Reliance Industries Aktie: Jefferies schraubt die Prognosen nach oben
Raffinerie und Jio stützen Reliances Quartalsergebnis, während der Einzelhandel nachgibt und Goldman Sachs sinkende Raffineriemargen erwartet.

- Jefferies erhöht FY27-EBITDA-Schätzung um 6 Prozent
- O2C-EBITDA wächst um 67,9 Prozent
- Einzelhandels-EBITDA fällt um 10,2 Prozent
- Goldman Sachs erwartet niedrigere Dezembermargen
Jefferies hebt heute nach den Quartalszahlen die Ergebnisprognosen für Reliance Industries an. Starke Raffinerie- und Petrochemieerträge sowie das Wachstum bei Jio gleichen die Schwäche im Einzelhandel aus. Die Zuversicht hat allerdings Grenzen: Goldman Sachs erwartet im Dezemberquartal niedrigere Raffineriemargen. Für Anleger steht damit die Frage im Mittelpunkt, wie belastbar der jüngste Ergebnissprung ist.
Raffineriegeschäft treibt die Erwartungen
Jefferies erhöht die EBITDA-Schätzungen für das Geschäftsjahr FY27 um 6% und für das folgende Geschäftsjahr um 2%. Die Kaufempfehlung bleibt bestehen. Das Kursziel liegt bei 1.710 Rupien.
Das Analysehaus erwartet im Winter eine starke Raffinerieprofitabilität. Damit setzt es auf das Geschäft, das bereits den jüngsten Quartalsabschluss geprägt hat. Laut Reuters kompensierten höhere Raffinerie- und Petrochemiemargen zusammen mit dem Jio-Wachstum die Belastungen im Einzelhandel.
Im Septemberquartal 2026 erreichte der den Eigentümern zurechenbare Nettogewinn laut Reuters 255,48 Milliarden Rupien. Der Analystenkonsens hatte bei 214,19 Milliarden Rupien gelegen. Reliance übertraf damit die Gewinnerwartungen deutlich.
Die positive Überraschung beruht allerdings nicht auf einer gleichmäßigen Entwicklung aller Konzernbereiche. Vielmehr stehen einem starken Öl- und Chemiegeschäft weiterhin erhebliche Investitionsbelastungen im Handel gegenüber.
Das EBITDA der Öl- und Chemiesparte O2C stieg gegenüber dem Vorjahr um 67,9% auf den Rekordwert von 25.203 Crore Rupien. Damit lieferte die Sparte einen wesentlichen Beitrag zum Ergebniswachstum.
Einzelhandel bleibt der Schwachpunkt
Im Einzelhandel drücken Investitionen in digitale Angebote und schnelle Lieferdienste auf die Profitabilität. Hinzu kommen Kostenbelastungen und die Optimierung des Filialnetzes. Ein Teil der Festtagsnachfrage verschob sich zudem ins Dezemberquartal. Reliance plant dennoch den weiteren Ausbau von JioMart und liefernahen Lagern, den sogenannten Dark Stores.
Das Einzelhandels-EBITDA sank gegenüber dem Vorjahr um 10,2% auf 6.120 Crore Rupien. Zugleich lag es 6% unter der Schätzung von Jefferies. Die Sparte blieb damit hinter den Erwartungen zurück.
Die Investitionen sollen sich erst mit wachsender Größe des Onlinegeschäfts stärker auszahlen. Das Management erwartet bessere Erträge aus dem digitalen Handel ab dem Geschäftsjahr FY28. Kurzfristig bleibt der Bereich deshalb ein Gegenpol zum starken Raffineriegeschäft.
Jio liefert dagegen einen stabileren Wachstumsbeitrag. Die Kundenbasis stieg gegenüber dem Vorjahr um 7,1% auf 542,4 Millionen. Der durchschnittliche Umsatz je Kunde erreichte 218,8 Rupien.
Hohe Kursziele mit Vorbehalt
Goldman Sachs empfiehlt Reliance ebenfalls zum Kauf und nennt ein Kursziel von 1.840 Rupien. Zugleich warnt das Haus vor niedrigeren Raffineriemargen im Dezemberquartal. Als Belastung nennt es höhere Frachtkosten für sehr große Rohöltanker.
Die unterschiedlichen Einschätzungen zur Raffinerieentwicklung markieren das zentrale Risiko der höheren Ergebnisprognosen. Während Jefferies auf eine starke Winterprofitabilität setzt, verweist Goldman Sachs auf steigende Transportkosten. Eine Erholung der Handelsmargen würde Reliance deshalb weniger abhängig vom zuletzt besonders starken O2C-Ergebnis machen.
Die Aktie reagiert heute mit einem Plus von 6,4% auf die Ergebnisüberraschung. Für die weitere Bewertung zählt jedoch nicht allein das Rekordquartal: Entscheidend sind die Haltbarkeit der Raffinerieerträge und der Übergang von hohen Handelsinvestitionen zu besseren Ergebnissen.
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