Redcare Pharmacy Aktie: Rezeptgeschäft überzeugt Analysten

Der Umsatz stieg im dritten Quartal um 18 Prozent; Redcare bestätigte die Jahresprognose und erzielte wieder einen Quartalsgewinn.

Die Kernpunkte:
  • Deutscher Rezeptumsatz steigt um 56 Prozent
  • Bereinigte Ebitda-Marge erreicht 3,4 Prozent
  • Quartalsgewinn von einer Million Euro
  • Jahresziele für 2026 bestätigt

Starke Zahlen, trotzdem Kursverluste: Bei Redcare Pharmacy nutzten Anleger die Quartalsbilanz, um Gewinne mitzunehmen. Die Aktie hatte zuvor eine kräftige Erholung hinter sich. Die Zahlen selbst fielen besser aus als erwartet.

Rezept-Boom treibt das Wachstum

Die Online-Apotheke steigerte den Umsatz im dritten Quartal um 18 Prozent auf 847 Millionen Euro. Motor bleibt das Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten in Deutschland, das um 56 Prozent auf 197 Millionen Euro zulegte. Damit stammt fast ein Viertel der Erlöse aus diesem Segment. Die nicht rezeptpflichtigen Produkte wuchsen langsamer, um 9 Prozent auf 489 Millionen Euro.

Auch die Kundenbasis wächst. Binnen drei Monaten kamen 0,5 Millionen aktive Kunden hinzu, insgesamt sind es nun 15,2 Millionen. Konzernchef Peter Schmid von Linstow hob vor allem den Zuwachs in Deutschland hervor.

Marge zieht an

Das bereinigte Ebitda stieg um 68 Prozent auf 28,7 Millionen Euro. Die bereinigte Marge verbesserte sich um einen Prozentpunkt auf 3,4 Prozent. Redcare führt das auf niedrigere Vertriebskosten zurück, etwa im Marketing. Unter dem Strich stand ein Gewinn von einer Million Euro, nach einem Verlust von sieben Millionen im Vorjahresquartal.

Die Prognose für 2026 bestätigte das Unternehmen. Es erwartet ein Umsatzwachstum von 16 bis 18 Prozent und eine bereinigte Ebitda-Marge von 2,5 bis 3,0 Prozent. Im Vorjahr lag sie bei 2,0 Prozent. Bereits im September hatte der Konzern die Ziele angehoben. Der Chef kündigte an, den Marketingmix weiter zu optimieren und Skaleneffekte zu verstärken.

Analysten sehen Luft nach oben

Jefferies-Analyst Martin Comtesse sprach von anhaltend guter Geschäftsdynamik und hält eine weitere Anhebung der Jahresziele für möglich. Alexander Zienkowicz von MWB Research nannte die Neunmonatszahlen solide und den Ausblick für das Schlussquartal vernünftig. Er verwies zudem darauf, dass sich Redcare im deutschen Rezeptgeschäft trotz schärferen Wettbewerbs widerstandsfähig zeige.

Die Kursziele der Analysten reichen von 74 bis 120 Euro. Die Aktie notierte am Donnerstag nach Verlusten von bis zu 7 Prozent zeitweise bei 76,75 Euro, rund 3 Prozent im Minus.

Seit dem Septembertief bei 50,50 Euro hatte sie fast 60 Prozent zugelegt. Der Rücksetzer wirkt damit eher wie eine Atempause nach starkem Lauf als wie ein Urteil über die Zahlen.

Ob Redcare die Prognose ein weiteres Mal anhebt, dürfte sich spätestens mit den Jahreszahlen zeigen. Bis dahin liefert das Schlussquartal die Basis für diese Entscheidung.

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