzt von “Verkaufen” auf “Neutral” herauf, allerdings mit einem Kursziel von nur 74 Euro. Barclays bleibt bei “Übergewichten” mit einem Ziel von 130 Euro.

Am 4. März 2026 folgen die Zahlen für das Gesamtjahr 2025. Dann wird sich zeigen, wie stark das Rezeptgeschäft mit elektronischen Verschreibungen gewachsen ist und ob es den Druck im OTC-Bereich ausgleichen kann.

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