Redcare Pharmacy Aktie: Potenziale entdecken
Redcare Pharmacy sieht sich durch den Markteintritt von dm-med im OTC-Geschäft unter Druck, während eine größere Anleiherückzahlung ansteht. Die Strategieverschiebung zum Rezeptgeschäft soll als Gegengewicht dienen.

- Markteintritt von dm-med mit aggressiver OTC-Preispolitik
- Anstehende Rückzahlung von 64,5 Millionen Euro Anleihe
- Starkes Wachstum im verschreibungspflichtigen Segment
- Analysten uneins über zukünftige Aktienentwicklung
Redcare Pharmacy startet mit Gegenwind ins Jahr 2026. Ein neuer, äußerst finanzstarker Wettbewerber greift das Kerngeschäft an, während gleichzeitig eine größere Anleiherückzahlung ansteht. Im Zentrum steht damit die Frage, ob der Konzern seine Strategieverschiebung hin zum Rezeptgeschäft schnell genug umsetzen kann.
Dm greift das OTC-Geschäft an
Die Wettbewerbssituation hat sich seit Mitte Dezember spürbar verändert. Der Handelsriese dm-drogerie markt ist mit seiner Online-Apotheke „dm-med“ in den Markt gestartet und zielt direkt auf das frei verkäufliche Arzneimittelgeschäft (OTC), eine zentrale Ertragsquelle von Redcare.
Seit dem 16. Dezember 2025 bietet dm rund 2.500 rezeptfreie Produkte online an und verschickt diese aus einem Logistikzentrum im tschechischen Bor. Das ist nicht nur ein weiterer kleiner Player, sondern ein Anbieter mit besonderer Schlagkraft:
- starke Markenbekanntheit und hohes Vertrauen bei Endkunden
- Millionen bestehender Kunden aus dem dichten Filialnetz
- erprobte Logistikstrukturen
- ausreichend Kapital, um über den Preis anzugreifen
Analysten sehen vor allem die Margen in Gefahr. Schon heute ist das OTC-Geschäft von intensivem Wettbewerb geprägt. Sollte dm konsequent auf aggressive Preisstrategien setzen, könnten die ohnehin knappen Gewinnspannen unter zusätzlichen Druck geraten – ein Risiko, das auf der Stimmung der Anleger lastet.
Anleihe-Rückzahlung im Januar
Parallel zum erhöhten Wettbewerbsdruck steht eine spürbare finanzielle Verpflichtung an. Am 19. Dezember 2025 teilte Redcare mit, dass Inhaber der 2021/2028er Wandelanleihe Put-Optionen im Volumen von 64,5 Mio. Euro ausgeübt haben. Die Zahlung ist für den 21. Januar 2026 terminiert.
Diese Transaktion ist der letzte Baustein eines umfassenden Refinanzierungspakets, das 2025 umgesetzt wurde:
- April 2025: Rückkauf von 157,9 Mio. Euro der ursprünglichen Wandelanleihe
- April 2025: Emission einer neuen 300-Mio.-Euro-Wandelanleihe mit Laufzeit bis 2032
- Januar 2026: Auszahlung der 64,5 Mio. Euro an Put-ausübende Gläubiger
- anschließend verbleiben nur noch 2,6 Mio. Euro der ursprünglichen Anleihe ausstehend
Unterm Strich hat Redcare damit das Fälligkeitsprofil der Schulden um sechs Jahre nach hinten verschoben. Mit flüssigen Mitteln und kurzfristigen Finanzinvestitionen von 265,6 Mio. Euro per 30. September 2025 (nach 177,6 Mio. Euro Ende 2024) wirkt der Konzern finanziell gut gerüstet, um die Zahlung zu stemmen.
Börsentechnisch spiegelt sich die Lage ambivalent wider: Die Aktie liegt rund 11 % über dem Niveau vor 30 Tagen, notiert mit gut 68 Euro aber weiterhin etwa 50 % unter dem 52‑Wochen‑Hoch.
Rezeptgeschäft als Gegengewicht
Als Antwort auf den verschärften OTC-Wettbewerb richtet das Management den Fokus stärker auf verschreibungspflichtige Medikamente (Rx) – ein Bereich, in dem dm bislang nicht aktiv ist. Diese Verschiebung ist nicht nur defensiv gedacht, sondern baut auf einem Segment auf, das zuletzt deutlich an Dynamik gewonnen hat.
Im dritten Quartal 2025 stieg der Rx-Umsatz um mehr als 42 % auf 272 Mio. Euro. Treiber ist vor allem die Einführung des elektronischen Rezepts (E-Rezept) in Deutschland, das Online-Apotheken den Zugang zum verschreibungspflichtigen Markt erleichtert. Hier kann Redcare seine digitale Expertise ausspielen und sich unabhängiger vom margenschwächeren OTC-Geschäft machen.
Um dieses Wachstum operativ abzusichern, hat das Unternehmen im Dezember 2025 ein neues Logistikzentrum in Tschechien in Betrieb genommen. Von dort sollen insbesondere Kunden in Österreich und Süddeutschland schneller beliefert werden. Kürzere Lieferzeiten gelten als entscheidender Faktor, um im Rx-Bereich dauerhaft Marktanteile zu sichern.
Geteilte Meinung an der Börse
Die Analystenlandschaft zeigt, wie umstritten die Perspektiven von Redcare derzeit sind. UBS bleibt vorsichtig mit einem „Neutral“-Votum und einem Kursziel von 74 Euro. Deutlich optimistischer ist die Deutsche Bank: Sie empfiehlt die Aktie zum Kauf und sieht ein Kursziel von 214 Euro.
Die enorme Spanne zwischen beiden Einschätzungen macht deutlich, wie unterschiedlich die Fähigkeit des Unternehmens eingeschätzt wird, Marktanteile zu verteidigen und zugleich profitabel zu bleiben. Im Raum stehen dabei zwei zentrale Unsicherheiten: die tatsächliche Preispolitik von dm im OTC-Segment und die Geschwindigkeit, mit der das Rx-Geschäft Margenbeiträge liefern kann.
Wichtige Termine und Ausblick
Für die nächsten Monate stehen zwei Termine im Vordergrund:
- 21. Januar 2026: Auszahlung der 64,5 Mio. Euro aus der Wandelanleihe
- 4. März 2026: Veröffentlichung des vollständigen Jahresberichts 2025 inklusive Ausblick
Der März-Bericht wird erstmals klarere Daten zum tatsächlichen Einfluss von dm-med auf das OTC-Geschäft liefern und zeigen, ob Redcare seine zuletzt gemeldete bereinigte EBITDA-Marge von 2,4 % halten konnte. Für den weiteren Kursverlauf dürfte entscheidend sein, ob der Konzern den Wachstumstrend im Rezeptsegment fortsetzt und die zusätzliche Konkurrenz im OTC-Bereich ohne spürbare Ergebniseinbußen abfedern kann.
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