Renk: 100 Millionen Euro Israel-Embargo

Rüstungskonzern Renk kämpft mit Exportblockaden und schwachem Cashflow, während Rekordaufträge und US-Investitionen Perspektiven bieten.

Die Kernpunkte:
  • Exportstopp kostet bis zu 100 Mio. Euro
  • US-Expansion mit 150 Mio. Dollar Investition
  • Cash Conversion Rate deutlich unter Ziel
  • Auftragsbestand erreicht neuen Rekordwert

Volle Auftragsbücher, ein Rekordauftragseingang — und trotzdem ein Kurs, der seit Jahresbeginn mehr als 40 Prozent verloren hat. Bei Renk Group klaffen operative Stärke und Börsenstimmung weit auseinander. Zwei Belastungen dominieren das Bild.

Bis zu 100 Millionen Euro Umsatz fallen weg

Die Bundesregierung hat bestimmte Rüstungsexporte nach Israel blockiert. Betroffen sind Komponenten für Merkava- und Namer-Panzer. Renk verliert dadurch im laufenden Jahr bis zu 100 Millionen Euro Umsatz.

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Die Reaktion des Managements: Ausbau des US-Geschäfts. Bis 2030 investiert Renk rund 150 Millionen US-Dollar in seine amerikanischen Standorte, vor allem in Muskegon, Michigan. Bereits gesichert sind Verträge der U.S. Army im Volumen von bis zu 75 Millionen US-Dollar — unter anderem für den Bradley-Schützenpanzer.

In Augsburg skaliert Renk die Produktion parallel dazu massiv. Die Jahreskapazität bei Panzergetrieben soll bis Ende 2026 auf rund 800 Einheiten steigen. Vor dem Ukraine-Krieg lag sie bei 200 bis 300 Stück.

Cashflow enttäuscht — vorerst

Das zweite Belastungsthema ist der Free Cashflow. Er lag zuletzt bei 67 Millionen Euro. Die Cash Conversion Rate fiel auf 47,2 Prozent — weit unter dem Ziel von über 80 Prozent. CFO Anja Manz-Siebje wertet das als reinen Timing-Effekt: Aufträge im Wert von rund 200 Millionen Euro verschoben sich ins Jahr 2026 — und damit auch die dazugehörigen Anzahlungen.

Die Jahresprognose steht. Renk erwartet einen Umsatz von über 1,5 Milliarden Euro und ein bereinigtes EBIT zwischen 255 und 285 Millionen Euro. Der Auftragsbestand liegt bei 6,68 Milliarden Euro — ein Plus von 34 Prozent gegenüber dem Vorjahr und das Fünffache des aktuellen Jahresumsatzes.

Investoren senden widersprüchliche Signale

Das Aktionariat ist gespalten. Wellington Management überschritt am 27. März 2026 die Fünf-Prozent-Schwelle und hält nun 5,09 Prozent der Stimmrechte. Auf der anderen Seite haben mehrere Hedgefonds Short-Positionen aufgebaut: AQR hält rund 2,30 Prozent, hinzu kommen Positionen von Marshall Wace und PDT Partners.

Ein anderes Signal kommt von innen. CFO Manz-Siebje kaufte nach den jüngsten Kursrückgängen privat Aktien des Unternehmens.

Die Aktie notiert aktuell bei 54,28 Euro — rund 40 Prozent unter dem Jahreshoch von etwa 90 Euro. Auf der Hauptversammlung am 10. Juni will der Vorstand eine Dividende von 0,58 Euro je Aktie vorschlagen. Das wäre ein Anstieg von 38 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 0,42 Euro. Kurz davor, im Mai, legt Renk die Q1-Zahlen vor — die erste konkrete Gelegenheit, den Cashflow-Ausblick und den Stand der Produktionsverlagerung mit Zahlen zu belegen.

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