Renault Aktie: Damois übernimmt Finanzvorstand

Carine Damois übernimmt im November die Finanzleitung; Renault plant Investitionen in Frankreich und erweitert sein Elektroangebot.

Die Kernpunkte:
  • Carine Damois übernimmt am 14. November
  • Mehr als zehn Milliarden Euro geplant
  • E-Space Concept feiert Weltpremiere
  • 22 neue Modelle bis 2030 vorgesehen

Der französische Automobilkonzern Renault stellt wichtige personelle und strategische Weichen für die kommenden Jahre. Wie das Unternehmen mitteilte, übernimmt Carine Damois am 14. November die Position der Finanzvorständin. Sie folgt auf Duncan Minto, der den Konzern verlässt, um berufliche Möglichkeiten außerhalb des Unternehmens wahrzunehmen.

An der Börse legte die Renault-Aktie heute um 6,2 Prozent auf 27,22 Euro zu, nachdem das Papier zu Wochenbeginn noch bei 24,43 Euro markiert worden war.

Neue Finanzchefin für die Strategie futuREady

Carine Damois wechselt vom Reifenhersteller Michelin zu Renault, wo sie seit 2021 als stellvertretende Finanzchefin zentrale Finanzbereiche in mehr als 100 Ländern verantwortete. Die 51-Jährige blickt auf über 20 Jahre Führungserfahrung in internationalen Industrieunternehmen zurück, unter anderem bei Areva. Bei Renault wird Damois direkt an Vorstandschef François Provost berichten und Einsitz in das Führungsgremium des Konzerns nehmen.

Ihre Hauptaufgabe besteht in der finanziellen Begleitung des Strategieplans futuREady. Ihr Vorgänger Duncan Minto, der fast drei Jahrzehnte für das Unternehmen tätig war, hatte das Amt des Finanzchefs seit März 2025 inne. Nach dem Abgang des früheren Konzernchefs Luca de Meo führte Minto den Autobauer vorübergehend auch kurzzeitig auf Interimsbasis, ehe Provost die Führung übernahm.

Milliardeninvestitionen an Bedingungen geknüpft

Zeitgleich treibt Konzernchef Provost den industriellen Umbau voran. Renault plant in den kommenden fünf Jahren Investitionen von mehr als 10 Milliarden Euro in Frankreich, vor allem zur Weiterentwicklung von Elektrofahrzeugen und zur Senkung der Produktionskosten.

Allerdings knüpfte Provost dieses Vorhaben ausdrücklich an ein wettbewerbsfähiges soziales und politisches Umfeld im Heimatland. In den vorangegangenen fünf Jahren hatte Renault nach Unternehmensangaben bereits rund 13 Milliarden Euro in französische Standorte investiert.

Frankreich steuert aktuell rund 20 Prozent zum weltweiten Geschäft von Renault bei und beherbergt 40 Prozent der Gesamtbelegschaft. Für das laufende Jahr 2026 peilt der Vorstand einen Anstieg der heimischen Fahrzeugproduktion um mindestens 25 Prozent gegenüber den 500.000 im Jahr 2025 gefertigten Einheiten an.

Zur Stärkung der europäischen Wettbewerbsposition gegenüber chinesischen Herstellern forderte Provost zudem eine Pause bei neuen EU-Regulierungen sowie verbindliche Vorgaben für eine lokale Fertigung ausländischer Wettbewerber in Europa. Vor gut drei Wochen hatten Renault und Geely zudem ihre Investitionszusagen für das gemeinsame Joint Venture in Brasilien aufgestockt.

Ausblick auf den Pariser Autosalon

Auf dem Pariser Autosalon will der Hersteller weitere Einblicke in seine Modelloffensive geben. Im Mittelpunkt des Messeauftritts steht die Weltpremiere des E-Space Concept, einer 4,70 Meter langen Studie, die als vollelektrisches Familienfahrzeug an das Raumkonzept des ursprünglichen Espace von 1984 anknüpft. Eine Serienfertigung des Modells ist nach Unternehmensangaben bislang allerdings nicht beschlossen.

Konkreter fallen die Neuerungen in der bestehenden Modellpalette aus: Renault setzt künftig verstärkt auf Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LFP), um die Kosten der Elektromobilität zu senken. Das Facelift des Megane E-Tech erhält einen 67-Kilowattstunden-LFP-Akku, der eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern ermöglicht und dessen Ladezeit von 15 auf 80 Prozent bei 24 Minuten liegt.

Nach dem Kleinwagen Twingo und dem Megane sollen schrittweise auch die Baureihen Scenic und Renault 5 mit LFP-Zellen ausgerüstet werden. Bis 2030 plant die Markengruppe die Einführung von insgesamt 22 neuen Modellen in Europa, darunter 16 rein elektrische Varianten.

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