Redcare Pharmacy: Hendrik Krampe übernimmt als CFO
Redcare verzeichnet Rekordwachstum im Rezeptgeschäft, kämpft aber mit sinkenden Margen. Ein neuer CFO und Aufsichtsrat sollen die Trendwende einleiten.

- Hendrik Krampe wird neuer Finanzchef
- Umsatz steigt um 18,3 Prozent
- EBITDA-Ziel auf über 5 Prozent gesenkt
- Aktie erholt sich von Jahrestief
Rekordwachstum bei Rezepten, aber die Profitabilität lässt auf sich warten. Europas größte Online-Apotheke steht vor einem entscheidenden Moment — und hat dafür gerade ihre Führungsriege komplett erneuert.
Neuer CFO, neuer Aufsichtsrat
Hendrik Krampe übernimmt offiziell das Finanzressort. Die Hauptversammlung Mitte April hat seine Bestellung bestätigt. Krampe bringt mehr als drei Jahrzehnte Erfahrung mit, darunter elf Jahre bei Amazon in Luxemburg — acht davon als Finance Director für das europäische Marktplatzgeschäft. Eine Vita, die zur Wachstumsstrategie von Redcare passt.
Der Aufsichtsrat wurde ebenfalls grundlegend umgebaut. Mit Anja Hendel, Max Müller und Peter Schmid von Linstow rücken drei neue Mitglieder nach, die allesamt IPO-Veteranen ersetzen. Das neue Gremium übernimmt die Kontrolle in einer Phase, in der Wachstum und Rentabilität auseinanderdriften.
Starkes Quartal, schwache Marge
Die vorläufigen Zahlen für das erste Quartal sprechen für sich: Der Konzernumsatz stieg um 18,3 Prozent auf 848 Millionen Euro — deutlich über dem eigenen Jahresziel von 13 bis 15 Prozent. Das Rezeptgeschäft wuchs um 35 Prozent, in Deutschland sogar um 55 Prozent auf 168 Millionen Euro. Über 14 Millionen aktive Kunden zählt die Plattform inzwischen.
Das Margenbild ist weniger erfreulich. Das mittelfristige EBITDA-Ziel wurde von über 8 Prozent auf mehr als 5 Prozent gesenkt. Für das Gesamtjahr 2026 peilt Redcare eine bereinigte EBITDA-Marge von mindestens 2,5 Prozent an. Hintergrund ist ein neues Logistikzentrum im tschechischen Plzeň, das die jährliche Kapazität um 15 Millionen Pakete erhöht — aber die Investitionskosten belasten die Ergebnisse spürbar.
Rückenwind aus der Politik?
Eine externe Entwicklung könnte die Lage entspannen. Eine Expertenkommission empfiehlt, die gesetzlichen Zuzahlungen für Rezeptmedikamente um 50 Prozent anzuheben — von bisher 5 bis 10 Euro auf künftig 7,50 bis 15 Euro je Rezept. Gesundheitsministerin Warken will bis Ende Juli 2026 einen Kabinettsbeschluss herbeiführen.
Felix Dennl von Bankhaus Metzler sieht darin einen strukturellen Vorteil für Versandapotheken: Höhere Eigenkosten treiben preissensible Patienten zu günstigeren Alternativen. Redcare hält bereits 67 Prozent des deutschen Online-Rezeptmarkts — und Konkurrent Rossmann hat explizit auf einen Einstieg ins Rx-Segment verzichtet.
Kurs erholt, aber fragil
Die Aktie notiert bei rund 50 Euro und hat sich vom Jahrestief bei 31 Euro deutlich erholt. Auf Jahressicht steht dennoch ein Minus von fast 60 Prozent. Der RSI liegt bei 12,8 — ein Wert, der auf eine stark überverkaufte Situation hindeutet.
Neun Analysten beobachten den Wert, sieben empfehlen den Kauf. Jefferies hält an einem Kursziel von 150 Euro fest, Deutsche Bank verweist auf den wachsenden E-Rezept-Marktanteil. Allerdings bereitet der OTC-Bereich Sorgen: Drogerieriese dm startete im Dezember 2025 mit seiner Plattform „dm-med“, Rossmann kündigte ähnliche Pläne an.
Am 6. Mai legt Redcare den vollständigen Quartalsbericht vor. Dann muss das neue Führungsduo zeigen, ob das explosive Rezeptwachstum tatsächlich den Weg in die Profitabilität ebnet.
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