Redcare Pharmacy: Krampe stellt sich am 6. Mai

Redcare Pharmacy legt am 6. Mai den vollständigen Q1-Bericht vor. Der neue CFO Hendrik Krampe steht vor der Herausforderung, trotz hoher Investitionen und Margendrucks überzeugende Ertragszahlen zu präsentieren.

Die Kernpunkte:
  • Umsatzwachstum von 18,3 Prozent im ersten Quartal
  • Rx-Segment profitiert vom E-Rezept-Boom
  • Margenziele gesenkt, Wettbewerb im OTC-Bereich nimmt zu
  • Analysten sehen Kurspotenzial von fast 100 Prozent

Starke Umsatzzahlen, aber ein Aktienkurs auf Tiefstand — bei Redcare Pharmacy klaffen Wachstum und Bewertung weit auseinander. Am 6. Mai legt die Online-Apotheke ihren vollständigen Q1-Bericht vor. Es ist der erste große Auftritt von Finanzchef Hendrik Krampe.

Kurs erholt sich, bleibt aber tief im Minus

Die Aktie notiert aktuell bei 48,62 Euro — rund 62 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 136,20 Euro. Seit Jahresbeginn hat das Papier fast 28 Prozent verloren. Immerhin: Vom März-Tief bei 31 Euro hat sich der Kurs deutlich erholt, und der RSI von 19 signalisiert eine stark überverkaufte Lage.

Die Stimmung bleibt gedrückt, obwohl die Wachstumszahlen überzeugen. Im ersten Quartal 2026 stieg der Konzernumsatz um 18,3 Prozent auf 848 Millionen Euro. Das Rx-Segment legte sogar 35 Prozent auf 315 Millionen Euro zu — getrieben vom E-Rezept-Boom in Deutschland. Das Non-Rx-Geschäft wuchs um 10 Prozent auf 533 Millionen Euro und traf damit die obere Kante der eigenen Prognose.

Margen unter Druck, Wettbewerb nimmt zu

Das Problem liegt nicht im Umsatz. Redcare investiert massiv: Ein neues Logistikzentrum im tschechischen Pilsen soll die Jahreskapazität um 15 Millionen Pakete erhöhen. Die hohen Investitionen kosten Marge. Das Management hat das mittelfristige Margenziel bereits von über 8 Prozent auf mehr als 5 Prozent gesenkt.

Parallel dazu verschärft sich der Wettbewerb im OTC-Segment. Drogeriekette dm hat die Plattform „dm-med“ gestartet. Rossmann plant ebenfalls eine eigene Online-Apotheke als Kernprojekt für dieses Jahr — allerdings ohne Rezeptmedikamente.

Das ist ein wichtiger Unterschied. Im deutschen Online-Markt für verschreibungspflichtige Medikamente hält Redcare einen Marktanteil von 67 Prozent. Für 2026 erwartet das Unternehmen Rx-Erlöse von mehr als 670 Millionen Euro. Dieses Segment bleibt strukturell geschützt.

Politischer Rückenwind möglich

Eine Expertenkommission der Bundesregierung empfiehlt, die gesetzlichen Zuzahlungen für Rezeptmedikamente um 50 Prozent zu erhöhen. Patienten würden dann zwischen 7,50 und 15 Euro zahlen statt bisher 5 bis 10 Euro. Felix Dennl von Bankhaus Metzler sieht darin einen möglichen strukturellen Vorteil: Preissensible Patienten könnten verstärkt auf günstigere Online-Kanäle ausweichen.

Sieben Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf, kein einziger zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 95 Euro — fast das Doppelte des aktuellen Kursniveaus. Barclays hat sein Ziel zwar von 110 auf 70 Euro gesenkt, hält aber an der Einstufung „Overweight“ fest.

Am 6. Mai muss Krampe zeigen, ob hinter dem Umsatzwachstum auch belastbare Ertragszahlen stecken. Das Jahresziel — 13 bis 15 Prozent Umsatzwachstum bei einer EBITDA-Marge von 2,5 Prozent — steht dabei auf dem Prüfstand.

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