Redcare Pharmacy Aktie: RSI 72,2 warnt
Redcare Pharmacy Aktie zeigt nach 52-prozentigem Anstieg technische Überkauft-Signale. Analysten bleiben optimistisch.

- RSI über 70 Punkten
- Kurs weit über 50-Tage-Linie
- Prognoseanhebung und Gebührenerhöhung
- Analysten raten weiterhin zum Kauf
Die Rally bei Redcare Pharmacy nimmt kein Ende. Am Montag kletterte die Aktie um rund vier Prozent auf 73,60 Euro. Damit hat sich der Kurs innerhalb der letzten 30 Tage um mehr als 52 Prozent verteuert.
Doch der rasante Anstieg hat die Aktie technisch überdehnt. Der Relative-Stärke-Index (RSI) erreichte zuletzt 72,2 Punkte. Werte über 70 gelten als Signal für eine Überkauft-Situation. In der Regel folgt dann eine Konsolidierung oder eine technische Korrektur.
Der Aktienkurs liegt inzwischen weit über der 50-Tage-Linie bei 53,18 Euro. Das zeigt zwar die Wucht der Aufwärtsbewegung. Fachleute warnen aber: Eine so große Abweichung führt oft zu einer temporären Rückkehr zum Mittelwert – der Markt braucht eine Verschnaufpause.
Rückenwind von zwei Seiten
Auslöser der Rally war eine Prognoseanhebung Mitte Juni. Das Management rechnet nun für 2026 mit einem Umsatzplus von 15 bis 17 Prozent, bisher waren es weniger. Die bereinigte EBITDA-Marge soll zwischen 2,5 und 3,0 Prozent liegen – eine Verbesserung des ursprünglichen Ziels von mindestens 2,5 Prozent.
Hinzu kommt eine regulatorische Veränderung in Deutschland. Seit dem 1. Juli steigt die Gebühr für verschreibungspflichtige Medikamente von 8,35 auf 9,00 Euro pro Rezept. Die Politik denkt zwar parallel über eine Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung nach – unter anderem durch einen Teilrückgriff auf Apothekeneinnahmen. Der Markt fokussiert sich aber auf die höheren Nominalgebühren und die zunehmende Nutzung des E-Rezepts.
Kursziel 80 Euro in Sicht?
Viele Marktteilnehmer beobachten nun, ob die Aktie die Marke von 70 Euro nachhaltig halten kann. Gelingt das, wartet der nächste Widerstand bei etwa 80 Euro.
Die Analysten bleiben trotz der technischen Überkauft-Signale mehrheitlich optimistisch. Institute wie Berenberg, Deutsche Bank und Barclays raten weiterhin zum Kauf. Sie verweisen auf die erfolgreiche Einführung der CardLink-Einlösemethode und die Marktanteilsgewinne von Redcare in einem schrumpfenden Markt stationärer Apotheken.
In den kommenden Wochen legt das Unternehmen die Quartalszahlen vor. Dann zeigt sich, ob das hohe Wachstum im deutschen Rezeptgeschäft – zuletzt 57 Prozent im Jahresvergleich – stabil bleibt. Die Anzeichen stehen gut. Das aktuelle Kursniveau verlangt aber nach einer Bestätigung durch harte Zahlen.
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