Redcare Pharmacy Aktie: Verlustprognose um 70 Prozent gesenkt

Redcare Pharmacy verzeichnet deutliche Gewinnverbesserung und erhält Rückenwind durch Apothekenreform. Analysten heben Kursziele an.

Die Kernpunkte:
  • Umsatzprognose für 2026 angehoben
  • EBITDA-Marge erreicht Zehnjahreshoch
  • Apothekenreform-Entscheidung im August erwartet
  • Kursziele von Warburg und Deutscher Bank erhöht

Am heutigen Donnerstag haben Analysten ihre Erwartungen für das Gesamtjahr von Redcare Pharmacy nach oben korrigiert. Medienberichten zufolge stieg die Konsensprognose für den Jahresumsatz 2026 auf 3,41 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von sechs Prozent gegenüber den Schätzungen der vergangenen zwölf Monate entspricht. Gleichzeitig wurden die erwarteten Verluste pro Aktie deutlich um 70 Prozent auf nun 0,60 Euro reduziert. Diese Anpassungen folgen auf die Bestätigung der Unternehmensziele und starke operative Fortschritte im ersten Halbjahr.

Starke Margenentwicklung im zweiten Quartal

Bereits am 29. Juli legte das Unternehmen detaillierte Zahlen für das zweite Quartal vor, die eine deutliche Steigerung der Profitabilität belegen. Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich um 20 Prozent auf 853 Millionen Euro. Besonders hervorzuheben ist die bereinigte EBITDA-Marge, die mit 3,5 Prozent ein Zehnjahreshoch erreichte. Das Unternehmen profitierte dabei von einer effizienten Kostenstruktur und einem starken Wachstum im Kerngeschäft.

An der Börse wird die operative Erholung derzeit moderat honoriert. Die Aktie notiert aktuell bei 64,60 Euro und zeigt sich damit stabil gegenüber dem Vortag. Mit diesem Niveau behauptet sich das Papier etwa 12,87 Prozent über dem gleitenden 200-Tage-Durchschnitt, der gegenwärtig bei 57,24 Euro verläuft. Damit setzt sich der Wert von seinen Tiefstständen ab, bleibt jedoch ein Stück weit von seinem 52-Wochen-Hoch entfernt, das am 7. August des vergangenen Jahres bei 104,80 Euro markiert wurde.

Regulatorischer Rückenwind durch Apothekenreform

Ein wesentlicher Treiber für die künftige Geschäftsentwicklung ist das regulatorische Umfeld in Deutschland. Laut Reuters wird die finale Zustimmung zur deutschen Apothekenreform noch im laufenden Monat August erwartet. Diese Gesetzgebung soll Rechtssicherheit für Online-Apotheken schaffen, indem sie die Betriebspflichten von Apotheken klar von den Aufgaben der Logistikdienstleister trennt.

Innerhalb des operativen Geschäfts verzeichnet Redcare Pharmacy bereits jetzt eine Sonderkonjunktur bei verschreibungspflichtigen Medikamenten (Rx). Im deutschen Markt stieg der Rx-Umsatz am 29. Juli gemeldeten Daten zufolge im Jahresvergleich um 58 Prozent. Parallel dazu gelang es dem internationalen Segment außerhalb der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz), im zweiten Quartal erstmals die Gewinnschwelle beim bereinigten EBITDA zu erreichen.

Analysten heben die Kursziele an

Die jüngsten operativen Fortschritte und die Aussicht auf eine rechtliche Klärung im deutschen Markt haben mehrere Analysehäuser zu positiven Kommentaren veranlasst. Die Experten von Warburg Research hoben am vergangenen Freitag ihr Kursziel für Redcare Pharmacy leicht von 115,00 Euro auf 116,00 Euro an. Sie verwiesen dabei auf die solide Umsatzentwicklung und die verbesserte Margenqualität.

Auch die Deutsche Bank zeigte sich am selben Tag zuversichtlich. Die Analysten bestätigten ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 103,00 Euro. Damit trauen die Experten der Aktie ein signifikantes Aufwärtspotenzial im Vergleich zum aktuellen Kursniveau zu.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 hält Redcare Pharmacy an seiner Prognose fest. Das Unternehmen erwartet ein Umsatzwachstum zwischen 15 und 17 Prozent sowie eine bereinigte EBITDA-Marge in einer Spanne von 2,5 bis 3,0 Prozent. Der Umsatz mit verschreibungspflichtigen Medikamenten in Deutschland soll dabei auf 680 bis 720 Millionen Euro steigen. Anleger blicken nun auf den 29. Oktober, wenn die Zwischenmitteilung zum dritten Quartal veröffentlicht wird.

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